Neuen Kommentar schreiben

Erstes Mal LSD (+Cannabis) - Lachflashs und Verwirrung

Moin Leute,

hier ist ein Tripbericht über mein allererstes Mal LSD bzw. meine allererste psychedelische Erfahrung überhaupt. Inzwischen habe ich mehr als 20 teilweise hochdosierte Reisen mit LSD / 1P-LSD hinter mir und kann die stark bewusstseinsverändernden Effekte (zB. Ego Death) relativ gut zurechtkommen und einen Nutzen daraus ziehen; mein erster Trip war aber eher von massiver Konfusion und einem ständigen what-the-fuck-Gefühl geprägt (wie du gleich lesen wirst).

Und noch etwas vorab : Falls ihr auch Lucy ausprobieren wollt, tastet euch langsam heran! Begeht nicht wie ich den Fehler, gleich mit einer starken Dosis einzusteigen - das Einzige, was ihr davon haben werdet, ist ganz viel Konfusion und eine möglicherweise viel zu intensive Erfahrung; ich kann von Glück reden, dass mich dieser Trip nicht traumatisiert hat.

 

Es begab sich also im Herbst 2015, dass meine Eltern für zwei Wochen nicht daheim waren, und das wollten wir ausnutzen. Ich wohne in einem recht großen, geräumigen Haus direkt am Wald, also gar nicht so schlecht als Setting geeignet für eine psychedelische Erfahrung. Vorher hatten wir, also meine Tripkollegen und ich, nur zusammen gekifft und einmal MDMA genommen (was uns wahrscheinlich zu diesem Trip ermutigt hatte).

Wir holten uns also sechs Blotter von unserem Dealer - 20€ pro Blotter war ein echt unverschämter Preis, aber das wussten wir damals nicht. Die Dosis der Blotter lag so ungefähr bei 100 µg. Auf Anraten des Dealers, der sagte, dass der richtige LSD-Spaß erst bei zwei Pappen anfinge, schmiss ich mir gleich zwei, während meine Mittripper etwas vorsichtiger waren und mit anderthalb oder so einstiegen (genau kann ich mich nicht mehr erinnern). Wir schmissen uns die Pappen relativ früh am Tag, wahrscheinlich so gegen 14:00.

Wichtig zu erwähnen ist noch, dass wir vor und während des Trips die ganze Zeit mit unserem Tripsitter kifften; aus meiner heutigen, erfahreneren Perspektive echt etwas richtig richtig Dummes, aber wir wussten buchstäblich nicht, was wir tun. Wahrscheinlich war das Cannabis auch für die immense Verwirrung im Verlaufe des Trips mitverantwortlich.

Gut, wir schmissen uns also das Acid, und danach gingen wir erstmal in den Garten, um einen zu rauchen. Eine konkrete Wirkung trat noch bei keinem ein, und wir waren echt nervös. Nach etwa zwanzig Minuten fiel mir auf, dass meine Sicht genauer und schärfer wirkte als sonst. So verbrachte ich einige Zeit damit, bestimmte Dinge in meinem Garten ausgiebig und genau zu betrachten.

Dann wollten wir wieder ins Haus zurückkehren. Ich stand vor der Haustür, als das LSD zum ersten Mal seine Wirkung zeigte; denn für den Bruchteil einer Sekunde sah ich das Türschloss aus einer komplett weirden Perspektive vor meinem inneren Auge, was mich sehr stark zum Lachen brachte; so stark, dass ich erstmal unfähig war, die Tür aufzuschließen, was dann der Tripsitter (ebenfalls ein guter Freund von mir) übernahm. An dieser Stelle begann mein Trip richtig. Plötzlich hatte ich diesen typisch psychedelischen Body Load, der mir damals irgendwie mega strange vorkam, bis ich’s nach einer Weile verdammt lustig fand. Ich begann zu wanken, da meine Muskeln sich stark lockerten und entspannten, bis ich mich völlig leergepumpt fühlte. Ich legte mich auf den Boden des Esszimmers und starrte an die weiße Decke, auf der sich bunte, kaleidoskopartige Muster bildeten. Ich, völlig geflasht, begab mich ins Wohnzimmer und legte mich aufs Sofa. Das Streifenmuster der Kissen war in ständiger Bewegung und Veränderung. Ich nahm einen Quarzstein, der aus dekorativen Zwecken im Zimmer herumlag, in die Hände; seine Oberfläche schien wie flüssig zu sein und in ständiger Bewegung. Alles, was ich sah, pulsierte, und ich saß mit offenem Mund dazwischen und raffte überhaupt nichts mehr - der Body Load und die Bewusstseinsveränderung waren inzwischen sehr intensiv und eher unangenehm. 

Während die Anderen Nudeln machten, versuchte ich, Musik abzuspielen; allerdings tanzten die Buchstaben der Liedtitel meiner Musikbibliothek hin und her, und ich konnte überhaupt nicht mehr richtig erfassen, was da stand. Inzwischen waren meine Tripkumpanen, die etwas später als ich eingestiegen sind, auch ziemlich gut bedient, was ich ziemlich lustig fand. Die fertigen Nudeln, es waren diese kurzen runden Zylindernudeln (keine Ahnung, wie die heißen), atmeten, sprich, die Öffnungen der Zylinder zogen sich auf und zu. Das ließ die Nudeln verdammt lebendig wirken; wir aßen sie aber trotzdem.

Nach einer Weile trippen entschlossen wir, in den Wald zu gehen, um dort einen zu rauchen. Der Wald war erfüllt von einer unglaublichen Lebendigkeit : Der Moosboden schaukelte in Wellen auf und ab, die Blätter der Bäume wirkten wie tausende blinzelnde Augen, die Rinde der Bäume war flüssig und floss die Bäume herunter und gleichzeitig hinauf. Der Höhepunkt des Trips war zu diesem Zeitpunkt vermutlich erreicht und damit auch der Höhepunkt der Konfusion. Meine Freunde sahen aus wie Cartoonfiguren mit völlig übertriebenen Proportionen, sodass ich sie einfach überhaupt nicht ernstnehmen konnte. Eigentlich lachten wir durchgehend über irgendetwas, waren aber viel zu verwirrt, um festzustellen, warum wir eigentlich lachten. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich auch kaum noch einen klaren Gedanken fassen und mich nicht mal mehr an einfachste Sachen erinnern - so fragte ich meine Mittripper andauernd, wie denn die Droge hieße, auf der wir waren (naja, immerhin wusste ich noch, dass wir auf einer Droge waren), obwohl ich mich vorher recht ausführlich über LSD informiert hatte. Auch fühlte ich mich wie in einer anderen Dimension, oder wie ein Astronaut auf einem anderen Planeten. 

Nach einer ganzen Weile, als die Optics etwas nachließen und es dunkel wurde, kamen wir auf die zweifelhafte Idee, ein etwas weiter entfernte Kaufhalle aufzusuchen - wir wollten eigentlich nur dahin, um uns exotische Früchte anzuschauen, was uns in diesem Zustand sehr verlockend vorkam. Auf dem Weg dahin machten wir immer mal Pausen, in denen ich versuchte, mir eine Zigarette zu drehen, doch das gelang mir einfach nicht. Mein Gehirn war offenbar nicht mehr in der Lage, Filter, Blättchen und Tabak mit einer fertig gedrehten Zigarette zu assoziieren; ich konnte einfach nicht verstehen, wie das Eine aus dem Anderen entstehen sollte; schließlich hab ich es gelassen.

Als wir im Kaufland waren, bewegten sich nur noch die Sachen, auf die ich meinen Blick länger ließ - ganz praktisch, denn das Kaufland war gut besucht. Nachdem wir uns also exotische Früchte, die gar nicht mal so beeindruckend waren wie gedacht, angeschaut und einige belanglose Sachen gekauft hatten, gingen wir wieder zurück nach Hause, wo wir noch einen rauchten und, inzwischen wieder einigermaßen in der Lage, zusammenhängende Sätze zu bilden, uns über das Erlebte unterhielten. Schließlich, nach einer ganzen Weile, legten wir uns schlafen. Ich schlief so gegen 3:00 ein und hatte einen angenehmen Schlaf; etwas, was bei Acid nicht unbedingt die Regel ist. Am nächsten Tag war ich sehr geschafft und auch etwas neben mir und dachte viel über den Trip nach. 

Summa summarum war es weder der angenehmste noch der stärkste Trip, den ich bis jetzt hatte. Auch hatte ich keine existentiellen Realisationen oder "Erleuchtungen" in der Art, wie sie mir später bei fast jedem Trip kommen sollten. Vielleicht muss sich das Gehirn erst an die psychedelischen Wirkungen gewöhnen, damit man diesen Zustand so richtig genießen und nutzen kann.

Peace Out!

Substanzen: 

Plain text

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd> <p>
CAPTCHA
Diese Frage dient dazu festzustellen, ob Sie ein Mensch sind und um automatisierte SPAM-Beiträge zu verhindern.