Herausforderungen an die Suchthilfe / Uitdagingen voor de Verslavingszorg

"Wie geht es denn so?" - "Danke, wir können klagen!" - So oder ähnlich könnten Mitarbeiter aus dem Suchtbereich zurzeit auf die Frage nach der Befindlichkeit antworten. Die Knappheit der finanziellen Mittel, die Frage nach der Effektivität der geleisteten Arbeit, Suchtprobleme immer größeren Ausmaßes gerade im Bereich der legalen Mittel Tabak und Alkohol, in Deutschland dazu noch die rechtlichen Unsicherheiten im Zusammenhang mit den niedrigschwelligen Drogenhilfeeinrichtungen und der aus diesen Faktoren resultierende Druck auf das Hilfesystem könnten in der Tat Anlass zu einem flächendeckenden Klagelied - mehrstimmig und im Kanon - geben.

Allerdings wäre dieser Klagegesang keine konstruktive Vorgehensweise angesichts der notwendigen Veränderungen im System - denn etliche dieser Veränderungen (was die Inhalte betrifft) wären auch ohne den Druck durch die schwindenden finanziellen Ressourcen notwendig. Und so wollten wir gerne eine Plattform bieten für eine Auseinandersetzung mit den anstehenden Herausforderungen - aber für eine konstruktiv nach vorne gerichtete Auseinandersetzung mit diesen Herausforderungen und ihren Rahmenbedingungen.

Von 32 angeschriebenen Wunschautoren in Belgien, Deutschland und den Niederlanden haben 11 einen Beitrag für dieses Schwerpunktthema zur Verfügung gestellt - was wir für ein sehr gutes Ergebnis halten. Unterm Strich zeigt sich, dass eine ganze Menge Kreativität vorhanden ist, ebenso das Bewusstsein für notwendige Veränderungen und auch der Mut, diese aktiv anzugehen. Wie "im richtigen Leben" sind Veränderungen häufig eine ausgesprochen wichtige und gute Möglichkeit "der Arbeit an sich selbst". Möglicherweise wird der mit diesen Herausforderungen und Veränderungen verbundene Prozess dem Suchthilfesystem dann auch mehr Nutzen bringen als Schaden zufügen.

Auch über das Schwerpunktthema hinaus hat das INFO 24 einiges zu bieten - z.B. den Beitrag des Spiegel-Autors Jürgen Leinemann über den "Preis für die Faszination der Macht". Es wird nun regelmäßig nur noch zwei Ausgaben des BINAD-INFO im Jahr geben - das hat mit Mittelumschichtungen in unserem Etat zu tun: wir haben uns entschieden, die frei werdenden Mittel direkt in Projekte, Maßnahmen oder Materialien zu investieren, die unmittelbar der Praxis zugute kommen, wie etwa das Manual "Hilfe, mein Kind pubertiert".

Quelle: https://zzz.lwl.org/LWL/Jugend/lwl_ks/Publikationen/BINAD_P/BINAD_Info/B...

Medientyp: 

Herausgeber: 

BINAD - Fachstelle grenzübergreifende Zusammenarbeit / Landschaftsverband Westfalen-Lippe

Ort: 

Münster

Veröffentlichung: 

2003

Standort: 

K 71

Notizen: 

Rubrik: Hilfen / Prävention / Therapie
in deutscher und niederländischer Sprache
BINAD Info Band 24

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