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Erfahrungen aus der Technoszene

Hallo zusammen,

ich möchte ein paar Eindrücke aus der Techno-Feier-Szene mit euch teilen und euch damit gleichzeitig aufmuntern, euren Konsum zu reflektieren und auf euch aufzupassen!!!

Ich bin gut behütet aufgewachsen & dachte lange, wer Drogen nimmt, wird sofort abhängig und kommt nie wieder klar. Nach meinem Pharmazie-Studium erzählte mir eine Freundin von ihren positiven Erlebnissen mit Ectasy und anderen Drogen... ich wurde neugierig! Nicht zuletzt, weil ich wissen wollte, wie sich die theoretische Wirkung von Partydrogen in echt anfühlt.

Das erste Mal war unglaublich! Nach einer Portion MDMA, die mir meine Freundin während eines Clubbesuchs verabreichte, ging ich auf Wolke 7 und höher! Das pure Glück sproß mir aus jeder Pore und nie zuvor habe ich mich derart in Anklang & Verbundenheit mit Musik&Menschen gefühlt! Und dieses happy Feeling hielt auch noch tagelang an - keine Spur eines Drogenkaters (bis auf die Kieferschmerzen, vor denen mich niemand gewarnt hatte). Ich wollte mehr und konnte die nächste Party kaum erwarten!

So kam es, dass ich immer öfter feiern ging und konsumierte (im Schnitt 2x im Monat)... Teile, MDMA, Pep, Koks, kiffen, LSD in verschiedenen Kombinationen und Dosen - ich sah es als eine Art Selbststudie. Schnell wurde mir klar, dass diese erste Erfahrung einmalig war und dass ich das gleiche Level an Euphorie nie wieder erreichen würde. Stattdessen verwandelte sich der Rausch in ein sehr zurückgezogenes Für-mich-allein-Erlebnis. Natürlich hat es auch Spaß gemacht sich in dieser „mystischen Parallelwelt“ der Technoszene rumzutreiben. Faszinierende Menschen, crazy Outfits, Glitzer, Regenbögen, Gefühl der Gemeinschaft, Bass Bass Bass und tanzen bis die Beine schnapp machen... dieser Zauber der Nacht erlischt allerdings bei Tagesanbruch und man findet sich in einer Menge aus vergifteten Menschen wieder, die sich im Rausch verloren haben, nicht sprechen oder lesen können und verbissen bis panisch dreinschauen - motorische Fähigkeiten adé und tschüß Denkvermögen! 

Ich selbst habe immer sehr dosisbewusst konsumiert und aufgehört, wenn die Nacht vorbei war. In der Szene habe ich allerdings zu viele Menschen getroffen, die nicht genug kriegen konnten und musste ihren schleichenden Zerfall miterleben. Diese Menschen leben nur für die Wochenenden, missachten nicht-konsumierende Mitmenschen und haben den Bezug zur Realität teilweise komplett verloren. Viele kommen nach einem durchgemachten Wochenende gar nicht erst runter und ballern auch weiter, wenn Alltag und Arbeit anstehen.

Ist das nicht ein wenig-erstrebenswertes Leben?

Ich musste auch erkennen, dass diese Art der Feierei zwar Spaß macht und die Möglichkeit bietet von allem mal loszulassen... allerdings muss man dafür auch die Schattenseiten in Kauf nehmen. Trotz kontrolliertem Konsum, wurden die Kater immer heftiger. Es gab so machen Tag danach, da war ich dermaßen deprimiert über mein Leben, dass ich nur weinend im Bett liegen konnte. In dieser Zeit habe ich aber auch versucht meinen Liebeskummer beim Feiern wegzutanzen. 

Wer nicht mit seiner Psyche im Reinen ist, kann die Folgen eines Drogenrauschs viel schlechter verkraften. Die Flucht in eine Art “Feiertherapie” ist zwangsläufig zum Scheitern verurteilt! Schnell findet man sich in einem Teufelskreis wieder. Denkmuster verändern sich. Konsum wird vor sich selbst zu Unrecht gerechtfertigt...

Mittlerweile konsumiere ich nur noch zu wirklich besonderen Anlässen und mache immer mindestens 2-3 Monate dazwischen Pause! Dadurch bleibt der Zauber erhalten, es geht mir gut damit und ich kann diese besondern Events genießen ohne danach zu leiden. 

Letzte Nacht war ich seit längerem mal wieder in der vielfältigen Saarbrücker Elektro-Szene unterwegs. So grandios die Party auch war, so nachdenklich hat sie mich auf gestimmt! Teile mit übem MDMA-Gehalt von über 300mg waren dort im Umlauf! Ich war wirklich fassungslos darüber! Eine solche Dosis hätte mich als gelegentlichen User wahrscheinlich ins Jenseits befördert! Und so haben sich neben glücklichen Tanzenden auch viele “Zombies” unter die Menge gemischt, die  apathisch vor sich hin vegetierten. Auf jeden Fall nach außen hin kein erstrebenswerter Zustand! Ich bin nach der Party zum ersten Mal mit einigen Leuten zum Aftern in die Wohnung eines Bekannten. Während die anderen sich mit Pep, Koks und Joints runterholten, wurde ich wieder nüchtern und fand die sinnlosen Gespräche der anderen einfach nur erschreckend! Kosum macht temporär wirklich dumm im Kopf!

Leute, ich kann euch nur raten, euren Konsum und eure Gedanken dazu stets im Auge zu behalten! Die Dosis und Häufigkeit macht das Gift! Jede Party oder Session muss ein Ende haben, denn dein wirkliches Leben spielt sich nicht in den Clubs ab! Macht die Augen auf, gestaltet euer Leben lebenswert und verfolgt eure Ziele! Geht feiern, habt Spaß, aber bedenkt und wegt die Konsequenzen ab!!!

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