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Das erste Mal Ecstasy

Lange haben wir das geplant. Knapp drei Monate stand das Datum fest und man erwartete ihn, aus Neugier und aus Lust darauf. Es war der Geburtstag meiner besten Freundin, die dies schon einmal ausprobieren wollte. Gemeinsam mit zwei weiteren, und auch unseren engsten, Freunden stand der Plan also, zu testen. 

Die Wochen zogen so ins Land und der lang ersehnte Tag rückte näher, bis er schließlich stand fand. Tatsächlich war ich nicht so aufgeregt, wie ich es dachte, aber das lag daran, dass ich mir nichts wünschen oder vorstellen wollte, damit ich es einfach genießen kann. Hat gut geklappt im Nachhinein. Es gibt sowohl Positives, als auch Negatives zu berichten. Aber das Bedürfnis aufzuschreiben, wie es sich anfühlte, hatte ich schon, während ich voll drauf war. 

Nun, da der Plan stand und alles bereit war, trafen wir uns also - vier Leute, vollgepackt, um im Garten einer der Anwesenden zu schlafen. Wir wollten nicht nur allein sein, sondern auch keine Störungen. Der Ort war demnach schnell gefunden. Musik war dabei, Gras, sowie etwas Koks auch, sollte eine Flaute kommen. Ich hoffe mein Körper hast mich nicht, für diese Nacht. Da ich schon länger Gras rauche, war das für mich kein Problem. Von dem Koks, nahm ich nur eine Line, weil für mich einfach die Mischung nicht ganz geheuer war und ich nicht mehr wollte. Zumal es auch nicht gepasst hätte, wie ich fand. 

Nachdem schon vorher etwas Stress war, waren wir umso glücklicher endlich im Garten anzukommen. Gut gegessen wurde vorher und obwohl es eine Party-Droge ist, hat die Tatsache, das wir keine Party feierten, gar nicht mal so schlimm. Auf dem Weg von der Haltestelle zum Garten, haben wir dann die erste Hälfte genommen, um Klein anzufangen und ein wenig Zeit bis zur Wirkung zu überbrücken. Laut einer Person, begann die Wirkung bereits sehr früh, fast nur 10 Minuten nach Einnahme. Auch die anderen Beiden folgten relativ schnell. Ich blieb da leider etwas außen vor, schob es aber auf mein Körpergewicht, da ich etwas dicker bin als die anderen es waren. Also dachte ich mir nichts dabei. Im Garten angekommen, hatten wir alles an Lichter, die wir am Vortag schon hinbrachten, angeschlossen, alles an Getränken hingestellt, Bisschen Toast gab es auch, sollte man mit dem Kauen anfangen. Man kann durchaus sagen, dass wir gut vorbereitet waren. Alles aufgebaut, war der Plan als nächstes Einen zu bauen, was dann getan wurde. Für die Drei hatte die Wirkung schon angefangen, aber noch nicht eingeschlagen. Vielleicht hab ich auch zu sehr darauf gewartet, aber ich spürte noch nicht wirklich etwas, was mich nicht störte. Ich wusste, das es kommen würde und hab dem Zeit gegeben. Wir rauchten einen Joint, während die nächsten Hälfte verteilt wurde. Auch die wurde geschluckt und dann zu Ende geraucht. Wir haben die Musik angemacht, ne Plasmakugel hingestellt und geredet. Ich weiß gar nicht wie lange es war, aber nach einer gewissen Zeit traf es mich dann wie ein Schlag. Woran ich es merkte? Gute Frage. Irgendwie war etwas anders, als vorher, aber ich konnte und kann noch immer nicht bestimmen, was es war. Vielleicht war es der etwas andere Blick, den ich hatte, vielleicht auch was ganz anderes. Es begann damit, dass ich die Musik die lief, sogar anfing zu mögen. Normal wäre das in keinster Weise etwas, was ich mögen würde, denn es lief Elektrozeug und Rap. Dafür, das ich sonst nur Metal und Punk höre, hatte mich das schon stark gewundert, wie wundervoll ich die Beats fand und wie sie mich fesselten. Ganz zu schweigen von der Plasmakugel in der Hand, die zu dem Takt tanzte. 

Ich dachte tatsächlich, dass es das wäre, dass genau das, das ist, was es sein soll. Ich irrte mich gewaltig. Wir bauten noch einen, rauchten den Joint auf und schmissen die dritte Hälfte von 4 ganzen Tabletten für jeden, ein. Danach kam vermutlich das, was wirklich passieren sollte. Beschreiben würde ich es, als phasenweise Euphorie. Ich wurde unglaublich glücklich, von jetzt auf gleich. Erinnert ihr euch, an euren ersten Kuss und das Kribbeln im Bauch? Nun, so fühlte es sich durchgehend an. Ich war so glücklich, dass ich - obwohl ich saß - mich nur bewegt habe. Irgendwelche komischen Bewegungen mit den Armen, die ich an die Wand lehnte, die Wand streichelte und meinen Mitmenschen erzählte, wie sehr ich sie liebe. Das war vollkommen neu für mich. Das war meine erste Berührung mit Chemie und überhaupt mit einer anderen Droge, als Gras. Aber es war überwältigend und ich hab das echt genossen. Ich hörte alles, obwohl ich dachte, ich sei komplett abwesend. Meine Gedanken kreisten nur um mich und was ich gerade empfinde. Phasenweise jedoch, weil dieses Hochgefühl nachließ, ebenso schnell, wie es kam, war es dann auch wieder weg. Augenblicklich vermisste ich dieses Gefühl, wollte es wieder haben und war fast niedergeschlagen, weil ich dachte, dass es das nun war. Und obwohl es laut Uhr, zwei Stunden vergangen waren, fühlte es sich für mich nur wie wenige Minuten an. 

Doch Gott sei Dank, war es das noch nicht. Es war eher, als wäre ich gerade in einer Achterbahn und würde nun Anlauf nehmen, denn bald folgte die nächste Phase, die mich ebenso aus den Latschen haute. Wieder war ich so unglaublich glücklich. Doch es fühlte sich anders an, als vorher, als das Glücklich sein davor. Es war nicht schlechter, sondern anders - irgendwie intensiver. Es war die Phase, wo ich tatsächlich dennoch negative Gedanken hatte, auch wenn ich sie in dem Zustand, gut wegsteckte. Doch weil ich nur an mich dachte, an das was ich fühlte und das, was man sagte, hatte mich das irgendwie verängstigt. Eine Freundin, die neben mir saß, stand auf und wollte draußen etwas im Garten laufen. Ich sorgte mich etwas, weil die Zeit, die bis eben so schnell verging, verdammt langsam wurde. Ihre wenigen Minuten draußen, wurden in meinem Kopf, für Stunden. Und obwohl ich nachsehen wollte, hatte mein Kopf mir eingeredet, dass alles gut sei, dass nur wichtig ist, was hier drin ist. So bin ich eigentlich nicht, aber in dem Moment war mir alles vollkommen egal, solange das Gefühl, das ich hatte anhielt. Ein tatsächlich grusliger Gedanke. Das war auch meine einzige negative Erfahrung an dem. Ich möchte nicht, das mir alles egal ist, doch das war es. War blöd, aber ich habs überlebt und nun, alle anderen auch und es passierte nichts. Es gab noch ein Gefühl, dass mich belastete. Denn so schön diese Glücksgefühle waren, dachte ich immer daran, warum die für mich so neu sind. Ich stellte mir immer wieder die Frage, warum ich sonst nicht so fühle und ob das normal ist. Ob ich überhaupt richtig fühlen kann, wenn ich das Zeug nicht konsumiert habe. Irgendwie machte mich das fast traurig, weil ich wirklich glaubte, dass ich normal nicht richtig fühle, so wie ich es sollte.

Dann ließ auch diese Phase nach. Für mich hieß das, ich zieh die erste und für mich letzte Line. Das ist nicht meins, auch wenn ich danach druchaus wach war. Doch ich glaube, das auch ohne diese Line, diese tiefe Phase, ohne negative Gedanken, so gelaufen wäre, wie sie es ist. Ich schloss immer mal wieder meine Augen, nicht weil ich müde war. Aber, wenn ich sie schloss, fühlte es sich an, als wäre ich komplett wo anders. Ähnlich einem Blick durch die Augen einer anderen Person, obwohl man alles wahrnahm, was gesagt wurde und passierte. ich war verdammt wach und hab die Augen zwischendurch kurz aufgemacht, weil mich das Gefühl vom Hin- und Herwechseln dieser Sichtweisen total fasziniert hatte. Verdammt, das war echt fantastisch. Dann folgte auch die nächste und auch letzte Euphoriephase und das noch ohne Tabletten. Wir vermuten, dass die letzteren nicht mehr der Burner waren und nur noch dazu dienten, um den Pegel genauso zu halten, wie er war. Aber das war okay, denn im Nachhinein würde ich ungern wissen, was in einer vierten Euphoriephase passiert wäre :D 

Die dritte Phase war die Heftigste und hat mich auf eine sehr seltsame Art verwundert. Denn obwohl ich Asexuell bin und Sex nicht genieße, ihn sogar eher abstoßend finde, fühlte ich in dieser Phase Lust - ziemlich große sogar. Es fühlte sich so an, als wäre ich mitten beim Verkehr, ohne es zu sein. Ob ich mir da irgendwas eingebildet habe, keine Ahnung. Ich erinnere mich nur, wie ich zu meiner besten Freundin und den beiden anderen Freunden sagte, dass ich verstehe, wenn Leute so gern Sex haben, wenn sich für sexuell aktive Menschen, Sex genauso normal anfühlt. Nun, jetzt, nach zwei Tagen, empfinde ich das nicht mehr so - wieder so wie vorher. Keine Lust auf Sex oder Befriedigung, aber an das Gefühl von da, kann ich mich sehr gut erinnern. 

Danach wurde alles etwas ruhiger. Es war ja auch bereits 5 Uhr morgens, was für mich eine wirklich lange Zeit war. Doch müde war ich nicht, trotz der Joints, die wir bauten und rauchten. Alles danach ähnelte wieder dieser Sicht, die ich hatte, bevor die dritte Phase einsetzte. Ich war vollkommen da und doch weg, sobald ich die Augen schloss. Immer war noch die Rede davon, dass sie gern noch irgendwo hin wollten, einkaufen oder sonst was. Ich selbst wollte das nicht. Tatsächlich traute ich mir nicht zu, raus zu gehen und wollte miese Erfahrungen vermeiden. So blieben wir alle, da wir auch niemanden allein lassen wollten. Gegen 7 bin ich dann für wenige Minuten eingeschlafen, dann hieß es ab nach Hause, fertig machen, denn die richtige Feier mit den ganzen Freunden stand noch an. Doch dort gabs nur Gras. Mit ner Koffeintablette, konnte ich auch gut die Müdigkeit überwinden. Doch Essen war nichts. Ich hatte gar nicht gemerkt, wie ich wohl anfing mit den Zähnen zu knirschen und den Kiefer zu bewegen. Nun, ich hatte sehr große Schmerzen beim Beißen danach. Jetzt noch immer etwas, aber das geht klar :D 

FAZIT: Für mich eine neue, aufregende Erfahrung, die mir jedoch gezeigt hat, das ich das weder oft machen möchte, noch auf Partys oder mit vielen Leuten. Auch draußen würde ich es nicht nehmen, dafür bin ich wohl einfach zu vorsichtig. Es zeigte mir auch, dass ich die Umgebung sicher sein sollte, denn so egal, wie mir alles war, will ich nicht wissen, auf was für Ideen ich kommen würde, wenn wir unterwegs allen möglichen ausgesetzt sind. Auf jeden Fall nicht zu unterschätzen, wie ich finde und man sollte sich im Klaren sein, was man tut. Ob ich es nochmal machen möchte? Ja, doch sicher nicht in nächster Zeit. Mein Körper wird es mir danken, ebenso mein Kopf. 

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