Hallo,
Dr. Frühling:
leider können wir Dir diese Frage nicht ausreichend beantworten, da wir nicht wissen, welche Ursachen Deine Epilepsie hat, ob Du entsprechende Antiepileptika einnimmst oder ob es sich bei Dir um so genannte Gelegenheitsanfälle handelt.
Es gibt verschiedene Ursachen für eine Epilepsie, die jedoch nicht immer ermittelt werden können. Die bekannten Ursachen sind entweder erbliche Veranlagungen oder erworbene Hirnschädigungen (während der Schwangerschaft oder der Geburt, degenerative Veränderungen des Gehirns [z.B. Alzheimer], Infektionen [z.B. Gehirnentzündung], Schädel-Hirn-Traumen oder Hirntumore, übermäßiger Alkoholkonsum sowie Gefäßveränderungen im Gehirn [Arteriosklerose] etc.). Liegen eine oder mehrere dieser Faktoren vor, kann das in einer erhöhten Anfallsbereitschaft resultieren.
Es kann zu spontanen epileptischen Anfällen kommen, oftmals treten sie aber in Verbindung mit bestimmten Auslösern auf. Diese Auslöser können ganz verschieden sein: Überanstrengung, Ärger, Stress, sich schnell wiederholende Lichtreize (Stroboskop), starke akustische und visuelle Kontraste, Schwankungen im Schlaf-Wach-Rhythmus (Flugreisen, Schichtdienst), Alkoholentzug, Konsum von psychoaktiven Substanzen etc.
Der Wirkmechanismus von Poppers im Gehirn ist nicht vollständig bekannt. Der Haupteffekt besteht (nach einem Artikel von Lowry aus dem Jahr 1980!) in der Erweiterung verschiedener Arterien und Venen. Dies zieht ein Anschwellen sowie eine verstärkte Durchblutung des Gehirns nach sich.
Es könnte sein, dass bei einer erhöhten Anfallsbereitschaft durch den Konsum von Poppers ein Krampfanfall ausgelöst wird (der vielleicht auch stärker ausfallen kann als die bisherigen). Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dies eintritt, wissen wir jedoch nicht.
Um jedes Risiko auszuschließen, empfehlen wir Dir, dazu Deinen Neurologen näher zu befragen.
Falls Du Antiepileptika einnimmst, kann es zu gefährlichen Wechselwirkungen mit Poppers kommen. Erkundige Dich auch dazu am besten bei Deinem Neurologen. Lass Dir die Zusammenhänge genau erklären und frage ihn direkt, wie hoch er die Wahrscheinlichkeit einschätzt, dass Popperskonsum einen Anfall verursacht. Manchmal ist es nicht einfach, relevante Informationen aus Ärzten/Ärztinnen herauszukriegen, also bleib dran!
Über neue Erkenntnisse und Informationen dazu freuen auch wir uns sehr!
Viele Grüße und alles Gute,
Dein Dr.-Frühling-Team
Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre. Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.
