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3 Jahre Drogenkonsum - Was hat sich verändert?

Bonjour.

M. hier. Ja...ich habe die letzten Tage und Wochen sehr viel nachgedacht. Über mein vergangenes Leben und was vielleicht noch kommt. Besonders mein erster LSD-Konsum, über welchen ich hier auch noch berichten werde, spielt dabei eine Rolle. Die Fähigkeit zur kritischen Selbstreflektion trägt jeder Mensch in sich. Wir können Fehler in unserem Verhalten noch Jahrzehnte später erkennen und darüber nachdenken und sie bekennen. Vieles, was ich hier schreiben werde, wird euch sicher als Fehler erscheinen, doch diese 3 Jahre Drogenkonsum haben mein Leben sehr positiv beeinflusst. Da ich momentan viele Erfahrungsberichte lese und dabei oftmals gerade Marihuana als Teufelsdroge dargestellt wird, möchte ich euch hier nun auch mal zeigen, wie positiv der Konsum ein Leben verändern kann.

Also...fangen wir an.

Ich erinnere mich noch, als ich mit meinem besten Kumpel T. zum ersten Mal Gras geraucht habe. Wir kamen aus dem Kino, er hatte spontan sturmfrei und da haben wir was gekauft. 2 Gramm Amnesia Haze. Wir hatten ja keine Ahnung, auf was wir uns da einließen. Wir wussten weder, wie man richtig dreht noch das Gras zerkleinert und so wurden aus diesen 2g auch nur 2 Tüten, pur und echt verkräpelt aber geknallt hat es latürnich. Wir konnten nicht aufhören zu husten und das High setzte sofort ein. Fressflashs, Lachanfälle...im Endeffekt sogar ein Trip, den ich erst im Nachhinein als solchen erkannte. Darüber berichte ich ein andernmal. Also der perfekte Erstkonsum. Und noch etwas fiel mir auf. Etwas, das für mich viel bewegt und zum Besseren verändert hat. Ich bin chronischer Migränepatient seit meinem 18. Lebensjahr, habe teilweise tagelang nur von Tabletten gelebt weil die Schmerzen nicht auszuhalten waren. Ja, es war definitiv eine Einschränkung. Und auch an diesem Tag hatte ich schon die Vorboten eines Anfalls, wie nach jedem Kinobesuch. Doch als das Gras begann, seine Wirkung zu zeigen, da wurde mir klar, dass dies meine Rettung sein wird. Ich habe danach begonnen zu experimentieren. Immer, wenn ein Anfall im Anmarsch war, besorgte ich mir ein, zwei Gramm und merkte schnell: "Hey, Junge Junge, das HILFT dir." Und das hat es auch. In den letzten drei Jahren hatte ich nur eine Hand voll Anfälle, früher waren es bis zu drei monatlich. Ich bin quasi schmerzfrei und kann mein Leben genießen, selbst, wenn ich drei Wochen nichts zu mir nehme. Das ist wohl die positivste aller Veränderungen. 

Immer, wenn ich hier von irgendwelchen Leuten lese, die sich vier oder fünf Substanzen auf einmal geben oder mit 15 ihren ersten Trip schmeißen und sich dann beschweren, dass es scheiße war, muss ich innerlich gleichzeitig lachen und schreien vor Wut. Die letzten Jahre haben mir drei Dinge beigebracht:

1. Kenne nicht nur dein Limit, halte es auch ein.2. Habe keine Angst vor der Droge, aber respektiere sie.3. Ich habe mein ganzes Leben, um meinen Körper kaputt zu machen. Das muss ich nicht an einem Wochenende tun.

Trotzdem bekenne ich mich des Mischkonsums schuldig, der junge Entdeckergeist muss eben auch gestillt werden. Jedoch habe ich bis zu meinem 23. Lebensjahr nichts konsumiert als Gras. Habe eine Woche gepafft und dann drei Wochen Pause gemacht, Ausnahmen gab es nur am Wochenende und so habe das immer gehandhabt. Das tue ich sogar heute noch, nur die letzte Zeit war echt vernebelt. Ich wusste immer, dass ich nie abhängig werden würde. Ich baue keine Toleranz auf, und trotz meiner Statur (momentan 96 Kilo auf 1.82m) hat es immer geknallt, egal, wie wenig es war. Ich brauche nur einen Joint um den ganzen Tag breit zu sein und ein Teil, um 6 Stunden durchzutanzen. Und Teile sind jetzt das Stichwort. 

Letztes Jahr habe ich dann begonnen, MDMA auszuprobieren. Die halbe blaue Chuppa Chupps, welche gar nicht gewirkt hat, lasse ich mal raus. Das ist zwei Jahre her und hat nichts bewirkt. Mein erstes richtiges Ding war ein orangener Stern. Wie viel da drin war? Keine Ahnung. Wir wollten zu der Zeit mit unserem Austeiler nach Magdeburg und ich hatte ja keine Ahnung. Also geschmissen und ab die Post, ich war ja nur Beifahrer. Er meinte, ich würde mich nur leicht und stark fühlen. Im Endeffekt muss ich im Auto wie der letzte Spasti ausgesehen haben, denn es lief Hardtekk (<3) und ich bin abgegangen, als wäre ich auf den elektrischen Stuhl gesetzt und nicht festgebunden worden. Es hielt nur zwei Stunden an, aber diese Erfahrung war so gut, dass ich mir sagte, dass da noch mehr sein muss. Ich habe danach diverse andere Dinger probiert (Pinke Medusa, Gelbe Diamanten, Pinke Herzen, Lila Goldbarren und unbeabsichtigt 2C-B (Siehe hier: https://drugscouts.de/de/experiencereport/unbeabsichtigt-2c-b-geschmisse...)), die meisten mit meinem besten Freund. Wir haben es echt krachen lassen, doch was mir richtig im Gedächtnis geblieben ist, ist die Tatsache, dass ein einziger gelber Diamant das Drogenproblem meines besten Freundes gelöst hat. Er konnte nicht aufhören, Gras zu rauchen. Teilweise 5g am Tag, er hat mich vernachlässigt und nie auf meine Worte und Vorschläge gehört. Doch an diesem einen Abend tat er es und es hat unsere Freundschaft gerettet. 

Wir haben über die Jahre viele interessante Menschen kennen gelernt. Wir hatten nie Probleme, wenn wir gekifft haben. Es lief immer alles glatt, nie ging etwas richtig schief und trotzdem haben wir uns immer zusammen gerissen und füreinander gesorgt. Die Drogen waren nur ein mal ein Problem, welches durch Drogen dauerhaft gelöst wurde. Ich empfehle hier natürliche niemandem, mit dem Konsum zu beginnen, aber...ja, mir hat es nur ein mal schwer geschadet und das war absolutes Eigenverschulden, denn wer wirft schon 3 Dinger an einem Abend und zockt dann nur, macht die Nacht durch und bekommt dann einen Horrortrip, eine Woche Dauerschwindel und Übelkeit? Na ich, M., denn T. und ich haben das gemacht. 3 Diamanten in einer Nacht, wir waren nicht mal feiern! Und in der Zeit von 3 Uhr morgens und 7 Uhr erlebte ich den blanken Horror. Etwas, das verhindern wird, dass ich jemals wieder so viel nehme oder gar darauf hängen bleibe. Versteht ihr, was ich meine? Eine schlechte Erfahrung ebnet euch den Weg für eine bessere, wenn ihr daraus lernt. Merkt euch das.

Durch das Gras hatte ich auch in der Ausbildung zum Physiotherapeuten immer einen besonderen Blickwinkel auf die Neurologie und viele andere Themen. Ich bin sehr belesen, habe als Kind und Jugendlicher meine Zeit nur mit Büchern verbracht und tue das heute noch immer. Mein Wissen ist wirklich umfangreich, ich werde mal keine falsche Bescheidenheit zeigen. Doch manches Wissen bleibt uns eben verborgen, bis wir es direkt vor der Nase haben. Und dann müssen wir es noch als solches erkennen, das ist wohl die schwierigste Aufgabe von allen. So traf es mich eben auch wie ein Schlag, als ich merkte, dass mir das Gras vielleicht mit meinen körperlichen Schmerzen hilft, aber nicht mit den psychischen. Ich bin neben der Migräne auch mit Depressionen beschenkt worden, das ist alles auf meine Jugend zurück zu führen und ich werde darüber nichts weiter berichten, ihr versteht das sicher. Drogen und Psyche sind immer so eine Sache, es kann klappen oder in die Hose gehen. Eine Cannabisbedingte Psychose habe ich quasi von Anfang an provoziert, doch ich hatte immer T. um mich herum. T. hat mich immer beschützt und tut das noch heute! Und auch das MDMA hätte böse Folgen mit sich bringen können. Doch...das schlimmste Ende hätte unser unbeabsichtigter 2C-B Trip nehmen können. Ich habe ihn ja weiter oben verlinkt, lest ihn ruhig. Doch ich kannte keine Angst, habe keinen Schmerz und keine Trauer gespürt während dieses Trips. Und so weit hergeholt das auch klingen mag, dieser Trip hat mir viel Gewicht von den Schultern genommen. Ich weiß jetzt, dass ich nicht unglücklich sein muss. Ich habe viele innere Konflikte klären können. Die Krankheit ist zwar nicht verschwunden und das wird auch durch keine Droge der Welt möglich sein, doch es ist möglich, dass ein einziger Trip den Weg zu Heilung ebnet und dies war bei mir der Fall. Ich hatte seitdem keinen einzigen Breakdown mehr. Und ich habe während dieses Trips gespürt, dass ich nur noch mit meiner Ex zusammen war, weil ich mich dazu verpflichtet fühlte. Dass ich sie schon lange nicht mehr liebte und dass ich mich trennen muss. Ich war wirklich unglücklich mit dieser Beziehung. Jetzt sind wir getrennt, der Trip ist zwei Monate her. Außerdem habe ich viele Konflikte mit meiner Mutter gelöst, die schon jahrelang zwischen uns standen. Wieder nur Positives.

Ja, das alles ist viel Text. Ich vertraue euch hier echt viel an. Aber es MUSS auch Menschen geben, denen eben nur Gutes passiert. Es gibt endlos viele Geschichten zu erzählen. Doch ich belasse es bei einer letzten. Wahrscheinlich ist dies eine der schönsten.Vor einiger Zeit schleppte mein bester Freund ein Mädchen an. Einen wundervollen Menschen, der mir in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich ist. Ihr müsst wissen, dass ich ein Kopfmensch bin. Das Herz ist mir viel zu impulsiv in seinen Entscheidungen und seinem Verhalten. Doch das war Liebe auf den ersten Blick. Sie fügte sich sofort in unser Gespann ein, jetzt sind wir drei eine Gang. Wir haben zu dritt MDMA genommen und gekifft, doch nur nüchtern habe ich das volle Potenzial dieser Liebe gespürt. Wie dieser Anker mich hält. Und dann, vor nur zwei Wochen, nahmen wir drei gemeinsam LSD. Darüber werde ich latürnich noch berichten, doch worum es mir geht, ist...dass dieser Trip und die Träume danach diese Liebe nur noch weiter vertieft haben. Und wie sich herausstellen sollte, empfindet sie dasselbe. Wir bewegen uns mit großen Schritten auf eine Beziehung zu, die von weitem schon wunderschön aussieht. Allgemein bin ich seit diesen beiden Trips mit mir selbst und der Welt viel mehr im Gleichgewicht, quasi eins.

Gras hat meine Schmerzen geheilt, LSD meine Seele, 2C-B meinen Kopf und MDMA meine Freundschaft. Sicher werde ich es eines Tages auch mal übertreiben, doch mit diesen Menschen an meiner Seite habe ich keine Angst vor irgendwelchen Dingen, die noch gar nicht passiert sind. Jeder Mensch braucht solche Freunde, solche Menschen um sich rum, die in jeder Lebenssituation da sind. Sie versüßen mir jeden Zug am Joint, mit jedem Herzschlag entsteht ein Gedanke an sie. Kein MDMA kann diese Liebe imitieren, kein LSD kann mir schönere Aussichten offenbahren. Doch mit ihnen wird jede dieser Erfahrungen noch ein großes bisschen süßer und schöner.

Ich hoffe, dass ich euch zeigen konnte, dass Drogenkonsum und ein gesunder Menschenverstand sowie ein geregeltes Leben durchaus miteinander in Einklang gebracht werden können. Wie süchtig ihr werdet und was euch passiert, liegt meist einfach nur in eurer Hand und wenn ihr mal genau überlegt, dann ist weniger eben meistens doch etwas mehr, wenn es um die Erfahrungen eines Rausches geht. Ich habe auch Speed probiert, habe mit Benzos und Gras und Alkohol experimentiert (sehr interessant!) und Mischkonsum begangen, für den man mich orfeigen müsste (Durchgepeppte Nacht, Gras geraucht, 2C-B geworfen an einem Tag oder Teile mit MDMA zusammen). Aber als Fazit kann ich nur sagen, dass ich nichts bereue, außer, dass ich früher ein Feind von alldem war, wie viele Unwissende da draußen auch. Die Dosis macht das Gift, und wie bei Schlangen und Spinnen kann das Gift eben auch die Heilung sein.

Ich wünsche euch allen eine schöne Zeit und gute Drogen!

Macht nicht zu dolle.

M.

Geschlecht: 

männlich

Substanzen: 

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