Neuen Kommentar schreiben

Meine Drogen und ich-

Erstmal ein Hallo an alle Leser! Im Folgenden möchte ich meine Erfahrungen mit allen mir bekannten Drogen mitteilen, denn mittlerweile ist die Liste ein wenig länger geworden.

Zum erstmal Mal habe ich mit 13 Jahren Alkohol getrunken. In diesem und im darauf folgenden Jahr blieb der Alkoholkonsum eine absolute Seltenheit, was vor allem daran lag, dass die ersten drei Abende katastrophal verliefen ( ein Freund mit Alkoholvergiftung, mehrere andere, darunter natürlich auch ich, sind knapp daran vorbei geschlittert). Mit 15 fing es aber  richtig an, mit mindestens 3 Sufftagen in der Woche. Teilweise sind wirklich erschreckende Mengen in kurzer Zeit vernichtet worden, so auch an einem Montag Abend, an dem wir 17 Liter Wein innerhalb von 4 Stunden zu fünft getrunken haben, dazwischen waren auch noch ein oder zwei Wurzelpeter dabei, was zu der Zeit aber kaum noch erwähnenswert war. Alles in Allem habe ich diese Zeit sehr genossen, ich habe viel gefeiert und gemeinsam verkatert in der Schule zu sitzen hat auch irgendwie Spaß gemacht. Mit 18 regulierte sich der Konsum aber automatisch, da ich wegen der verantwortungsvollen Arbeit als Sanitäter im Rahmen des Zivildienstes während der Woche nicht mehr trinken konnte. Da ich aber mit 14 angefangen hatte zu kiffen, blieb der Drogenkonsum aber nicht aus, denn ein Kiffkater ist, falls überhaupt vorhanden, wesentlich leichter zu ertragen, als der, den der Alkohol mit sich zieht. Das Kiffen hielt sich bis zu dieser Zeit aber in Grenzen, da a) die Kohle nicht reichte für mehr und b) hatte ich keine stabilen Quellen. Mit dem Zivildienst änderte sich meine finanzielle Lage drastisch, sodass ich mir jeden Tag einen 10er ( das sind bei uns um die 1g) leisten konnte, ohne die Lebenserhaltungskosten reduzieren zu müssen. In Folge dessen kiffte ich täglich, bis vor einem Jahr ( ich bin nun 24). Vorweg muss ich nun sagen, dass ich wohl sehr gut damit klar komme stoned zu sein, ich kann high arbeiten, zur Uni gehen und ein besserer Autofahrer bin ich auch noch, denn ich halte mich dann an Geschwindigkeitsbegrenzungen und achte noch intensiver auf den Verkehr, was natürlich aus der Angst resultiert, mit THC am Steuer erwischt zu werden. Und das sind keine Fehleinschätzungen. Ich fahre seit ich 17 bin regelmäßig Auto, seit Vollendung des 18. Lebensjahre ca. 15.000km/Jahr. Dennoch sind auch mir die negativen Folgen aufgefallen, die sich vor allem schleichend manifestieren: Antriebslosigkeit, bzw. Lustlosigkeit ist wohl das größte Problem gewesen. Dies war vor allem im letzten Jahr auffällig, in dem mein Konsum sich wieder auf ca. 2g/Woche reduziert hat, denn ich bin wieder wesentlich aktiver und aktionsfreudiger. Dennoch darf ich das nicht allein auf die verringerte Menge an zugeführtem Gras zurückführen, denn vor ca. 365 Tagen fanden neue Drogen Einzug in mein Leben, doch dazu gleich mehr. Was mich aber weitaus schlimmer traf als die Lustlosigkeit waren die freien Tage, an denen ich morgens einen ( oder mehrere) gerauchte habe, denn da ich manchmal extrem müde werde beim runterkommen, schlief ich mittags einfach ein. So geschah es, dass ich den ganzen Tag verpennt hatte, obwohl ich die Nacht zuvor ausgiebigen Schlaf genießen durfte. Abends konnte man sich zwar wieder aus dem Bett hiefen, doch ich war den ganzen Abend verklatscht, müde und lustlos.

Letztes Jahr habe ich dann MDMA, Pilze, LSD (seltener, da anstrengender als Pilze) und Amphe für mich entdeckt. Da ich direkt am ersten Abend auf MDMA merkte, wie überaus schlecht sich Alkohol damit verträgt ( zusätzliche Dehydration, aber vor allem merkt man nicht, dass man als besoffener wird, bis das MDMA nachlässt und man völlig aus dem Leben geschossen wird), habe ich bei den darauf folgenden Partys komplett auf Alkohol verzichtet.  Auch Pep in Verbindung mit Teilen macht meiner Meinung nach keinen Sinn, denn man  ist sowieso aufgedreht und ausgetrocknet. Einzig wenn das MDMA nachlässt und die Party nicht mehr länger als 2h andauert gönne ich mir manchmal eine Nase, um auch den Rest gut durch zu bekommen. Auch die Nachwirkungen sind wesentlich besser zu verkraften, als die von Alkohol. Den depressiven Verstimmungen, die sich bei mir wirklich in Grenzen halten, kann man mit positiven Aktivitäten entgegen wirken ( z.B.: gute Musik hören, gute Filme schauen, raus gehen(!), Sport (!), Sauna ist super geil, aber Achtung: Ich bin regelmäßig in der Sauna und an Hitze und Kälte gewöhnt. Wer das nicht ist, kann durchaus Probleme mit dem Kreislauf bekommen). Zudem ist mir verstärkt aufgefallen, wie dreckig der Alkoholrausch eigentlich ist. Man kann sich nicht mehr ordentlich artikulieren, man bekommt einfach viel weniger um sich herum mit als auf den anderen Drogen. Aggressivität ist im Suff kein Fremdwort. Auf Chemiepartys hingegen habe ich noch nie auch nur den Ansatz eines Konflikts miterlebt. Das Ende vom Lied: Bis auf das Glas Whiskey, welches ich ein bis zweimal wöchentlich genieße ( ich bin ein großer Whiskey-Liebhaber ), oder ein kaltes Bier an einem verschissen heißen Tag habe ich dem Alkohol komplett den Rücken gekehrt. Der Konsum von Pep gehört bei mir auch eher zu den selteneren Ereignissen. Überwiegend beschränkt sich dieser auf die Wochenenden, an denen ich keine Lust verspühre Partys mit meiner Anwesenheit zu beehren. Dies sieht dann meist so aus, dass mit Freunden ein ruhiger Abend gestaltet wird, also viel viel viel und lange lange lange reden, bis in den Morgen, dazu vielleicht auch ein paar Joints um die Sache etwas abzurunden. Da mir Amphe aber auf Dauer zu anstrengend wird ( das habe ich kurz nach Konsumanfang festgestellt, als ich zweimal 4 Tage durchgefeiert habe) und MDMA bereits beim zweiten Konsum innerhalb einer Woche nicht mehr den absolut genialen Love-and-Peace-Turn beschert, sind das für mich Drogen, deren Konsum sich von alleine reguliert. Klar könnte ich anstatt zwei Teile in der Nacht auch 8 schmeißen, aber das ist a) viel zu teuer und b) sollte man gerade syntetisierte Drogen mit Vorsicht genießen.

Aber nun zu meinen absoluten Favoriten, den Psychedelika: Es ist allein schon toll, dass kein Trip ist wie der andere. Während einem alle anderen Drogen einen bestimmten Rausch aufdrängen, so darf man bei Pilzen und LSD immer gespannt sein, was kommen wird. Bad Trips hatte ich (leider) noch nie. Gerade Pilze kann man auch mal Werktag abends verspeißen, da die Wirkung nach ca. 4h größtenteils verschwunden ist. Ein LSD-Trip ist an sich schon anstrengender, dass das Zeug dich gleich 8-12 Stunden verzaubert ist ein zweischneidiges Schwert. Gerade an schönen, freien Tagen ist eine Pappe etwas tolles, da sie dir, im Gegensatz zu Pilzen, den GANZEN Tag versüßen kann. Schlägt der Trip aber eine unangenehme Richtung ein, darf man gleich doppelt bis dreifach solange auf Besserungen warten, als bei Pilzen. Da sich aber die eigene Toleranz gegenüber dieser Drogen nach einmaligem Konsum bereits signifikant erhöht und man ca. eine Woche warten muss, bis man wieder mit der gleichen Menge die selbe Wirkung erzielt, so sind auch das selbst regulierende Drogen, gerade weil sich auch noch eine Kreuztoleranz zwischen beiden Wirkstoffen aufbaut. Man kann also nicht eben mal zwischen Psilocybin und LSD alternieren. 

Mescalin steht als nächstes auf dem Plan, Kokain werde ich womöglich einmalig testen, danach ist für mich aber definitiv die Grenze erreicht. ( H und Crystal muss halt wirklich nicht sein, bei Krokodil kann man auch gleich Rattengift aus der 1.5l PET-Flasche trinken)

Fazit: Drogen sind in vernünftigen Mengen eine reizvolle, interessante und amüsante Sache, doch darf man die Nebenwirkungen nicht unterschätzen, gerade weil sich diese oft erst mit zunehmender Zeit langsam immer weiter ausprägen. Man ist, auch nach einmaligem Konsum, auf jeden Fall leichter reizbar und weniger belastbar. Es schlägt einem irgendwann auf das Gemüt, nicht high sein zu können, sondern seinem Alltag (sprich Arbeit, Uni etc.) folgen zu müssen. Generell fängt man schnell an Arbeit jeglicher Art ausschließlich als störend zu empfinden, selbst nach erfolgreicher Bewältigung von Problemen hatte ich mich oft derart während der Arbeit an der Arbeit gestört, dass ich nicht mal Freude bei Erfolg verspührte. 

Mein (momentaner) durchschnittlicher Konsum: 2g Gras/Woche ; ca. 2 Teile/Woche [ bzw. Kristalle. Würde  im Schnitt auf 150mg MDMA/Teil schätzen] ; max. 1g Pep/Woche (min. 40% rein); 2 Trips (LSD oder Pilze) in einem Monat ( wobei ich die Dosierung der Pilze stark varriere, je nach Lust und Laune zwischen 1-4g getrocknete Pilze pro Reise )

Wieso ich diesen Bericht verfasst habe? Einerseits bin ich natürlich auf die Reaktionen gespannt, andererseits ist mir im Web aufgefallen, dass sich Drogenberichte oft auf eine Droge beschränken, wenn nicht sogar nur auf einen Trip. Ich will unerfahrenen Konsumenten ein Bild vermitteln, in dem mehrere Drogen durchaus im Leben integriert sein können, ohne große Probleme mit dem sozialen Umfeld und/oder sich selbst zu erzeugen. Klar würde jeder Arzt sagen, ich sei absolut drogensüchtig, doch das stimmt einfach nicht. Ich habe teilweise unbewusst mehr als einen Monat Pause von allen genannten Drogen gehabt, einfach weil ich gerade nicht in Stimmung war, oder weil ich nicht fanatisch durch die Straßen renne, auf der Suche nach Stoff, nur weil meine Quellen gerade mal trocken sind. Dennoch muss an dieser Stelle gesagt werden, dass ich eine immens stark Psyche und eine gefästigte Persönlichkeit besitze und absolute Offenheit für neue (gute wie schlechte) Erfahrungen Teil meiner Person sind. Dies war nicht immer der Fall. Ich hatte (vor der Chemie !)  große Probleme mit einer stark depressiven Grundhaltung, ob es eine ausgewachsene Depression war möchte ich nicht behaupten, da ich nie psychische Behandlung beansprucht habe und es dementsprechend niemals diagnostiziert werden konnte. Ich habe mich selbst aus diesem Loch gezogen, durch intensive Auseinandersetzung mit mir und meinen Problemen. Auch heute gibt es, sehr sehr selten (!), noch Rückfälle und ich muss mich jeden Tag auf eine positive Grundhaltung konzentrieren, doch ich glaube, dass sich genau deswegen meine Verfassung derart gefestigt hat. Und vor allem falls das Eltern lesen: Alkohol ist mindestens genauso schlimm wie all das, was ich noch zusätzlich genannt habe und ist nicht zu tolerieren, nur weil es legal ist. Die restlichen Drogen sollten nicht derart verteufelt werden, als das man beispielsweise das Märchen erzählt, Ecstasy würde Löcher in dein Hirn brennen ( ja solch ein Schwachsinn ist mir unter anderem zu Ohren bekommen), aber sie dürfen auch niemals unterschätzt werden. Ein gesunder Respekt und eine vernünftige Handhabung sind das A und O. Abgesehen davon war die Menschheit schon immer von Drogen fasziniert und nur weil man nun einige negative Folgen kennt, wird alles in der Öffentlichkeit abgelehnt. Man lebt nur einmal und die Erfahrungen und Gefühle bei den Trips möchte ich auf keinen Fall missen, auch um bei meinen zukünftigen Kindern ein fundiertes Wissen über Drogen in die Erziehung mit einfließen lassen zu können, denn nichts ist schlimmer, als Eltern, die keine Ahnung haben und ihren Kindern absoluten Mist erzählen, und hier spreche ich nicht nur von Drogen. Das soll nicht heißen, dass ich Drogenkonsum in absoluter Vollkommenheit gutheiße. Ich will nur vermitteln, dass es zum Leben gehört, ob man selbst konsumiert, oder ob um einen herum konsumiert wird. Man muss abschätzen können, was auf der Welt und vor allem in seinem persönlichen Umfeld passiert ( und auch das ist nicht nur auf Drogen zu beziehen!). Und noch einmal zum Schluss: Drogen machen, in vernünftigen Mengen, mit genügend langen Pausen Spaß, aber dürfen niemals dein Leben bestimmen!

 

MfG

Link Squall Cloud Leonhart

Substanzen: 

Plain text

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd> <p>
CAPTCHA
Diese Frage dient dazu festzustellen, ob Sie ein Mensch sind und um automatisierte SPAM-Beiträge zu verhindern.