BONN. Die Stadt Bonn wehrt sich gemeinsam mit fünf anderen Städten gegen strenge Richtlinien zur Behandlung von Drogenabhängigen, die der so genannte Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) erlassen hat. Betroffen davon sind die Patienten, die in der Heroinambulanz der Poliklinik mit künstlichem Heroin (Diamorphin) behandelt werden. Bonn nimmt mit den anderen Städten an einer Studie teil, in der getestet wird, ob das Diamorphin künftig auf Rezept zugelassen werden kann.
Der GBA hat jetzt festgelegt, dass in den Ambulanzen mindestens drei Mediziner anwesend sein müssen; das Gesetz, so die Städte, schreibe nur einen vor. Außerdem müssten drei Behandlungsräume vorhanden sein, die mindestens zwölf Stunden geöffnet sein müssten. Dabei ignoriere der Ausschuss die langjährigen Erfahrungen der Studie.
Durch die erhöhten Anforderungen bestehe die Gefahr, dass andere Städte aus Kostengründen auf das Angebot zur Diamorphin-Behandlung Opiatabhängiger verzichten müssten und somit die Betroffenen vor Ort unversorgt bleiben, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme der Städte Bonn, Frankfurt, Hannover, Karlsruhe, Köln und München. Betroffen sei eben jene Gruppe Schwerstkranker, für die keine andere Erfolg versprechende Behandlungsform zur Verfügung stehe. Deshalb sei eine Art Diamorphin-Tourismus in die Städte, die eine solche Behandlung anbieten, zu befürchten, sagen die Kommunen.
Genau das sollte aber nicht das Ziel der Studie sein, sagt die SPD-Sozialpolitikerin Uschi Salzburger. (Kölner Rundschau, 29.03.2010)
