Spice

Dieser Text befasst sich mit der Räuchermischung "Spice" auf Grundlage eines Wissenstandes von vor 2010.

Aktuellere Infos gibt es auf unserer Seite unter der Rubrik "Räuchermischungen" sowie auf der Website https://legal-high-inhaltsstoffe.de/

 

Substanz

(Spice Silver, Spice Gold, Spice Diamond, Spice Genie, Spice Arctic Synergy, Spice Tropical Synergy, Yucatan Fire)

Bei den unter dem Handelsnamen Spice (Anspielung auf die Droge aus den "Dune"- Romanen von Frank Herbert) bekannten Räuchermischungen handelt es sich um eine Zusammensetzung unterschiedlicher pflanzlicher Bestandteile, die nach Herstellerangaben lediglich zur Raumluftaromatisierung gedacht sind. KonsumentInnen rauchen Spice jedoch häufig in Pfeifen oder Joints, die orale Einnahme hingegen ist weniger verbreitet.

Die genaue Zusammensetzung der Mischung ist von Produkt zu Produkt unterschiedlich; die Angaben auf den Verpackungen sind teilweise sehr unglaubwürdig. So ist ein häufig genannter Bestandteil der blaue Lotus, welchem eine psychoaktive Wirkung nachgesagt wird. Allerdings ist diese Pflanze sehr selten und vom Aussterben bedroht und dadurch schwer beziehbar. Somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass die blaue Lotusblume tatsächlich im Spice enthalten ist, sehr gering.

Eine Analyse verschiedener Räuchermischungen zeigt, dass die Wirkung nicht (nur) durch die auf der Packung aufgeführten Kräuter hervorgerufen wird, sondern durch die Beimengung synthetischer Cannabinoide (JWH-018*, CP 47,497**).
Diese Stoffe binden sich an Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn und lösen einen Rauschzustand aus. Ihre pharmakologische Potenz ist deutlich höher als die von THC.

Häufige Angaben über die Zusammensetzung, laut Hersteller:

Babybean - Meeresbohne
Blue Lotus - Blaue Lotusblume
Dwarf Sclullcap - Helmkraut
Indian Warrior
Mancoha Brava - Zornia latifolia
Lion"s Tale - Wild Dagga
Sebirian Motherwort - Sibirischer Löwenschwanz
Eibisch - “Marshmallows"
Red Clover - Roter Klee
Rose - Rosen
Vanilla - Vanille

Weitere Bestandteile, laut bisheriger Laboruntersuchungen:

Hauptsächlicher Kräuterbestandteil: Eibisch - "Marshmallows" (http://www.gardnerian.de/pflanzen/eibisch.htm)

Andere Kräuter kommen - wenn überhaupt - nur in sehr geringen Mengen vor.

Welche synthetischen Cannabinoide in welcher Menge in Spice vorhanden sind, hängt einerseits von der "Marke" und andererseits von der Mischung ab.


*JWH-018 besitzt eine ähnliche Struktur wie THC, ist rauchbar und nicht wasserlöslich.

**CP 47,497 ist ein Cannabinoid-Rezeptor CB_1 Agonist mit einer analgetischen (schmerzlindernden) Wirkung.

Wirkung

Die Wirkung ist u.a. abhängig von Dosis, Reinheitsgrad, Gewöhnungseffekten sowie von Set (innerer Zustand) und Setting (Umfeld) des Users.

Wirkungseintritt

Beim Rauchen der Spicemischung tritt die Wirkung innerhalb von 10 Minuten ein, bei oralem Konsum innerhalb von ca. 0,5-2 Stunden.

Wirkspektrum

Die Wirkung der Spicemischungen wird von KonsumentInnen ähnlich der von Cannabis beschrieben.
Dabei variieren die Erfahrungen sehr stark. Häufig wird der typische Zustand des „Breitseins“ geschildert. Andere genannte Wirkungen sind: Zufriedenheit, Entspannung, ein wohliges oder wärmendes Grundgefühl, ein verändertes Zeitgefühl aber auch Kreislaufprobleme, Aggressivität und/oder Angstzustände. Einige KonsumentInnen berichten außerdem von leichten Halluzinationen.

Wirkdauer

Abhängig von der Art der Spice-Mischung, der Menge an Spice und vor allem von der Menge des synthetischen Cannabinoids kann die Dauer des Rausches 1-5 Stunden betragen. Bei oralem Konsum kann der Rausch sogar bis zu 10 Stunden andauern.

Kurzzeitnebenwirkungen

Eine Überdosierung ist aufgrund der unterschiedlichen Menge an synthetischen Cannabinoiden vor allem bei oraler Einnahme nicht auszuschließen.

Mögliche Folgen sind: paranoide Angstzustände, depressive Verstimmungen, Wahnvorstellungen, Kopfschmerzen und/oder Kreislaufprobleme. Bei wiederholtem und häufigem Konsum wird auch von Gleichgewichtsstörungen berichtet.

Langzeitnebenwirkungen

Unseres Wissens gibt es keine Informationen bzw. Studien bezüglich Risiken, Nebenwirkungen und Langzeitfolgen. Es besteht allerdings der Verdacht, dass beim Verbrennungsprozess krebserregende bzw. krebsfördernde Stoffe entstehen.

Wechselwirkungen

Mischkonsum mit anderen psychoaktiven Substanzen ist nicht empfehlenswert, da Du nicht wissen kannst, welche Wirkstoffe/Cannabinoide in Deinem Spice enthalten sind und wieviel davon drin ist. Zudem gibt es bislang kaum Infos zu synthetischen Cannabinoiden, so dass Wechselwirkungen nur schwer einzuschätzen sind.

Aus Erfahrungsberichten von KonsumentInnen lassen sich folgende Wechselwirkungen ableiten:


Spice + Alkohol: Die Alkoholwirkung wird intensiviert, der Spice-Rausch überdeckt. Gleichgewichtsverlust, verschwommenes Sichtfeld, Übelkeit können auftreten.
Spice + Speed/Crystal/Ecstasy: Risiko von Kreislaufbelastungen, kann Angst- oder Panikzustände auslösen.
Spice + Tabak: Erhöhtes Atemwegsrisiko. Nikotin unterdrückt die THC- Wirkung und die Wirkung des Nikotins wird gesteigert. Ob das bei synthetischen Cannabinoiden ebenso ist, ist nicht bekannt.

Safer Use

Risikofreien Konsum gibt es nicht! Wer trotzdem konsumiert, sollte sich mit den Safer-Use-Regeln vertraut machen:

Vermeide es, Spice zu konsumieren, wenn Du Dich schlecht fühlst oder Du psychische Probleme hast.
Konsumiere möglichst nur, wenn jemand bei Dir ist, dem Du vertraust und der im Notfall Hilfe holen bzw. leisten kann.

Teste vorsichtig an.

Der Gebrauch von Vaporizern, Wasserpfeifen oder auch Joints mit speziellen Aktivkohlefiltern reduziert die Aufnahme krebserregender Stoffe und somit das Risiko von Atemwegsproblemen!

Bei Unwohlsein: Kopf, Nacken und Unterarme kühlen, ruhige Umgebung, frische Luft, Gespräch mit FreundInnen.

Nach dem Konsum kein Fahrzeug lenken oder komplizierte Maschinen bedienen (z.B. Kreissäge).

Konsumpausen einplanen und einhalten.

FAQ

Spice durch Drogentests nachweisbar?

Laut der Aussage einer Mitarbeiterin von THC Pharm Ende Dezember 2008 gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine Drogentests, die synthetische Cannabinoide nachweisen können.
Laut dieser Quelle (http://hanfverband.de/nachrichten/blog/strafverfolgung-von-spice-konsumenten-setzt-jetzt-ein
) ist Spice inzwischen mit Drogentests im Blut nachweisbar.

Wir können keine Aussagen darüber treffen, wie dieser Test genau funktioniert, wie zuverlässig er ist und ob es auch Urintests gibt. Fraglich ist auch, ob dieser Test schon flächendeckend eingesetzt wird bzw. Labore Proben bereits routinemäßig auf synthetische Cannabinoide untersuchen. Dazu liegen uns bislang noch keine Infos vor.

Wir gehen davon aus, dass sich synthetische Cannabinoide in etwa so lange nachweisen lassen wie natürliches THC. Aber auch das können wir nicht mit Sicherheit sagen.

Aus "Spice" wird "Space"?

"Space" soll laut Händlern eine "verstärkte Mischung, die beim Verbrennen einen entspannenden Duft verströmt" sein.
Laut toxykologischen Untersuchungen enthält diese neue Kräutermischung keine psychoaktiven Wirkstoffe und keine synthetischen Cannabinoide.

Erfahrungsberichte:

Hier findest Du Erfahrungsberichte von Räuchermischungs-Konsument_innen.

 

Quellen:

www.checkyourdrugs.at
www.saferparty.ch
www.eve-rave.net

Kategorie: 

Haftungsausschluss: 

Diese Informationen sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Folgende synthetischen Cannabinoide unterstehen momentan dem Betäubungsmittelgesetz:

  • CP-47,497-Homologe
  • JWH-018
  • JWH-019
  • JWH-073

Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.