[Bundesdrogenbeauftragte] Artikel über Drug Scouts im Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2014

Drug Scouts sind seit 17 Jahren mit selektiver und indizierter Prävention in Leipzig tätig. Das Projekt stellt Informationen, Materialien sowie Beratungsangebote zur Verfügung, die die Konsumenten zur Reflexion ihres Konsums anregen sollen. Ziel ist es, auf diese Weise die Risiken beim Drogenkonsum zu minimieren und einer möglichen Abhängigkeit vorzubeugen. Als Würdigung ihrer Arbeit hat akzept e. V., der Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik, den Drug Scouts im Januar 2013 den Josh-von-Soer-Preis verliehen.

Bei allen Beratungsangeboten (Telefon, Infoladen, Web) dominieren Fragen zu Cannabis und Crystal. Themenschwerpunkte sind hierbei Nachweismöglichkeiten, Drogenkonsum und Straßenverkehr, gesundheitliche Aspekte wie körperliche und psychische Langzeitschäden, Wechselwirkungen (mit Medikamenten) sowie Unterstützungsbedarf bei einer Konsumreduktion oder Abstinenz.

2013 verzeichnete die Internetseite drugscouts.de 1,55 Millionen Besuche (und damit 80 Prozent mehr als im Vorjahr). Am häufigsten wurden Infos zu Stimulanzien (Speed, Crystal, Ecstasy, Kokain), Opioiden (Codein, Tilidin), Cannabis, Ketamin und GHB/GBL abgerufen. Zudem war erneut ein gestiegenes Interesse an Drug-Checking-Möglichkeiten und -Ergebnissen zu verzeichnen – sowohl auf der Webseite als auch bei der Vor-Ort-Arbeit auf Partys und Festivals.

Im Partysetting bestand hauptsächlich Gesprächsbedarf zu MDMA, Speed, LSD, Ketamin, GHB/GBL und 2C-B sowie zu Safer Use und Mischkonsum. Zu Krisensituationen kam es vor allem beim Mischkonsum mit Alkohol sowie durch ungewollte Überdosierungen mit MDMA oder GHB/GBL. Das Projekt reagierte darauf mit neuen Infomaterialien zu Drug- Checking, MDMA und 2C-B sowie mit Workshops zu GHB/GBL, konsumbedingten Notfällen und Übergriffigkeit im Nachtleben für Partygäste und -veranstalter. 2014 sollen derartige Aktivitäten zur Risikominimierung im Nachtleben fortgeführt werden, um so das Safer Clubbing weiter auszubauen.
 

Erschienen im Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2014 (auf Seite 106):
[Link zum Bericht leider nicht mehr verfügbar]

Erscheinungsdatum: 

07.07.2014