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So muss das! Aber...

... Pep/Speed sollte man nicht unterschätzen.

Hi erst mal. :D 

Ich teile deine Meinung - man kann trotz Drogenkonsum ein ordentliches Leben führen, aber es kann leider dennoch schnell passieren, dass die Kontrolle verloren geht und man plötzlich tief in der Sucht steckt. :(

Bei mir ist es zurzeit leider der Fall. Vor wenigen Jahren hatte ich die selbe Einstellung wie du - ich nahm jegliche Drogen nur gelegentlich oder zu bestimmten Anlässen. Gekifft habe ich vielleicht mal sontan alle zwei Monate. Gezogen habe ich nur auf Partys - und das auch nur, wenn mal jemand was bei sich hatte und ein Näschen anbot. Teile fraß ich auf Festivals und ganz selten auf einer Feier. Koks ist überhaupt nicht mein Fall, ich mag den Turn einfach nicht, weshalb ich das einfach mal weglasse. Andere Drogen habe ich bewusst niemals angefasst - da meine Geschwister ziemlich krass nach H süchtig waren, wollte ich es nicht riskieren genauso zu enden und ließ die Finger von, während ich vor psychedelischen Drogen wie LSD oder Pilze viel zu großen Respekt habe, da ich psychisch nicht gerade die Stabilste bin und die möglichen Risiken nicht eingehen wollte. 

Bei mir war damals auch alles in Ordnung, ich hatte ein geregeltes Leben, absolvierte meine Ausbildung, verstand mich super mit meiner Familie und meinen Freunden, etc. 

Einmal hatte ich einen kurzen Pep-Absturz, aber der ging nach zwei Wochen wieder vorbei (nachdem ich mir vermutlich daher einen  Harnwegsinfekt geholt habe). 

Tja, es sollte leider noch anders kommen. 

Letztes Jahr war ein ziemlich hartes Jahr für mich, aber darauf möchte ich nicht tiefer eingehen. Jedenfalls kam es dazu, dass ich mich mit meinem Konsum ein wenig austobte, einfach weil ich aufgrund der äußeren Umstände "druff" sein wollte. Das stellte sich als dummer Fehler raus...

Pep hat es mir richtig angetan. Mir gefiel dieser Zustand. Ich war euphorisch, fit, hatte ständig Wissensdurst, selbstbewusster usw. Nur kam irgendwann eins zum Anderen, was dazu führte, dass der Wochenendkonsum zum 2-Tage-Takt wechselte, bis schließlich auch täglich. Sobald ich Stress hatte, zog ich eine Nase. Wenn ich zu einem Termin aufstehen musste, zog ich eine Nase. Wenn ich aufräumen wollte, zog ich eine Nase. Als ich merkte, dass ich durch Pep nicht nur fit wurde, sondern auch kein Hungergefühl mehr spürte, benutzte ich es, um abzunehmen (habe dadurch ca. 10 Kilo abgenommen). 

Anfangs merkte ich nicht mal, dass ich da in eine Sucht rutsche. Ich redete mir immer ein, dass ich alles unter Kontrolle habe und jederzeit aufhören kann - HAHAHA von wegen. 

Seit einem Jahr ziehe ich fast jeden Tag. Nur, wenn ich krank war oder meine Eltern für ein paar Tage besuchte, machte ich eine Ausnahme - wobei ich das Zeug auch schon mal mitgenommen und bei ihnen konsumiert hatte (natürlich haben sie keinen blassen Schimmer, dass ich es tue, haben wegen meiner Gewichtsabnahme jedoch eine leichte Ahnung). 

Es fällt mir einfach verdammt schwer die Finger davon zu lassen. Sobald ich den Konsum einstelle, drängt mich der "Entzug" zum Rückfall. Die ersten Tage bin ich nur am Pennen und kann dann sogar nicht mal richtig aufstehen. Depressionen plagen mich und ich werde zur unerträglichen Zicke. Mein Körper und Geist machen schlapp. Ich kann meinen Hintern um's verrecken nicht hochbekommen und lasse alles schleifen. Meistens ertrage ich diesen "nüchternen Zustand" nicht mehr und greife wieder zurück zur Nase. Meistens wird meine Euphorie schon geweckt, bevor ich überhaupt gezogen habe. 

Es klingt vielleicht völlig bescheuert, aber mittlerweile mag ich es nicht mal mehr auf Pep zu sein - und trotzdem greife ich immer zu. Neben den genannten "Vorteilen" hat es bei mir ansonsten nur negative Auswirkungen. Zum Beispiel bin ich manchmal etwas paranoid und bilde mir ein, dass mich die Leute auf der Straße herablassend anschauen, so als würden sie davon wissen und innerlich ein schlechtes Urteil von mir haben. 

Das Schlimmste, was sich bei mir in diesem Zustand auswirkt, ist meine verdammte Spielsucht. Ohne Pep habe ich das Zocken noch ziemlich unter Kontrolle, doch während ich druff bin, fixiere ich mich hauptsächlich nur darauf und verspiele sehr viel Geld. Sobald ich leer bin, finde ich keine alternative Beschäftigung, was mich dann meistens ziemlich abfucked. Nüchtern scrolle ich gerne durch Facebook und schaue mir die ganzen Tutorial-Videos an, oder ich schaue gerne Serien wie Rick & Morty - auf Pep jedoch ist mir wirklich ALLES, außer das Zocken, immer nur langweilig... 

Seit ich die Kontrolle über meinen Konsum verlor, hat sich wirklich alles in meinem Leben eher verschlechtert. Die Depressionen sind nun stärker, Suizidgedanken plagen mich oft, ich empfinde fast keine Motivation mehr für irgendwas, ziehe mich oft von meinen sozialen Kontakten zurück, rauche ununterbrochen Zigaretten, etc. 

Für eine Therapie bin ich offen gesagt zu feige... Gleichzeitig fällt es mir jedoch ziemlich schwer es selbst einfach durchzuziehen und aufzuhören, bzw. es wenigstens stark zu reduzieren. Was auch für mich ein Problem ist, ist, dass ich mit niemandem wirklich darüber reden kann, weil ich mich ziemlich arg dafür schäme. Außerdem würde sich niemand großartig in meine Lage versetzen können, um die Situation zu verstehen, weil ich die Einzige bin, die sich darin befindet. Es ist nicht einfach sich jemandem vollständig zu öffnen, der sich noch nie in einer solchen Situation befand...

Bitte entschuldige diesen langen Text... 

Aber ich wollte einfach meine Erfahrung teilen, um dich sowie Andere vor den Risiken zu warnen. Ich habe schon öfters gelesen und gehört, dass Leute von sich behaupteten, sie würden über alles einen Überblick haben und niemals in die Sucht rutschen. Das dachte und sagte ich damals auch.

Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass es bei jedem so kommen wird, wie bei mir! Wer es schafft mit seinem Konsum verantwortlich umzugehen, soll es sich auch gönnen dürfen. Doch das Risiko in ein tiefes Suchtloch zu fallen ist trotzdem immer da, weshalb ich jedem dazu rate KEINE Drogen jemals als selbstverständlich zu sehen. 

Es ist natürlich jedermanns eigene Sache, aber ich hoffe dennoch, dass jeder Konsument da draußen auf sich schaut und darauf aufpasst, nicht in das selbe Loch zu fallen, wie ich. Ich wünsche es niemandem.

 

 

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