[Bundesdrogenbeauftragte] Artikel über Drug Scouts im Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2015

Drug Scouts sind seit 18 Jahren mit selektiver und indizierter Prävention in Leipzig tätig. Das Projekt stellt Informationen, Materialien sowie Beratungsangebote zur Verfügung, die junge Konsumentinnen und Konsumenten zur Reflexion ihres Konsums anregen sollen. Ziel ist es, auf diese Weise Risiken beim Drogenkonsum zu minimieren und einer möglichen Abhängigkeit vorzubeugen.

Bei allen Beratungsangeboten (Telefon, Infoladen, Web) dominierten Fragen zu Cannabis, MDMA, Crystal und Speed. Auch 2014 waren die Themenschwerpunkte Nachweismöglichkeiten, Drogenkonsum und Straßenverkehr, gesundheitliche Aspekte wie körperliche und psychische Langzeitschäden, Wechselwirkungen (mit Medikamenten) sowie Unterstützungsbedarf bei einer Konsumreduktion oder Abstinenz. Unsere Website drugscouts.de verzeichnete 2014 2.380.000 Besuche (50 Prozent mehr als 2013 bzw. 170 Prozent mehr als 2012). Am häufigsten wurden Infos zu Stimulanzien (Speed, Ecstasy, Crystal, Kokain), Opioiden (Codein, Tilidin), GHB/GBL, Ketamin, LSD und Cannabis abgerufen.

2014 konnten die Aktivitäten zur Risikominimierung im Nachtleben fortgeführt und weiter ausgebaut werden (Safer Clubbing). Zur Bewerbung unserer Angebote wurde ein Imagefilm erstellt und im Netz veröffentlicht (www.youtube.com/watch?v=3IUaZaxX26w). Zudem führten wir in Leipzig sechs Schulungen mit Club- und Security-Personal zu (erster) Hilfe in Krisensituationen sowie im Rahmen des jährlichen Treffens des Sonics-Netzwerks eine Podiumsdiskussion zu Anliegen und Inhalten von Safer-Clubbing sowie Möglichkeiten der Implementierung durch. 2014 war erneut ein großes Interesse an Drug-Checking-Möglichkeiten und -Ergebnissen zu verzeichnen – sowohl auf der Webseite und bei Facebook als auch in der Vor-Ort-Arbeit auf Partys und Festivals.

Des Weiteren bestand im Partysetting hauptsächlich Gesprächsbedarf zu MDMA, Crystal, Alkohol, Cannabis und LSD sowie zu Safer Use. Um Konsumentinnen und Konsumenten bei der Reflexion ihres Konsumverhaltens zu unterstützen, wurde das Faltblatt „Konsumreflexion?“ entwickelt, welches sehr stark nachgefragt wurde.

Darüber hinaus stießen vor allem Infomaterialien zu Alkohol, Crystal, MDMA, Ketamin, GHB/GBL und Cannabis auf großes Interesse; insgesamt gaben wir 34.000 Faltblätter an Userinnen und User sowie Fachpersonal heraus.

Von Fachpersonal wurden auch 2014 Weiterbildungen zum Thema Crystal stark nachgefragt.

Nach wie vor wird das Projekt von vielen Praktikantinnen und Praktikanten sowie ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unterstützt, die 5212 Stunden für die Arbeit im Projekt investierten. Auf Bundesebene konnte die gemeinsame Vor-Ort-Arbeit von Freiwilligen verschiedener Partydrogenprojekte weiter ausgebaut werden, auf Europaebene wurde dies durch das NEWNet-Netzwerk ermöglicht, welches aus dem NEWIP-Projekt hervorgegangen ist.

Erschienen im Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2015 (auf Seite 88):
[Link zum Bericht leider nicht mehr verfügbar]

Erscheinungsdatum: 

21.05.2015