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Meine Erfahrungen/Umgang mit Cannabis und Alkohol

Hallo zusammen!

Ich bin männlich, unter 20 Jahre alt und will mal meine Erfahrungen zum Thema Cannabis und Alkohol niederschreiben.

Alles fing vor circa 10-11 Monaten an. Ich war in meiner Heimatstadt mit ein paar Freunden unterwegs und rauchte meinen ersten Joint. Davon spürte ich nicht viel, was vermutlich auch daran lag, dass nicht sehr viel enthalten war und der Joint mit Filter gebaut wurde. Zuvor gab es für mich schon zahlreiche Gelegenheiten mal Cannabis auszuprobieren, die ich allerdings nie ergriffen hatte. Entweder, weil ich dachte, dass ich noch einen Drogentest für einen Job machen müsse oder weil es mich einfach nicht reizte. Auch auf Festivals wurde mir schon öfter etwas angeboten, was ich aber immer dankend ablehnte. In meiner Schulzeit (ich habe mein Abitur vor dem ersten Kiffen gemacht) kam ich oft zu spät zur Schule und hatte schon immer eine angeborene Verpeiltheit. Auch hatte ich morgens immer rote Augen und mir wurde oft nachgesagt, dass ich kiffen würde (tat ich allerdings nie). Dennoch hatte ich schon immer mal das Verlangen es auszuprobieren und wusste instinktiv, dass es für mich eine reizvolle Droge war. Sie faszinierte mich schon vor meinem 14. Lebensjahr. Woher es kam kann man nur spekulieren. Vielleicht über einen Verwandten (der gelegentlich kiffte) oder über die Musik die ich hörte (Rap). Mir fiel das häufige "Anpreisen" des Gras in der Musik nie wirklich auf. Ich habe nie darauf geachtet. Es war immer subtil vorhanden aber wurde nicht aktiv von mir wahrgenommen. Insgesamt wurde ich von meinen Eltern auch immer auf eine sehr liberale und tolerante Art erzogen. Sie vertrauten mir und meinten "Probier es doch einfach aus. Verbieten können wir es dir eh nicht." Vertrauen war die zentrale Grundlage.

Auch zum Alkohol hatte ich meine eigene Geschichte. Bis ich fast 17 wahr hatte ich noch nie einen Alkoholrausch gehabt. Wahrscheinlich lag es einfach an wenigen ausserschulischen sozialen Kontakten zu Gleichaltrigen, die jedoch in der Oberstufe mehr wurden. Der erste starke Rausch war schon mit Wodka, da mir Bier, Wein, etc. nie wirklich schmeckten. Es ging mir schon beim ersten Rausch um eine möglichst harte Wirkung mit möglichst wenig Beschwerden (d.h. schlechter Geschmack des Alkohols). Ich trank also nur, wenn es die Gelegenheit hergab (Parties). Auf Feiern war ich immer nüchtern, weil ich sonst übertrieben hätte, wenn ich einmal angefangen hätte.

Dann, als ich zum Studium in eine Großstadt zog, intensivierte sich meine Beziehung zum THC. Die ersten Studentenparties fingen an und man war neu in der großen Stadt. Neue Kontakte wurden geknüpft, ich trank nur Alkohol, weil es noch keine Quellen für Gras gab und man fand seine Clique. Erstaunlicherweise kam ich in eine WG mit Gleichaltrigen, die genauso experimentierfreudig wie ich waren und das selbe studierten. Alle in der WG hatten Bock auf Kiffen und es gab fast niemanden im Studium, der nein zu einer Lunte sagte. Dann übertrieb ich einige Male mit dem Alkohol und es wurde eine Quelle für Cannabis gefunden. Durch die negativen Erfahrungen mit Alkohol und Mischkonsum von beidem hörte ich dann vor mehr als einem halben Jahr mit Alkohol auf, da er für mich jegliche Reize verlor. Ich wurde aggressiv, reagierte viel zu schnell und zu stark auf den Alkohol, hatte nachts Krämpfe in den Beinen aufgrund der Dehydrierung und mir wiederstrebte es etwas zu trinken, was ein Nervengift ist und mir nicht schmeckt. Seitdem trinke ich keinen Alkohol mehr. Seitdem wurden mit der Zeit fast täglich 1-3 Joints in einer Runde von 4-6 Leuten geraucht und das bis heute. Mittlerweile schränken wir (ich und meine Freunde) den Konsum schon vermehrt ein. Wir bauen Ruhetage ein und versuchen ein angenehmes und nicht übertriebenes High zu finden. In der Universität und in meinem Privatleben spüre ich bis jetzt nur wenige Auswirkungen vom Cannabiskonsum. Ich komme meine Verpflichtungen nach und schaffe es ein normales Leben zu führen und seriös aufzutreten. Wenn ich nichts zu rauchen habe, vermisse ich es nur gelegentlich und nach längerer Zeit garnicht mehr.  Wenn ich heute Leuten erzähle, dass ich nicht trinke, gucken sie mich immer mit großen Augen an und meinen, dass sie ohne Alkohol nicht leben könnten. Es herrscht oft allgemeines Unverständnis für meine Abstinenz vom Alkohol.

Durch meine Zeit in der Großstadt bin ich gereift und habe mich auch meine Tendenz zum Philosophieren und Nachdenken noch weiter ausgebaut. Ich denke mehr über meine Handlungen, meine Umwelt und das Leben nach. Das heisst nicht, dass ich lethargisch im Sessel rumhänge und bekifft im Nebel über Unwichtiges schwafel. Ob das durch das Konsumieren von Gras induziert oder katalyisert wurde, kann ich in der Retrospektive nur schwer sagen.

Wirklich negative Erfahrungen habe ich mit Cannabis noch nicht gemacht. Jedoch merke ich, dass ich mich zum Teil anders erinnere und nach starkem Konsum anders wahrnehme. Ich sehe Cannabis als Konsummittel an, was nicht obligatorisch ist. Jedoch kann es manche Situationen für mich persönlich bereichern (aber auch verschlechtern). Ich habe nicht vor Cannabis bis zu meinem Tod in so einer hohen Rate zu konsumieren, allerdings halte ich auch nichts davon, zu sagen: "Ich höre jetzt für immer damit auf". Ich werde gucken, was die Zeit bringt und wie ich mich weiter entwickle.

Gruß ;)

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