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Lexikon

Meskalin

Substanz

3,4,5-Trimethoxyphenylethylamin (C11H17NO3), genannt Meskalin, gehört zur Stoffgruppe der Phenethylamine.

Meskalin kommt in vielen Kakteen vor, unter anderem in den Arten Peyote (Lophophora williamsii), Peruanischer Stangenkaktus (Trichocereus peruvianus) und San Pedro (Trichocereus pachanoi).
Es gibt auch (halb)synthetisch hergestelltes Meskalin, welches in Pulverform verkauft wird, z. B. Meskalinhydrochlorid und Meskalinsulfat.

Andere Namen für Meskalin sind Peyote, Knöpfe, Buttons.

 

NameAussehenWirkstoffgehalt (getrocknet)
Peyote-Kaktusklein, rundlich, erinnert an ein Brötchen,
Blüte in der Mitte
1 – 7 %
Peruanischer Stangenkaktuslänglich, mit Stacheln, aufgeschnitten
sternförmig
0,8 %

San-Pedro-Kaktus

wie Stangenkaktus0,1%
(Halb)synthetisches MeskalinPulver, Kapselstark schwankend


Konsumformen

Die meskalinhaltigen Kakteen werden in dünne Scheiben geschnitten und in frischem oder getrocknetem Zustand (auf nüchternen Magen) gegessen oder teilweise mit heißem Wasser zu einem Tee aufgekocht. Da der San-Pedro-Kaktus extrem bitter schmeckt, wird bei dieser Sorte oft die getrocknete Rinde zu einem feinen Pulver zermahlen. Das Rauchen der Kakteen ist eher unüblich, da die Wirkung viel schwächer ist und es enorm im Hals kratzt.


Wirkung

Die Wirkung ist u. a. abhängig von Dosis, verwendetem Kaktus bzw. Art des Meskalins, Gewöhnungseffekten sowie von Set (psychische und körperliche Voraussetzungen) und Setting (Umfeld) des Users.
Wirkungseintritt: Die Wirkung setzt nach etwa 1 – 2 h ein und macht sich durch Hyperaktivität, erhöhten Pulsschlag und Blutdruck sowie meist Übelkeit bemerkbar.
Wirkdauer: Insgesamt hält der Rausch 5 – 8 h, manchmal auch bis zu 12 h an. Die maximale Wirkung ist nach etwa 3 h erreicht und dauert 3 – 5 h an. Das Runterkommen erstreckt sich über einen Zeitraum von 1 – 2 h, Nachwirkungen können 6 – 8 h anhalten.
Bei (halb)synthetischem Meskalin in Pulverform setzt die Wirkung nach 45 – 60 min ein und hält etwa 4 – 8 h an. Nachwirkungen können 2 – 4 h andauern.

Dosierung
Der Wirkstoffgehalt der Kakteen kann je nach Alter, Wachstums- bzw. Zuchtort und anderen Faktoren sehr stark schwanken.
Eine halluzinogen wirkende Dosis von Meskalin liegt bei ca. 200 – 400 mg bzw. 3 – 5 mg / kg Körpergewicht.
Dies entspricht etwa 20 – 35 g getrocknetem Peyote-Kaktus, 30 – 45 g getrocknetem Peruanischem Stangenkaktus oder 8 – 10 g zu Pulver verarbeitetem San-Pedro-Kaktus.

Wirkspektrum: Der Meskalinrausch wird als psychedelisch-visionärer, ekstatischer, von Glücksgefühlen begleiteter Zustand beschrieben. Konsument_innen berichten von Euphorie, religiöser Tiefe, dem Gefühl einer visionären Erfahrung und einer Veränderung des Ich-Empfindens sowie von Gefühlen der Ich-Auflösung. Alle Sinne werden sensibilisiert: starke Veränderungen der zeitlichen und räumlichen Wahrnehmung sowie des visuellen und akustischen Empfindens, v. a. das Farbsehen wird stark intensiviert. Niedrige Meskalindosen können leicht aphrodisierend wirken.
Nachweis: Meskalinkonsum wird nur bei besonderer Anforderung überprüft und kann nach der letzten Einnahme ca. 12 h im Blut und 1 – 4 Tage im Urin nachgewiesen werden.


Kurzzeitnebenwirkungen

Der bittere Geschmack führt meist zu Übelkeit und teilweise zu Erbrechen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind zunächst Mundtrockenheit, dann erhöhter Speichelfluss, Pupillenvergrößerung, unangenehme Veränderungen der Körpertemperatur (Schwitzen, Frieren), Ruhelosigkeit, Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, unterdrückter Sexualtrieb, verringertes Hungergefühl während der Wirkung, danach oftmals Heißhunger auf Süßigkeiten, Kopfschmerzen am nächsten Morgen; Angst bzw. Angstphasen (vor allem beim Wirkungseintritt), Horrortrips und Panikzustände sind nicht selten.


Langzeitnebenwirkungen

Es besteht das Risiko, dass auch bei einmaligem Konsum latente (verborgen vorhandene) Psychosen ausgelöst werden können. Weitere Nebenwirkungen, die bei regelmäßigem Konsum über einen längeren Zeitraum auftreten, sind uns nicht bekannt (was nicht heißt, dass es keine gibt).


Wechselwirkungen

Vom Mischkonsum mit anderen Drogen ist abzuraten. Mischst Du trotz der Risiken, beachte folgende Hinweise:
Die Risiken beim Mischkonsum sind höher als beim Monokonsum; Körper und Psyche werden stärker belastet. Einzelne Substanzwirkungen können verstärkt oder geschwächt werden. Es können auch ganz unerwartete Effekte auftreten, die nicht der Summe der Einzelwirkungen entsprechen. Die Wirkungen der jeweiligen Substanzen können zu verschiedenen Zeiten eintreten und unterschiedlich lange anhalten, dadurch können Wechselwirkungen zeitverzögert auftreten.

Meskalin + Alkohol: Es kommt häufig zu Übelkeit und Erbrechen.

Meskalin + andere Halluzinogene  (z.B. Cannabis, LSD, Pilze): Der Trip kann unberechenbar werden, die halluzinogenen Wirkungen können sich gegenseitig überlagern oder intensivieren, das Risiko von Angstzuständen und Horrortrips steigt.

Meskalin + MAO-Hemmer: Bei gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern kann es zu einer unkontrollierbaren Verlängerung und Verstärkung der Wirkung kommen, dies bedeutet eine sehr starke Kreislaufbelastung. Ein (lebensbedrohliches) Serotoninsyndrom ist möglich. MAO-Hemmer sind bspw. in einigen Antidepressiva, Steppenraute, Johanniskraut, der Passionsblume und Muskatnuss enthalten.


Safer use

Risikofreien Konsum gibt es nicht! Wer trotzdem konsumiert, sollte sich mit den Safer-Use-Regeln vertraut machen:

Menschen mit psychischen Problemen oder Erkrankungen und Personen, die Neuroleptika einnehmen, sollten kein Meskalin konsumieren.
Jungen und psychisch labilen Menschen raten wir ebenfalls vom Konsum ab.
Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen setzen sich einem besonderen Risiko aus, wenn sie Meskalin konsumieren. Unbedingt vorher Infos dazu einholen und im Zweifelsfall auf den Konsum verzichten !

Meskalin sollte nicht allein konsumiert werden. Die Begleitung durch eine nüchterne, mit Meskalin erfahrene Person (Tripsitter) ist sehr zu empfehlen.

Durch Übelkeit und Erbrechen in Folge von Vergiftungserscheinungen besteht die Gefahr, dass sich der Konsument / die Konsumentin am Erbrochenen verschluckt – Erstickungsgefahr!

Der Trip ist sehr vom psychischen und körperlichen Zustand des Users / der Userin (Set) sowie von den Rahmenbedingungen des Konsums (Setting) abhängig ! Es kann zu Horrortrips und Panikattacken kommen. Deshalb nie konsumieren, wenn Du schlecht drauf bist oder Angst davor hast.

Da die gleiche Dosis bei geringerem Körpergewicht oder kleinerer Statur meist eine stärkere Wirkung hervorruft, steigen möglicherweise auch die Risiken. Pass die Dosis also Deinem Körpergewicht an!

Bei dem Konsum von Kakteen setzt der Trip nach etwa 1 – 2 h ein, bei (halb)synthetischem Meskalin nach etwa 45 bis 60 Minuten. Auch wenn nach dieser Zeit noch nichts passiert – abwarten und nicht gleich nachlegen.

Meskalin sollte nicht auf vollen Magen eingenommen werden, da die Gefahr von Übelkeit dadurch erhöht wird.

Solltest du Kreislaufbeschwerden bekommen, kann Traubenzucker helfen.

Trinke während des Trips genug Wasser.

Auf Grund des gestörten Orientierungssinns solltest Du Tätigkeiten vermeiden, bei denen Du Dich und Andere in Gefahr bringen kannst: Baden gehen / schwimmen, Fahrrad oder Auto fahren, belebte Straßen überqueren, auf Dächer klettern etc.

Plane nach dem Trip genug Zeit zur Erholung ein!

Der Konsum von Meskalin sollte etwas Besonderes sein und nicht zur Gewohnheit werden. Es ist also wichtig und sinnvoll, Konsumpausen von mindestens 4 – 6 Wochen (längere Pausen sind aber ratsam) einzulegen, um Deinem Geist und Deinem Körper die Möglichkeit zu geben, den Trip zu verarbeiten.

 

Verhütung / Schwangerschaft /  Stillzeit

Der Konsum von Meskalin kann Erbrechen hervorrufen. Passiert das bis zu 4 h nach Einnahme der Anti-Baby-Pille, kann u. U. zu wenig Wirkstoff der Pille in den Blutkreislauf gelangen, so dass eine Schwangerschaft möglich ist. DESHALB: zusätzlich Kondome oder andere nicht-hormonelle Verhütungsmittel benutzen, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern!

Meskalin gelangt (wie auch viele andere Substanzen) in Plazenta und Muttermilch. Schädigungen des Neu- und Ungeborenen können auftreten. Deshalb während Schwangerschaft und Stillzeit unbedingt auf Meskalinkonsum verzichten!
 


Erfahrungsberichte

Hier findest Du Erfahrungsberichte von Meskalin Konsument_innen.

Quellen:

https://www.eve-rave.ch/wordpress/
https://www.land-der-traeume.de/
https://antik.news/
http://www.giftpflanzen.com

Thomas Geschwinde: Rauschdrogen. Marktformen und Wirkungsweisen.
Andreas Kelich: Enzyklopädie der Drogen.
Adam Gottlieb: Peyote und andere psychoaktive Substanzen.
Christian Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen.

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