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Illegal ist manchmal sicherer..

Hallo Community! 

Mit diesem Text möchte ich MDMA ein bischen entkriminalisieren, anhand meiner eigenen Erfahrungen damit. Die meisten werden sich jetzt denken "was?" oder "naives Mädchen", aber ich denke ich habe inzwischen genug Ahnung und Erfahrung um darüber urteilen zu können.

Die Sommerferien sind fast vorbei und ich habe in diesen 6 Wochen so viele Drogen genommen wie vorher noch nie auf einmal. Ok, kiffen ist bei mir eh Standard, mehrmals täglich hänge ich am Joint oder über der Bong, aber was bei mir in diesen Ferien besonders war, war die Erfahrung mit MDMA im Gegensatz zu Alkohol. Ich hab bereits vor diesen Ferien schon zweimal Ecstasy geschmissen und habe inzwischen eine ansehnliche Drogenerfahrung: täglicher Cannabiskonsum, Speed war mal dabei (lass aber die Finger davon), Alkohol natürlich auch (bin inzwischen aber Antialkoholiker) und inzwischen so um die 7 mal Ecstasy.

Außerdem hatte ich in diesen Ferien mehrere Erlebnisse, die ich gerne mit anderen teilen möchte, weil sie mein Denken und meine Sichtweise sehr beeinflusst haben:

In den 4 Wochen in denen ich in den Sommerferien zuhause war, habe ich fünfmal Ecstasy geschmissen. Zwei dieser Trips waren auf "Partys", einmal habe ich mit Freunden an einem See die Nacht durchgemacht und einmal war ich mit einer Freundin auf einer Hausparty. Ansonsten habe ich noch nie im Club oder zum feiern geschmissen, immer nur zum chillen mit Freunden was auch wohl die bessere Wahl für Ecstasy ist. Lange Rede kurzer Sinn: Wir wollten die Nacht am See durchmachen. Anwesende: Ein paar Leute, darunter viele die ich nicht kannte, eine Freundin von mir, die ebenfalls geschmissen hatte und deren Bekannte die sich ziemlich gut mit Vodka bediente. Meine Freundin und ich kamen ziemlich drauf am See an und kannten da kaum jemanden, was jedoch überhaupt kein Problem war weil wir uns sofort mit jedem verstanden und extrem kommunikativ waren, Ecstasy halt. Die anderen waren am kiffen oder am Bier trinken, wir kifften mit und chillten mit allen gemütlich auf Decken am Ufer, es war eine extrem gute Stimmung, es ging uns blendend, keinerlei Anzeichen von Überdosierung, Dehydrieren oder sonst was. Das Mädchen was schon auf der Hinfahrt ständig Vodka getrunken hatte, war dagegen richtig dicht. Sie benahm sich total peinlich, warf die ganze Zeit mit Sand und rief irgendwelche peinlichen Sachen und später wurde ihr dann auch noch übel. Sie ist die ganze Zeit weggelaufen sodass immer jemand aufpassen musste, es hat schon sehr genervt vorallem weil sie die einzige war die betrunken war. Und da ist mir dann zum ersten Mal aufgefallen (vorallem nachdem der nächste Morgen für sie dann ziemlich peinlich und verkatert war), dass die illegalen Drogen manchmal echt die klügere Wahl sind, wenn es darum geht  einen gemütlichen Abend zu verbringen, denn wir, die entweder auf Teilen oder am kiffen oder beides waren, ging es hervorragend. Wir chillten gemütlich am See und bekamen noch alles mit, kamen klar, haben nichts verbrochen, während der Alkohol, die legale Variante, peinlich wurde, nervte und vorallem mir als überzeugter Antialkoholiker ein Dorn im Auge war. 

Meine These bestätigte sich ein paar Tage später als ich wieder mit derselben Freundin, mit der ich schon am See geschmissen hatte, auf einer Hausparty eingeladen war. Für uns stand von vorherein fest dass wir da auf keinen Fall saufen werden und somit beschlossen wir, da auf Ecstasy hin zu gehen. Zunächst hatte ich noch Zweifel ob das so eine tolle Idee sein sollte, ich hatte noch nie zuvor auf Ecstasy gefeiert. Naja wir schmissen und fuhren später dann zur Hausparty, kamen dort allerdings ziemlich spät an, so gegen halb 11 ca. Alles war super, es ging uns blendend und wir waren grade angekommen und wollten uns (unalkoholische) Getränke nehmen, als zwei Mädchen mit einer Schnapsleiche hereinkamen. Das Mädel war vielleicht grade erst 15 und so hacke dass sie garnichts mehr mitbekam. Ihre Freundinnen, die sie hereingebracht hatten waren selber schon angetrunken und natürlich in Panik. Da ich selber mal auf Alkohol total abgestürzt bin und seitdem das Zeug verteufele hat mich die Situation auf der einen Seite nicht schockiert, auf der anderen aber schon weil mir in dem Moment klar wurde, dass ich wohl genauso erbärmlich ausgesehen haben muss als ich komplett abgestürzt bin. Mir wurde klar, dass es keinen ärmeren Zustand ohne jegliche Würde oder Ehre gibt, als vollkommen betrunken. Ich war so froh MDMA statt Alkohol intus zu haben, denn in dem Moment konnte ich perfekt koordinieren und reagieren. Innerhalb von ein paar Minuten hatte ich erste Hilfe geleistet, das Mädchen zum kotzen gebracht um den restlichen Alkohol aus dem Magen zu bekommen und sie auf einem provisorischen Lager zum schlafen gelegt. Ich hatte sowas noch nie zuvor gemacht, war aber nachher selber überrascht wie flott und professionell ich das Ganze hinbekommen hatte. Der restliche Abend stand natürlich im Schatten dieses Zwischenfalls der mich und meine Freundin ziemlich schockiert hatte, aber uns ging es trotzdem immer noch hervorragend. Und erneut wurde ich in meiner These bestätigt: Illegal ist manchmal sicherer. Wir waren genauso gut drauf wie die anderen, der Unterschied war: wir konnten noch klar und normal denken. Ich finde insbesondere Mädchen auf Alkohol mehr als anstrengend, ich hasse es wenn das Verhalten von Leuten einfach nur peinlich und nervig wird, und genau das erzielt Alkohol irgendwie jedes Mal, besonders bei Mädchen. 

Diese beiden Erlebnisse haben mich nun endgültig zum Antialkoholiker gemacht. Eine Nahtoderfahrung von Alkohol und das, was ich eben beschrieben habe, haben mir gereicht. Ich möchte hiermit weder zum Drogenkonsum verleiten, noch Ecstasy verherrlichen oder extrem verharmlosen, ich möchte einfach nur ein bischen zum Denken anregen. Ich nehme Ecstasy ohne davon süchtig zu sein und wenn man sich mit der Droge auskennt und auf safer use achtet ist Ecstasy meiner Meinung nach ziemlich harmlos. Natürlich ist es eine chemische Droge, wann weiß nie genau was drin ist und sollte natürlich immer aufpassen, aber ich finde MDMA und THC vorallem im Gegensatz zu Alkohol harmlos. 

Denn mal im Ernst, wer zieht peinliche Abstürze mit Blackout und Kater am nächsten Morgen einem chilligen Abend mit Freunden und gemütlichen Quatschrunden vor? MDMA schenkt mir Laberflashs, sentimentale Erkenntnisse und eine ungewöhnliche Verbindung zu den Leuten mit denen man die Droge nimmt, Alkohol hat mir bisher einen Krankenhausaufenthalt, mehrere total peinliche Situationen, Übelkeit und jede Menge Ärger gemacht. 

Ich wünschte, die Menschheit würde endlich mal erkennen dass ihr ach so toller, gesellschaftlich akzeptierter und sogar umworbener Alkohol doch nicht so ungefährlich ist. Was bringen einem Drogenpräventationen über die Gefahren von illegalen Drogen, wenn die Hauptdroge, die mit Abstand die meisten Menschenleben fordert, bereits mit 16 legal zu kaufen ist? Wieso werden harmlose Kiffer sofort angezeigt und als kriminell dargestellt wenn sie sich einen Joint gönnen, aber Besoffene dürfen agressiv und pöbelnd auf der Straße rumrennen? Und wieso beginnt die Gesellschaft nicht mal damit, alte Vorurteile zu überwinden und die Sache mal von einem objektiveren Winkel aus zu betrachten? Es ist für mich schon unbegreiflich wie man es gesetzlich erlauben kann, unter, wenn auch geringen, Alkoholeinfluss Auto fahren zu dürfen, unter THC am Steuer ist aber sofort der Führerschein weg, selbst wenn der Joint schon Stunden her war. 

Das ist meine Meinung und ich hoffe ich konnte zum Nachdenken anregen. Auch wenn sich jetzt hier die Geister scheiden werden, eins ist sicher: Die Drogenpolitik in Deutschland sollte nochmal gründlich überarbeitet werden.

-aura 

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