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Einmal und nie wieder!

Offenbar gibt es noch andere, die negative Erfahrungen mit Cannabis gemacht haben, aber nur sehr wenige, die so drastische berichten können und auch wollen.

Jedem, der allgemein sensibler auf Substanzen oder Medikamente aller Art wirkt und auch sonst eher eine sensible Wahrnehmung hat, würde ich eher vom Experimentieren abraten.

Im Gegensatz zu anderen habe ich vor und nach diesem einmaligen Konsum niemals echte Panikattacken oder echte Depressionen gehabt und deshalb auch erst im Nachhinein durch Recherche im Netz diagnostizieren können, daß der Konsum bei mir eine Panikattacke ausgelöst hat.

Diese beschränkte sich nicht bloß auf eine halbe Stunde wie oft von Panikattacken behauptet, sondern dauerte mehrere Stunden an. Ich mußte die ganze Zeit herumlaufen, weil ich glaubte, sonst sofort zu sterben. Ich stolperte wie ein Zombie durch die Gegend, sobald ich langsamer wurde, dachte ich, daß mein Kreislauf zusammenbrechen oder mein Geist verrückt werden würde. Neben dem, was ich später als Herzrasen und die anderen typischen Symptome einer Panikattacke identifiziert habe, hatte ich ständige Aussetzer, die die Angst vor einer dauerhaften Auflösung meines Bewußtseins erzeugten. Stellt euch vor, ihr schlaft alle zwei Sekunden ein und wacht wieder auf, oder ihr würdet alle zwei Sekunden das Gefühl haben, daß euer Bewußtsein kurz den Körper verläßt und sich dann neu wieder aufbaut. So wie ein Bildschirm, der kurz flackert, oder ein Rechnerneustart. Ich hatte keine konkreten Halluzinationen, sondern absolute Todesangst, und zwar so lange, bis ich merkte, daß sich die Zeitabstände zwischen den "Aussetzern" allmählich wieder verlängerten. Danach hatte ich noch mehrere Wochen Angst, einen Rückfall erleiden zu können, so intensiv und einmalig war dieses Erlebnis gewesen.

 

Ich habe mich davor auch nicht ängstlich oder besorgt gefühlt, weil mir gesagt wurde, das sei völlig harmlos und gering dosiert. Ich kann nur sagen, daß mir das gereicht hat, etwas Schlimmeres habe ich noch nie davor und danach im Leben erlebt. Und ich war schon in echter Todesgefahr und habe auch sonst objektiv Schlimmeres erlebt. Doch dabei war "ich" immer "ich", und zwar durchgehend. Selbst in Träumen, die ja oft bedrohlich oder völlig surreal sind, habe ich noch nie Derartiges erlebt. Ich kann nur jedem raten: Wenn ihr das ausprobiert, macht es auf keinen Fall allein. Jeder reagiert anders, und man weiß vorher nie, wie der eigene Körper reagiert. Das gilt übrigens auch für alle legalen Medikamente. Viele mögliche Nebenwirkungen stehen gar nicht auf den Beipackzetteln und werden verleugnet, bloß weil sie selten oder nicht verstanden sind (z.B. daß Hormonspiralen auch ohne Östrogen fett und antriebslos machen können).

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