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COPD

Hallo liebe Leute,

ich möchte Euch von meinem "Schicksal" erzählen. Obwohl Schicksal wohl das falsche Wort ist; denn ich bin für meine Entscheidungen ja selbstverantwortlich.

Ich bin nun 54 Jahre alt. Eigentlich ziemlich spät, mit 37 Jahren (1992) habe ich Bekanntschaft mir Heroin und Kokain gemacht. Ich stand fest im beruflichen Leben (eigene logopädische Praxis). Ich lerne einen netten Mann kennen. Der bot mir ein Blech mit Heroin an und so weiter und so weiter. Ich bin eigentlich immer schon ein Konsummensch gewesen. Auch dem Alkohl war ich sporadisch (aber nur in der Freizeit) nicht abgeneigt. Aber seitdem ich Heroin + Kokain nahm, trank ich gar keinen Alkohol. Das H. rauchte ich nur, das K. sniefte ich.

Ich habe alles verloren. Dies kennt bestimmt fast jeder. Brauch ich nicht näher drauf ein gehen.  

Das Schlimmste ist für mich aus heutiger Sicht, ist nicht der Verlust aller finanziellen Dingen und Habseligkeiten, sondern der Verlust der Gesundheit. 

Im Jahre 2007, nach 15 Jahren Drogenkonsum, bekam ich die Diagnose COPD, und da ich zunächst falsch mit zu viel Cortison behandelt wurde, bekam ich noch starke Osteoporose dazu (schon Wirbelbrüche nach einmaligem Husten).

Jetzt 2012 muss ich 24 Std. Sauerstoff zu mir nehmen. Laufe also immer mit einem Sauerstoffgerät herum.  Bin vom täglichen Leben fast völlig ausgeschlossen, weil ich mich trotz Sauerstoff, völlig müde, abgeschlagen fühle. Morgens habe ich kaum Kraft mich zu waschen. Am liebsten würde ich den ganzen Tag im Bett bleiben. (Depris?!). Nicht nur, ich fühle mich auch total kaputt, wie eine Frau mit 80 Jahren. Die Krankheit ist fortschreitend. Das heißt, es kann nicht mehr besser werden. Jetzt, beim Schreiben dieser Nachricht habe ich schon ziemlich starke Rückenschmerzen, weil ich zu lange vor dem PC sitze. Die Osteoporose schlägt zu.

Ich will absolut kein Mitleid. Ich möchte nur ALARM schlagen. Alle, die Drogen nehmen + rauchen, sollen vorsichtig sein. Es ging wirklich von heute auf morgen. Vom täglichen Raucherhusten bis zur Diagnose verstrich kaum Zeit. "Gestern noch gehustet, heute schon COPD". Und wie gesagt, es wird immer schlimmer. Ich bin ständig auf Hilfe angewiesen, dann der Kampf mit den Ämtern. Von der Selbständigkeit, zur vollen Erwerbslosenrente, das "nur" wegen den schei... Drogen. Das Schlimme ist, das ich nun Drogenfrei, aber wegen meiner Krankheit nicht mehr Arbeitsfähig bin. Bis zum Lebensende muß ich, von der kleinen Rente und Sozialhilfe leben.   Aber mit Drogen, würde ich wahrscheinlich garnicht mehr leben.

Die Kraft, die ich aufgewandt habe um an das Geld für Heroin zu kommen, diese Kraft musste ich wieder aufbringen und auch noch einiges mehr, um mit dem Zeug aufzuhören. 

Viele werden das nachvollziehen können. Was hat man nicht alles getan , um an Geld zu kommen. (ich meine natürlich nur legale Dinge). 

Aber Aufhören hat sich trotz Krankheit gelohnt.   Ich hätte es bloß viel früher machen sollen, deshalb dieser Appell an Euch. Gesundheit vor Drogen.

Liebe Grüße, kido

 

  

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