Speed/Pep

Substanz

Speed bezeichnet die synthetische Substanz Amphetamin (alpha-Methylphenethylamin) und zählt zu den Stimulanzien („Upper"). Andere Bezeichnungen: z.B. Pep, Amphe, Schnelles, Schnee, Peppen.
Auf dem Schwarzmarkt erhältliches Amphetamin ist meist gemischt mit Streckstoffen wie Milchzucker, Koffein, Ascorbinsäure (Vitamin C) oder Medikamenten (Ritalin, DXM, Paracetamol). Der Wirkstoffgehalt im Pulver kann zwischen 10 und 80% schwanken, liegt jedoch meist bei 10–30%.

Speed ist meist als weißes oder beigefarbenes Pulver auf dem Schwarzmarkt erhältlich; manchmal auch als Paste, selten in Tablettenform oder in Kapseln/Dragees.

Die Substanz wird meist gesnieft, seltener in Zigarettenpapier eingewickelt und geschluckt („Bomben“) oder in einem Getränk ohne Alkohol aufgelöst, sehr selten geraucht oder injiziert. Amphetaminhaltige Präparate werden in der Medizin z.B. als Appetitzügler, Asthmamittel und bei Hyperaktivität verwendet.

Wirkung

Die Wirkung ist u.a. abhängig von der Dosis, dem Wirkstoffgehalt, den Gewöhnungseffekten sowie von Set (psychische und physische Voraussetzungen) und Setting (Umfeld) des Users.
Beim Sniefen setzt die Wirkung nach ca. 4–15 min ein, beim Schlucken nach 30–45 min (Kick ist weniger stark; sanftere, aber längere Wirkung) und gespritzt nach wenigen Sekunden. Die Wirkung hält ca. 4–6 h an.

Dosierung

Da Speed meist stark gestreckt auf dem Schwarzmarkt erhältlich ist, sind Dosierungsempfehlungen nur schwer möglich. Eine mittlere Dosis zum Sniefen und Schlucken sind 15–20 mg reines Amphetamin (für eine 75 kg schwere Person). Bei einem Wirkstoffgehalt von z.B. 20% ist das also weniger als ein Zehntel eines Gramms. Wenn Du weißt, dass Dein Speed einen höheren Wirkstoffgehalt hat, pass die Dosierung dementsprechend an.

Speed stimuliert das zentrale Nervensystem. Es bewirkt vor allem die Ausschüttung der Botenstoffe Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin im Gehirn. Der Körper wird in eine Art Ausnahmezustand versetzt, der sonst nur in Gefahrensituationen eintritt. Der Organismus stellt zweitrangige Bedürfnisse (Schlafen, Essen) zurück, weil die Energie für die Steigerung des Stoffwechsels und der Atmung benötigt wird. Puls und Blutdruck steigen an, die Körpertemperatur erhöht sich, Pupillen sind erweitert.

So kann es zu folgenden Wirkungen kommen: gesteigerte Leistungsfähigkeit, erhöhte Konzentration und Aufmerksamkeit, erhöhtes Mitteilungsbedürfnis („Laber-Flash") und Selbstvertrauen, körperliches Wohlbefinden, Zufriedenheit, Gelassenheit, vermindertes Schmerzempfinden. Unterdrückung von Hunger, Durst und Müdigkeit. Starke Steigerung der Libido (v.a. bei abklingender Wirkung) bei gleichzeitiger Unempfindlichkeit.

Nachweisdauer:

Im Blut: meist bis zu 6 h, selten bis zu 24 h
Im Urin: 1–4 Tage

Kurzzeitnebenwirkungen

Beim Sniefen: Brennen an Nasen- und Rachenschleimhäuten, Verletzung der Schleimhäute durch scharfkantige Speedkristalle.
Außerdem möglich: Muskelkrämpfe, Herzrasen, Überreizung, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Aktivierung der Kaumuskulatur (Zähneknirschen, „Kau-Flash“), Erektionsschwierigkeiten auf Grund des geschrumpften Penis'.

Psychisch: depressive Verstimmungen, Angst, paranoide Gefühlszustände, Unruhe, Nervosität und Schlafstörungen. Viele KonsumentInnen berichten, dass sie unter dem Einfluss von Amphetaminen (v.a. in Kombination mit Alkohol) leichter aggressiv werden als sonst.

Beim Nachlassen der Wirkung sind starke Erschöpfungszustände, Muskelschmerzen, depressive Verstimmungen, Konzentrationsmangel, großes Schlafbedürfnis und Heißhunger möglich. Diese Nachwirkungen können mehrere Tage anhalten.

Langzeitnebenwirkungen

Bei häufigem, hoch dosiertem Konsum über einen längeren Zeitraum können sich die Nebenwirkungen verstärken. Speed zehrt den Körper aus. Nasenschleimhäute und Nasenscheidewand werden beim Sniefen stark angegriffen.

Möglich sind: Schwächung des Körperabwehrsystems und Infektionsanfälligkeit durch mangelnde Zufuhr von Mineralien/Vitaminen; Blutdruckerhöhung durch starke Belastung des Herzmuskels; ständige Unruhe, Schlaf- und Kreislaufstörungen, Depressionen, Paranoia bis hin zur "Amphetamin-Psychose"; Gewichtsverlust (unterdrücktes Hungergefühl, erhöhter Energieverbrauch), Hautentzündungen ("Speed-Pickel") und Magenschmerzen.

Bei häufigem Gebrauch innerhalb eines kurzen Zeitraums kommt es zu Toleranzausbildung (Dosis muss erhöht werden, um die gleiche Wirkung zu erzielen). Psychische Abhängigkeit möglich.

Wechselwirkungen

Die Risiken beim Mischkonsum sind höher als beim Monokonsum; Körper und Psyche werden stärker belastet. Einzelne Substanzwirkungen können verstärkt oder geschwächt werden. Es können unerwartete Effekte auftreten, die nicht der Summe der Einzelwirkungen entsprechen. Da die Wirkungen der Substanzen zu verschiedenen Zeiten eintreten und unterschiedlich lange anhalten können, ist es möglich, dass Wechselwirkungen zeitverzögert auftreten. Erfahrungen mit dem Monokonsum der Substanzen sind von Vorteil, so kannst Du Dir eher ein Bild davon machen, wie Körper und Psyche die jeweilige Wirkung verkraften.

Speed + Cannabis: Speed intensiviert und verlängert die Wirkung von Cannabis. Cannabis wird hauptsächlich zum „Runterkommen“ verwendet, da es typische Speed-wirkungen (z.B. Bewegungsdrang) mindern kann. Erhöhte Kreislaufbelastung.

Speed + Ecstasy: Speed killt die Ecstasywirkung – v.a. die empathische MDMA-Wirkung (sich in Andere hinein fühlen können). Herz-Kreislaufsystem wird stark belastet, Überdosierung und Überhitzung möglich

Speed + Crystal: Bei ähnlichen Wirkmechanismen hat Crystal eine wesentlich stärkere Wirkung (Wirkdauer je nach Dosis bis zu 30 h). Starke Belastung für Herz und Kreislauf, Gefahr der Überhitzung.

Speed + Kokain: Sehr hohe Dopaminkonzentration im Gehirn. Hektik, Gereiztheit, Überspanntheit, Ungeduld, Zittern und Herzrasen möglich. Starke Belastung des Herz-Kreislaufsystems, Atembeeinträchtigung: kann zum Herzstillstand führen.

Speed + andere Stimulanzien (Kaffee/Energy Drinks):
Herzrasen, Kreislaufprobleme, Überhitzung und hoher Flüssigkeitsverlust möglich.

Speed + Alkohol: Nieren werden stark belastet, Flüssigkeitsverlust, Kreislaufprobleme. Solange die Speedwirkung anhält, spürst Du die Menge des getrunkenen Alkohols nicht, Alkoholvergiftung möglich!

Speed + Beta-Blocker, MAO-Hemmer oder trizyklische Antidepressiva: Starker Blutdruckanstieg: Lebensgefahr!

Speed + Benzodiazepine: extrem hohe Kreislaufbelastung, kann zum Kreislaufzusammenbruch führen!

Safer Use

Risikofreien Konsum gibt es nicht! Wer trotzdem konsumiert, sollte sich mit den Safer-Use-Regeln vertraut machen:

Hast Du psychische oder körperliche Erkrankungen (u.a. Herz-Kreislauf-Probleme, Asthma, Leber- und Nierenerkrankungen), setzt Du Dich durch Speedkonsum einem besonderen gesundheitlichen Risiko aus. Hol unbedingt vorher Infos dazu ein und verzichte im Zweifelsfall auf den Konsum!

Achte darauf, was und bei wem Du kaufst. Kauf möglichst nicht bei Dir unbekannten Personen. Nutze nach Möglichkeit "Drug Checking" oder wenigstens Schnelltests!

Oft kannst Du nicht mit bloßem Auge erkennen, welche Substanz als Line vor Dir liegt. Wenn Dir etwas angeboten wird, frag, um welche Substanz es sich handelt. Aus Versehen z.B. eine Line Ketamin zu sniefen, kann die Party für Dich auf sehr unangenehme Weise frühzeitig beenden.

Konsumiere nur, wenn Du Dich wohl fühlst und am besten, wenn jemand bei Dir ist, dem Du vertraust, der über Deinen (Misch)Konsum Bescheid weiß und im Notfall Hilfe holen bzw. leisten kann.

Da Du oft nicht weißt, wie hoch der tatsächliche Wirkstoffgehalt ist und welche Streckstoffe enthalten sind, teste erstmal mit einer niedrigen Dosis an und leg nicht gleich nach! Versuche, die Dosierung Deinem Körpergewicht anzupassen.

Überleg Dir vorher, wie lange Du wach sein willst. Konsumiere nicht mehr, wenn die Party bald vorbei ist oder Ihr nach Hause wollt. Es ist sehr unangenehm, erschöpft zu sein und nicht schlafen zu können.

Speedkonsum führt bei vielen Usern zu einer verstärkten Gesichtsmotorik („Kau-Flash“, Zähneknirschen). Ein Kaugummi kann helfen, Zähne, Zahnfleisch und Wangen zu schonen, gegen (Kau)Muskelkater hilft das allerdings nicht. Einige User empfehlen Magnesium und Kalzium zur Muskelentspannung.

Speed entzieht Deinem Körper Mineralien und Vitamine; trink deshalb immer genügend Wasser bzw. vitaminreiche Fruchtsäfte und iss Obst und Gemüse oder Nüsse/Salzstangen. Kalziummangel kannst Du durch den Verzehr von Milchprodukten oder Hülsenfrüchten ausgleichen. Vitamin- und Mineralstoffpräparate können während oder nach dem Konsum kurzfristig hilfreich sein. User berichten, dass Getränke mit hohem Vitamin-C-Gehalt (z.B. Orangensaft) bei Überdosierung gut tun.

Vermeide es, Auto zu fahren sowie gefährliche Tätigkeiten mit Maschinen (wie Kreissägen u.ä.) auszuführen. Überschätze Dich während des Rausches nicht.

Beim Tanzen im Club: Gönn Dir auch mal eine Pause und geh an die frische Luft!

Auch wenn Du drauf bist, gilt: Kondome schützen vor Ansteckung mit HIV und anderen Infektionskrankheiten sowie ungewollter Schwangerschaft. Keine Körperflüssigkeiten in den Mund!

Ausgiebige Konsumpausen und Erholungsphasen einplanen und einhalten!

Schlucken ist risikoärmer als Sniefen oder Spritzen: Du schonst Deine Nase und kannst Infektionen vermeiden; wasserunlösliche Streckstoffe gelangen nicht in die Blutbahn. Die Wirkung setzt später und sanfter ein als beim Sniefen – wichtig: abwarten, nicht gleich nachlegen!

Entscheidest Du Dich fürs Sniefen, beachte die folgenden Tipps:

Safer Sniefen

Zerhack das Pulver so klein wie möglich und achte auf eine saubere Unterlage. Benutze immer Dein eigenes, sauberes Röhrchen – am besten eins mit stumpfen oder abgerundeten Rändern. So beugst Du Verletzungen Deiner Nasenschleimhäute und Infektionen wie Herpes und Hepatitis vor. Bakterien und Viren am Ziehröhrchen oder an der Banknote können durch die gemeinsame Nutzung an andere Personen übertragen werden. Nach dem Konsum: Nase spülen (1 TL Meersalz auf 1/4 l Wasser).

Ausführliche Hinweise zum Safer Sniefen gibts hier

Female Special

Frauen wiegen oft weniger als Männer. Pass die Dosis Deinem Körpergewicht an.

Speedkonsum kann eine Veränderung Deines Hormonhaushalts bewirken. D.h., Menstruationsbeschwerden können verstärkt, der Monatszyklus gestört (unregelmäßige oder ausbleibende Periode) und die Fruchtbarkeit beeinträchtigt werden. Dennoch kannst Du schwanger werden!
Konsumierst Du häufig Speed und nimmst die Anti-Baby-Pille, ist es außerdem denkbar, dass die empfängnisverhütende Wirkung der Pille abgeschwächt wird.
Der Konsum von Speed kann zu Erbrechen führen. Passiert das bis zu 4 h nach Einnahme der Pille, gelangt u.U. zu wenig Wirkstoff der Pille in den Blutkreislauf.
DESHALB mit Kondomen oder anderen nicht-hormonellen Verhütungsmitteln vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen!

Leider verfügen wir nicht über wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zum Konsum während Schwangerschaft und Stillzeit. Auf jeden Fall gilt: Speed zehrt Deinen Körper aus: Entzug von Flüssigkeit, Mineralstoffen und Vitaminen, fehlender Schlaf, Schwächung des Immunsystems etc. Gerade in der Schwangerschaft und Stillzeit ist es jedoch wichtig, dass Du Dich regelmäßig, gesund und ausgewogen ernährst, ausreichend schläfst etc. Schließlich geht es neben Deinem Wohlbefinden auch um die Gesundheit Deines Kindes. Speed geht über Plazenta und Muttermilch in den Organismus des (ungeborenen) Kindes über. Während Schwangerschaft und Stillzeit auf den Konsum verzichten!

Erfahrungsberichte

Hier findest Du Erfahrungsberichte von Speed / Pep Konsument_innen.

Quellen/Links

07/2012: Infos von saferparty.ch zu Amphetamin-Streckmitteln

07/2012: Infos von saferparty.ch zu Amphetamin Paste - Fakten und Mythen

Infos von Eclipse zu Speed

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Haftungsausschluss: 

Diese Informationen sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Speed unterliegt dem BtMG. Besitz, Erwerb und Handel mit dieser Substanz sind strafbar! Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.