Intravenöser Speedkonsum

Hallo Ihr Lieben,

erstmal ein dickes Lob an euch und eurer Projekt! Weiter so!

Nun zu meinem Anliegen.
Ich nehme seit einiger Zeit (wieder) Amphetamine. Also Speed.
Speed ist und war für mich immer die "ideale Droge", da ich in meinem Job einfach 'funktionieren' muss. Ja, die liebe Leistungsgesellschaft... Gut, darauf möchte ich meine Abhängigkeit nun nicht abwälzen.
Anfangs habe ich alle paar Tage 2-3 Lines gezogen und - um längere Zeiten zu überbrücken - Bömbchen geschmissen.

Durch täglichen Konsum in nicht unwesentlichen Mengen bin ich vor einiger Zeit auf intravenösen Konsum umgestiegen. Die Mengen, die ich mittlerweile 'brauche' lassen sich nur noch schwer rüsseln, daher ziehe ich nur noch um den Abturn ein wenig angenehmer zu machen...

Ich bin mMn sehr gut über Drogen, insbesondere Speed aufgeklärt, daher weiß ich auch, dass ich mir eine Menge Mist in die Venen spritze, aber... es geht halt nicht mehr anders. Was Safer-Use angeht, konnte ich mich bisher nur am Safer-Use für Heroin orientieren, was soweit schon mal nicht schlecht ist. Z.B. wie es sich bemerkbar macht, wenn man mal eine Aterie erwischt. Aber einige Fragen bleiben offen. Zumal in Drogenforen das Thema "Speed Drücken" seltenst toleriert wird.

Zum Beispiel, was das aufkochen angeht. Anfangs habe ich meine Lösung kurz aufgekocht, bis keine / kaum Schwebstoffe übrig sind. (Mir ist bewusst, dass ich mir die Streckmittel mit in denn Arm jage.) Irgendwann habe ich gelesen, dass Amphetamin wasserlöslich sei und habe daher auf das Aufkochen verzichtet. Allerdings kommt mir die wirkung von nicht gekochtem Amphe schwächer vor. Könnt ihr mir dort weiterhelfen?
Allgemein wäre ich über jede Information, was Unterschiede zu H I.V. angeht, sehr dankbar.

Dann habe ich (welch Überraschung) schon eine derartige Toleranz, dass ich mittlerweile die Menge von 3-4 früheren Nasen pro Druck benötige um überhaupt zumindest Etwas zu spüren. Momentan drücke ich an guten Tagen 3-4 mal. [...] Und ich habe Angst, dass ich irgendwann mal so viel Pülverchen in meinen Druck mische, dass es mich umhaut. Kann dies von jetzt auf gleich passieren, oder kann ich da weitestgehend auf meinen Körper hören?

Ja, ich bin mir bewusst, dass ich (schnellstens) Hilfe brauche, aber ich bin einfach noch nicht bereit...
Sonst habe ich relativ wenige "Fixerproblemchen" Ich betreibe kein Needle Sharing (durch fehlende Akzeptanz ist es eh geheim), ich achte so gut wie möglich auf Hygiene und benutze frische Spritzen. Ich filtere mein Zeug so gut es geht und achte bestmöglich auf meine Venen.

Würde mich freuen, wenn ihr mir irgendwelche Infos geben könntet, denn ich möchte das Beste aus meinem Schlechten machen.

Vielen Dank im Voraus =)
 

Dr. Frühling:

Hallo,

Danke erst mal für Dein Lob. Nun zu Deinem Anliegen.

Leider kennen wir uns auch nicht so gut mit intravenösem Speedkonsum aus. Sicher ist, dass Du die Safer-Use-Regeln für intravenösen Heroingebrauch auch auf Amphetaminkonsum anwenden kannst.

Hier findest Du allgemeine Infos: http://www.saferuse-nrw.de/Saferuse-NRW

In einem Forum haben wir außerdem folgenden Hinweis für i.v. Speedkonsum gefunden: "..... lieber mehrmals durch nen Filter ziehen, bis die Lösung klar ist."
[Quelle: http://www.eve-rave.ch/Forum/viewtopic.php?f=7&t=18015&hilit=speed+intraven%C3%B6s]

Warum Dir die Wirkung von nicht gekocht
em Speed schwächer vorkommt, wissen wir nicht. Amphetamin löst sich jedenfalls in warmem Wasser leichter als in kaltem und kickt daher eventuell stärker. Vielleicht rührt der gefühlte Wirkungsunterschied auch daher, dass Du zu Beginn Deines i.v. Konsums Dein Speed aufgekocht hast und später nicht mehr, als Du schon eine größere Toleranz entwickelt hattest.

Es ist immer schwierig, Einschätzungen darüber abzugeben, wie groß das Risiko einer Überdosierung ist. Überdosierungen können im Prinzip jederzeit auftreten, wenn man beispielsweise Stoff mit höherem Wirkstoffgehalt erwischt oder wenn sich besonders gefährliche andere Substanzen in Deinem Speed befinden.

Dauerhafter Speedkonsum verlangt Deinem Körper einiges ab, deswegen solltest Du besonders gut auf Deine Gesundheit achten:  Kalziummangel kannst Du durch den Verzehr von Milchprodukten oder Hülsenfrüchten ausgleichen. Mehr Infos dazu findest Du in Partyfood 2.0. Vitamin- und Mineralstoffpräparate können während oder nach dem Konsum kurzfristig hilfreich sein. Brausetabletten sind eher nicht geeignet, da sie zu viele Zusatzstoffe und Süßstoffe enthalten. Dafür eignen sich Tabletten oder Kapseln. Die kannst du in jedem Supermarkt oder in der Apotheke kaufen.

Auch wenn Du meinst, es geht gerade nicht anders: Besonders hochdosierter Speedkonsum über längere Zeiträume kann den Körper so stark auszehren, dass gesunde Ernährung und Nährstoffausgleich dem nicht ausreichend entgegenwirken können. Außerdem kann die dauerhafte enorme Herz-Kreislauf-Belastung Herz und Blutgefäße stark schädigen. Ein weiteres höheres Risiko besteht im psychischen Bereich, da Angstzustände und Paranoia, besonders bei unregelmäßigen und unzureichenden Schlafphasen, verstärkt auftreten und eventuell dauerhafte psychische Beeinträchtigungen nach sich ziehen können. Aus all diesen Gründen ist es bei hochdosiertem und langzeitigem Speedkonsum
unbedingt notwendig, längere Konsumpausen einzulegen, um das Risiko psychischer und körperlicher Folgen zu senken.

Dabei solltest Du am besten versuchen, einen Zeitraum von mindestens einem Monat durchzuhalten, um einen größeren Effekt bei der Rückbildung Deiner Toleranz zu erzielen. Falls Du dies machst, ist allerdings besondere Vorsicht geboten, wenn Du wieder anfängst zu konsumieren, denn dann könnten Deine gewohnten Dosen schnell zu einer Überdosierung führen.


Weitere Infos zu Speed findest Du hier. Infos zu Stoffkunde und Wechselwirkungen von Speed: www.toxcenter.de/stoff-infos/a/amphetamine.pdf [Link leider nicht mehr abrufbar!]

Im Folgenden findest Du eine Übersicht der Hamburger Drogenberatungs- und Suchttherapieeinrichtungen: www.sonderglocke.de/suchtberatung/hamburg/hamburg.html


Wir können Dir für Hamburg den Kontakt zu Palette e.V. empfehlen, die Dich sicher gut beraten können oder Dir ein geeignetes Beratungsangebot empfehlen, solltest Du professionelle Hilfe bei Veränderungen Deines Konsumverhaltens brauchen.

Viele Grüße
Dein Dr.-Frühling-Team

Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre. Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.

Alter: 

23

Stadt: 

nahe Hamburg