Cannabidiol (CBD)

Substanz

Cannabidiol (CBD) gehört zur Stoffklasse der Cannabinoide und ist neben Tetrahydrocannabinol (THC) der bekannteste Wirkstoff der Hanfpflanze (mit den drei Arten Cannabis indica, Cannabis ruderalis und Cannabis sativa). Als eine der phytocannabinoiden Moleküle in Cannabis macht CBD durchschnittlich zw. 0,6 und 1% der weiblichen Pflanze aus. Pflanzen mit einem CBD-Gehalt ab 4% werden als CBD-reiche Sorten angesehen.
Im Internet gibt es ein großes Angebot an CBD-haltigen Produkten, die als Nahrungsergänzungsmittel oder kosmetische Produkte (Öle, Cremes, Tinkturen) vermarktet werden. Die orale Aufnahme von Ölen erfolgt bspw. über eine direkte Beträufelung der Zunge oder über eine Vermengung mit Speisen und Getränken. Im Rahmen des rauschorientierten Konsums haben jedoch nach wie vor CBD-reiche Cannabissorten, die geraucht oder oral aufgenommen werden, eine größere Bedeutung.

Wirkung

Über die genaue Wirkungsweise von CBD ist noch nicht viel bekannt. Es wirkt an Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn sowie im Zentralnervensystem und beeinflusst das Immunsystem des Körpers. Je höher der CBD-Gehalt in Cannabissorten (wie Cannabis Indica) oder –produkten (z.B. hochdosiertem Haschisch) ist, desto stärker ist die sedierende Wirkung. Man sagt, dass diese Sorten und Produkte eher „stoned“ (=“breit“) als „high“ machen, da sie mehr auf den Körper einwirken.

Beim Cannabiskonsum wirkt CBD mit THC und anderen Cannabinoiden zusammen. Dabei beeinflussen sich die Stoffe gegenseitig in ihrer Wirkung. So überlagert bspw. CBD ab einer gewissen Dosis die psychoaktive Wirkung von THC.

Medizinische Verwendung

CBD ist der Wirkstoff der Cannabispflanze, der am häufigsten medizinisch verwendet wird und zunehmend im Fokus medizinischer Forschung ist. Mehr dazu hier.
Soweit dies aktuell erforscht ist, wirkt Cannabidiol antiemetisch (vermindert Brechreiz und Übelkeit), entzündungshemmend und anxiolytisch (angstlösend). Eine krampflindernde Wirkung konnte bisher nur in einigen Tierversuchen nachgewiesen werden. Sowohl zu dieser als auch zur antipsychotischen Wirkung des CBD fehlen jedoch unterstützende bzw. abschließende Studien.

Einen bekannten Fall, in dem CBD erfolgreich als Therapeutikum gegen Epilepsie verwendet wurde, findest Du hier.

Rechtliches

CBD fällt als verschreibungspflichtige Substanz unter das Arzneimittelgesetz und ist nicht frei verkäuflich. Dies gilt auch für CBD-haltige Produkte. Die Pflanzengattung Cannabis und einige ihrer Wirkstoffe sind in Anlage I des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) aufgeführt und gehören somit zu den nicht verkehrsfähigen Betäubungsmitteln. Unbefugter Besitz, Erwerb und Handel sind strafbar.

 

Weitere Informationen zu Cannabis als Medizin unter folgenden Links:
 

https://www.cannabis-med.org/?lng=de

https://hanfverband.de/themen/medizin

http://www.gruene-hilfe.de/2009/07/01/antragsstellung-einer-ausnahmegenehmigung-nach-3-abs-2-des-btmg/


Quellen:

http://trip.cimh.de/htd/partner.html

http://www.medicinalgenomics.com/wp-content/uploads/2013/01/Bergamaschi_2011.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Cannabidiol

https://en.wikipedia.org/wiki/Cannabidiol

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3481531/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24854329

http://www.cannabis-med.org/german/sativex.pdf

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2014-07/cannabis-hanf-medikament-nutzen/seite-2

http://www.juraforum.de/forum/t/einfuhrverbote-und-beschraenkungen-amg-cbd-oel.484832/

https://hanfverband.de/node/3430

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