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Teufelszeug - Räuchermischungen

Ich lebe seit einem Jahr mit meinem Freund zusammen.

Irgendwann habe ich herausgefunden, dass er Räuchermischungen raucht. Ich wußte zu dem Zeitpunkt fast gar nichts über dieses Produkt. Dachte mir, o.k. Solange er es nur abends macht... dadurch besser schlafen kann (er leidet unter massiver Schlafstörung) Und es so ähnlich wie kiffen ist, kann es ja nicht so schlimm sein. Was mich nur ein bisschen stutzig machte ist, dass er so gar nicht mit mir darüber reden wollte. Er wollte mich absolut von diesem Produkt fern halten.  Trotz mehrmaligen Versuches, blockte er immer wieder ab. Vielleicht aus Scharm. Oder, dass ich seine Sucht entdecken könnte... er dadurch nicht mehr wie gewohnt rauchen kann, aus Angst, ich könnte ihm das verbieten.

Ein Jahr später. Er gibt immer noch nicht zu, dass er es regelmäßig raucht. Mittlerweile ist mir auch klar, warum er diese Schlafstörung hat. Dachte, dass er durch die Räuchermischung besser schlafen kann. Hätte nicht gedacht, dass die Schlafstörung durch die Räuchermischung entstanden ist. Auch das tägliche Schwitzen, Durchfall, Erbrechen. Keinen Hunger. (Er hat innerhalb von 2 Jahren, 25 Kilo abgenommen) kommt alles durch die Räuchermischungen. Er schiebt es immer auf eine andere Krankheit...

Mittlwerweile kann ich wenigstens etwas mit ihm darüber reden. Aber er bestreitet immer noch, dass er es regelmäßig nimmt, geschweige denn, süchtig davon ist. Er raucht immer noch nicht vor mir.

Irgendwann habe ich zu ihm gesagt, dass ich einmal wissen möchte, wie die Wirkung davon ist. Ich nehme sonst keine Drogen (außer Tabak und wenn überhaupt, 2x im Jahr kiffen) Vielleicht habe ich das auch gesagt und getan, um sein Vertrauen zu gewinnen.

Samstag spät nachmittags hat er dann einen gedreht. Mit Maya Deluxe. Mi nur gaaanz wenig drin. Ich habe 2x gezogen... Und dann fing der Höllentrip an. Mir wurde komisch. Ganz anders, als beim Kiffen. Er war plötzlich ganz weit entfernt. Der Raum verzog sich. Ich konnte nur noch sagen, bring mich sofort ins Schlafzimmer. Bin aufgestanden und machte die Türe hinter mir zu. Und dann hat es richtig geknallt. Ich war im Glauben, dass mein Freund plötzlich weg sei. Habe geschrien. Er kam aus dem Zimmer raus gestürmt und brachte mich ins Schlafzimmer. Alles war so unwirklich. Mein Herz raste. Mein ganzer Körper fing plötzlich an zu zucken, krampfen. Ich flehte ihn an, ruf den Krankenwagen. Immer wieder nur diesen Satz. Ich fuchtelte mit den Armen wild um mich. Er versuchte mich zu beruhigen. Aber die Worte kamen nur ganz dumpf bei mir an.  Ich vernahm nur seine Worte, wenn es in 20 Minuten nicht besser wird, rufen wir den Krankenwagen. Ich lehnte mich aufs Bett und dachte, o.k. versuch dich zu beruhigen. 20 Minuten... Das schaffe ich. Aber mir wurde spei übel. Mein Puls raste. Ich versuchte mich auf das Atmen zu konzentrieren. Es fiel mir schwer zu atmen. Dachte meine Atmung setzt gleich aus, oder ich bekomme einen Herzinfarkt. Ich hatte  immer wieder für Bruchteile - klare Momente. Ich dachte nur, o.k. Jetzt habe ich bestimmt eine Psychose. Ich werde nie wieder normal. Die Zeit verging, so dachte ich.. Jetzt müssen 20 Minuten vorbei sein. Ich schaute auf die Uhr... Und es war noch nicht mal eine Minute vergangen! Die Zeit zieht sich unglaublich in die Länge. Mittlerweile konnte ich auch nicht mehr reden. Meine Zunge war wie gelähmt. Und dann war es so, als ob ich mich dem ergeben würde. Ich dachte nur, o.k. Ich bleibe jetzt wach, bis der Trip vorbei ist. 4 Stunden saß ich auf dem Bett, bis es endlich besser wurde. Aber selbst am nächsten Tag, konnte ich keinen klaren Gedanken fassen. Und die Angst, dass es jetzt immer so bleiben würde. Erst 3 Tage später fühlte ich mich wieder ganz normal. Das ist jetzt 3 Wochen her. Ab und zu habe ich immer noch Zuckungen! Nie wieder!

Jetzt bleibt noch die Sucht meines Freundes. Das Problem ist. Ich weiß absolut nicht, wie ich an ihn heran kommen soll. Sobald ich ihn darauf anspreche, macht er zu. Und ich bin froh, dass er sich jetzt gerade mir gegenüber ein bisschen geöffnet hat. Ich kann ihm nicht helfen, solange er sich nicht helfen lassen will. Ich kann nur an seiner Seite stehen und ihm zeigen, dass ich für ihn da bin. Aber mir fällt es verdammt schwer zu sehen, was das Zeug mit seinem Körper anrichtet. Nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Noch mal aufgezählt: Seit einem Jahr kann er, wenn überhaupt, nur 1-2 Std. am Stück schlafen, schlimme Übelkeit und Durchfall, Gewichtsabnahme, gereizt und launisch (wenn er nichts geraucht hat) Lichtempfindlichkeit, Vergesslichkeit. Die Räuchermischungen bestimmen unser Leben. Beispiel:  Letztes Wochenende waren wir in einer anderen Stadt (100Km entfernt) bummeln gewesen. Am Anfang war noch alles gut, dann wurde er nervös. Hat mich gehetzt... Da wußte ich, jetzt fängt es wieder an. Ich gehe täglich erst nachmittags duschen, damit er (wenn er von der Arbeit kommt) sich in Ruhe einen rauchen kann. Oder, wenn ich merke, jetzt fängt es wieder an... Suche ich mir eine Beschäftigung für 15 Minuten außerhalb des Hauses, damit er rauchen kann. Natürlich sage ich ihm das nicht...  Sonst fühlt er sich wieder in die Ecke gedrängt... Und macht wieder zu.

Ein Teufelszeug! Lasst bitte die Finger davon! Sonst bestimmt es irgendwann auch euer Leben...

 

 

 

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