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Mein Absturz mit TCH und AMPH

Im Alter von 18 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen mit Cannabis gesammelt. Zu Beginn habe ich nur ab und an mal einen Joint mit einer Freundin geraucht, bis ich mir dann das erste Mal selber etwas gekauft habe. Von dem Tag an habe ich häufiger gekifft. Meistens alleine…

Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich zu dem Zeitpunkt als Nachtschicht in einer Tankstelle gearbeitet habe und morgens nach Feierabend war mein „Einschlaf-Joint“ schnell der beste Teil des Tages. Morgens um 8 im Bett einen rauchen, bis 19 Uhr schlafen, fertig machen und um 21 Uhr auf der Arbeit sein. Einfach perfekt. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits 6 Monate Konsument.

Mein Konsum stieg in den nächsten 4 Monaten auf 4 – 5 Gramm pro Tag an. Das ging ganz schön ins Geld, aber stattdessen verzichtet man eben auf Essen und so…ich Idiot -.-

Es hat nicht lange gedauert bis ich am Abend so müde war, dass ich meine 10 Stunden Schicht nicht mehr so einfach durchziehen konnte. Da kam mir dann irgendwann die Idee mich nicht nur mit Kaffee, Red Bull, Cola und sonstigen Getränken wach zu halten, sondern einfach Amphetamine zu ziehen. Ist zwar teurer, aber auch wesentlich einfacher. Dachte ich zumindest.

Ich bin wie so oft zu meinem Ticker gegangen und fragte ihn ob er auch Schnelles am Start hat. Ja…hatte er. Einen Fünfer Paste zum Testen habe ich mitgenommen, vor der Arbeit getrocknet wie er es mir erklärt hatte und eine kleine Line gezogen. Ein Wahnsinnsgefühl war das was ich da hatte. Ich habe mich noch nie so schnell, so wach, so glücklich, so redselig, so aufgeschlossen und so energiegeladen gefühlt.

Natürlich hörte ich nicht auf zu kiffen, aber ich reduzierte es stark. Nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch weil ich einfach keine Wirkung mehr hatte. Ich war ja ständig drauf und habe ein Line nach der anderen gelegt. Rein vorsorglich – aus Angst die Wirkung könnte nachlassen.

Ich hatte zwar mal im Internet etwas darüber gelesen, dass Mischkonsum (auf die jeweiligen Folgen der einzelnen Drogen gehe ich in diesem Bericht nicht ein) schwere Folgen haben könnte, aber mir war der Nutzen einfach zu groß als dass ich damit hätte aufhören wollen.Die ersten „Nebenwirkungen“ die ich wahrgenommen habe, setzten etwa 2 Monate nach dem Ersten Mal Mischkonsum ein. Ich stinke…zumindest dachte ich das. Ich fing an mich zu waschen wie verrückt. Mehrmals täglich stand ich unter der Dusche. Ich stellte mir sogar einen Wecker, damit ich mich auch tagsüber duschen kann (Nachtschicht, schon vergessen? J).

Diese Einbildung habe ich nicht als Problem wahrgenommen, sondern ich war fest davon überzeugt dass es so ist. Ich habe Menschen die mir nahe standen gefragt ob sie finden, dass ich streng rieche, aber alle verneinten diese Frage. Bis ich dann selber einen unangenehmen Geruch wahrgenommen habe war es mir auch relativ egal. Als ich dann aber angefangen habe mich selbst riechen zu können bin ich beinahe durchgedreht. Ich habe diesen Zustand knapp 3 Monate ausgehalten bis ich dann einfach nicht mehr zur Arbeit ging und gekündigt wurde. Das war für mich der Grund es sein zu lassen. Allerdings nicht mit Hilfe von Ärzten und Medikamenten sondern ein kalter Entzug zuhause, ganz allein.

Seit meiner Abhängigkeit (ich scheue mich nicht davor zuzugeben abhängig gewesen zu sein) leide ich unter Paranoia, Wahnvorstellungen und Wahrnehmungsstörungen.

Diese Krankheiten äußern sich unterschiedlich.

1.       Ich fühle mich verfolgt – Wenn ich auf der Straße unterwegs bin schauen mich alle Menschen an; ich bilde mir ständig ein von Fahrzeugen verfolgt zu werden

2.       Ich fühle mich ausgegrenzt

3.       Ich fühle mich als wären alle gegen mich – „Die haben sich alle gegen mich verschworen“

4.       Ich habe Halluzinationen

a.       Olfaktorisch – Ich rieche meinen Gestank, obwohl ich nicht stinke

b.      Optisch - Hinter mir bewegen sich häufig Schatten die nicht da sind

c.       Akustisch – Ich höre Stimmen. Teilweise sind das Gespräche die nicht stattfinden, aber auch Stimmen die zu mir sprechen

5.       Wenn sich in meiner Umgebung Menschen unterhalten interpretiere ich ständig etwas negatives, auf mich bezogenes dort hinein

6.       Ich leide an Depressionen. Diese kommen schubweise und werden nicht durch äußerliche Einflüsse ausgelöst

7.       Ich hatte während der Konsumzeit sehr oft Suizidgedanken

8.       Ich hatte häufig den Wunsch einfach in die Psychiatrie zu gehen und mir Hilfe zu holen, aber Hilfe habe ich auch von meinen Freunden nicht angenommen. Das war einfach der Realitätsverlust.

Alles in allem habe ich sehr schlechte Erfahrungen mit der Kombination aus Cannabis und Amphetaminen gemacht und kann nur allen raten die Finger von solchen Dingen zu lassen.

Mein gesamtes Leben wurde auf den Kopf gestellt. Ich habe meine Arbeit, meine Wohnung und einen Großteil meiner Freunde verloren. Wenn ich könnte würde ich die Zeit zurückdrehen und einfach alles anders machen – aber das wünscht sich wohl jeder.

Substanzen: 

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