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Wie Drogen mein bisheriges Leben geprägt haben

[4:53]: Es ist Dienstag, ich habe heute keine Schule und auch definitiv ein wenig zu viel Speed genommen. In meiner erschöpften Wachheit habe ich einige unterschiedliche Erfahrungsberichte und weiteres gelesen und dachte mir, dass ich meine nun auch teilen möchte. Es ist vielleicht ein bisschen zu lang, ich glaube, ich bin viel zu ausführlich geworden und habe mich auch wohl nicht so sehr auf den Drogenaspekt, beziehungsweise meine Erfahrungen fokussiert, weil der ganze Zusammenhang so wohl eher mein Leben beeinflusst hat. Aber wenn es Leute wie mich gibt, die Spaß daran finden, so etwas zu lesen, würde ich sehr freuen, meine Geschichte mit euch teilen zu können. :)

Erstmal zu mir, ich bin momentan 17 Jahre alt, genauer gesagt vor kurzem erst gerade 17 geworden, weiblich, mache momentan mein Abitur und habe schon so einiges an Substanzen konsumiert.

Aber fangen wir vorne an. Bis ich 11 war, war ich ein sehr glückliches und extrovertiertes Kind. Ich war gut in der Schule, bin also nach der 4. Klasse auf’s Gymnasium gewechselt.

Ich könnte euch keinen direkten Auslöser nennen, ich hatte eine tolle Kindheit, hab‘ eine nette Familie und hatte immer gute Freunde an meiner Seite, jedoch wurde ich mit dem Alter zunehmend stiller und zurückgezogener, meine schulischen Leistungen sanken, ich bin den hohen Ansprüchen nicht gerecht geworden.

So wurden mir im späteren Verlauf mittelgradige Depressionen diagnostiziert, die jetzt nicht direkt was mit dem Thema zu tun haben, aber immer wieder eine Rolle spielen werden.

Mein erster Kontakt mit irgendeiner Art von Suchtmittel fand im Alter von 12 Jahren (zumindest so ca., ich erinnere mich nicht mehr genau), also ich mich mit einem Freund auf einem Spielplatz traf, sodass wir gemeinsam unsere erste Zigarette rauchen konnten, welche er von seiner Mutter geklaut hatte. Wir schafften nicht mal eine ganze zu zweit und ein paar Monate später schmiss ich die volle Schachtel weg.

Mit 13 haben ich und meine Freunde angefangen zu trinken, manchmal auf Spielplätzen mit Berliner Luft und Becks Ice, manchmal haben wir den Alkoholschrank der Eltern einer Freundin geplündert.

Dazu muss man sagen, dass ich mein ganzes Leben in der Großstadt gewohnt habe und noch immer tue, also was auch immer du haben willst oder brauchst, du kriegst es. Und ich glaube, wenn es anders gewesen wäre, wäre mein Leben anders verlaufen, was nicht unbedingt heißen soll, dass es woanders nicht so wäre, ich weiß es nicht.

So trug es sich auch zum ersten Mal in meinem Leben zu, dass ich mich selbst überschätzte, definitiv meine Grenzen überschritt und maßlos übertrieb.

Es war ein Donnerstag Abend, Freitag war Schule und mein Vater holte mich abends bei der Freundin, dessen Alkoholschrank wir geplündert haben, ab.

Ich war betrunken, zu betrunken, das wusste ich, aber da war es eh zu spät. Bis wir zuhause waren, bemerkte er jedoch auch nichts.

Als ich  zuhause jedoch versuchte, die Treppe hoch in mein Zimmer zu kommen und lauthals irgendwas runterschmiss, hatte mein Vater es auch verstanden. Ich kann nicht mehr genau sagen, was passiert ist, jedoch war meine Mutter auch irgendwann zuhause und die Tatsache, dass ich wusste, dass sie sauer sein werden und ich versagt habe, hat mir den Rest gegeben.

Ich hab‘ geheult, geschrien, meinen Eltern erzählt, ich will nur sterben.

Diese wussten sich nicht zu helfen, fuhren mit mir in eine psychiatrische Klinik, wo ich kurzerhand aufgenommen wurde, die Nacht in einem abgesicherten Zimmer mit Überwachungskamera verbrachte und am nächsten Morgen plötzlich vollständig und wieder nüchtern in einem stationären Klinikaufenthalts-Alltag steckte. Glücklicherweise lag die Entscheidung bei mir und so wurde ich am gleichen Tag nachmittags noch von meinen Eltern abgeholt und wieder mit nach Hause genommen.

Das war zumindest bis heute meine einzige Erfahrung mit Kliniken dieser Art (und ich hoffe, es bleibt so), sollte jedoch nicht mein letzter Absturz gewesen sein.

Wenn ich so auf die Jahre zurück blicke, die sich ehrlich gesagt anfühlen, wie Jahrzente, wird mir bewusst, dass ich mich zwar in der Theorie an alles erinnern kann, jedoch das meiste auch nur verschwommene Erinnerungen und Bilder sind.

Ich denke, ich muss auf die zeitliche Einordnung erstmal verzichten und versuche, chronologisch vorzugehen, haha.

Ungefähr zwei Jahre nach meiner ersten Zigarette, habe ich dann depressionsbedingt selbst aktiv angefangen zu rauchen und tue es bis heute. So rauchte ich lange Zeit nur, wenn ich nicht zuhause war, oder meine Eltern bereits im Bett oder außer Haus waren. Aber natürlich kann man sowas nicht für immer geheim halten. Das erste Mal erwischt wurde ich, als ich Zigarettenstummel in meinem Zimmer lagerte, die natürlich nicht zu überriechen waren. Sie waren sauer, mal wieder, ich bekam Ärger und ich änderte wieder nichts. So wie immer. 

Das zweite Mal erwischt wurde ich, als mein Vater beim Saugen einen Drehfilter auf dem Küchenboden fand, der wohl irgendwie nach einem lustigen Pfeffi-Singstar-Nachmittag dort gelandet sein muss. Mein Vater war schon immer der eher… akzeptablere Typ, zumindest in manchen Dingen, und so schaffte ich es ihn zu überzeugen, dass meine Mutter nichts davon mitbekam.

Beim dritten Mal habe ich mich alleine betrunken, saß in meinem Fenster und habe verzweifelt am falschen Ende der Zigarette gezogen, als meine Mutter unglücklicherweise draußen direkt unter meinem Fenster lang lief. „[Name], ich seh‘ dich! Wenn du schon unbedingt rauchen musst, dann rauch‘ die wenigstens hier unten fertig!“

Meine Kippe war so gut wie leer, ich drückte sie aus, teilte meiner Mutter mit, dass sie leer war und legte mich aus Angst vor jeglicher Konfrontation mit meinen Eltern direkt ins Bett und schlief. 

Im Laufe der Zeit akzeptierten meine Eltern dann, dass sie eh keine Möglichkeit hatten, mich am Rauchen zu hindern und seitdem darf ich auch zuhause rauchen und muss mir auch meine Zigaretten nicht mehr selber besorgen.

[5:48]: Ich schreibe schon fast eine Stunde und merke jetzt schon, dass es viel zu lang wird. Mein Beileid. 

Ungefähr Anfang 2018 hatte dann eine sehr gute Freundin (ich nenne sie mal… A.) aus meinem Freundeskreis einen Freund, der zum damaligen Zeitpunkt 19 war, sie 14. Er hatte immer gerne gekifft und war somit auch der erste mit dem ich je einen Joint geraucht habe. Es war lustig, sehr sehr lustig, weil Kiffen einem einfach nicht das Gefühl gibt, dass du viel falsch machen kannst und falls du’s übertreibst, du am nächsten Tag den übelsten Kater haben wirst, wenn du’s doch tust, wisst ihr? 

Bei meinem zweiten Mal hing ich halb über einem Balkongeländer, nur um später mehr oder weniger bewegungsunfähig halb auf dem Bett, halb auf dem Boden zu liegen. Manchmal vermisse ich noch immer das Gefühl, vom allerersten Joint, von lediglich ein paar Zügen super stoned zu sein und jedes Mal nach dem Ziehen, die Luft anzuhalten. 

Und einfach dieses Gefühl, was es einem gegeben hat.

Somit kann ich zumindest sagen, dass mein erstes mal Kiffen eine sehr positive Erfahrung war und ich wusste bereits zu dem Zeitpunkt, dass das auf keinen Fall das letzte Mal war. Ich kiffte auch gerne mit dem Freund meiner Freundin, er war der einzige der zu der Zeit Gras bekam und es war auch immer lustig. Zu der Zeit hab‘ ich jedoch nicht regelmäßig gekifft, immer mal, wenn ich Lust hatte.

Sie und ihr Freund haben sich irgendwann getrennt, weil ich einen riesen Szene gemacht habe, weil er… definitiv kein guter Mensch war und sie auch so behandelt hat, sie jedoch sehr lange gezögert hat, sich von ihm zu trennen.

Aber es ist besser so.

In der Zeit danach ist tatsächlich nicht so viel passiert, ich bin weiter zur Schule gegangen, hatte weiterhin Depressionen, habe mich selbst verletzt, war immer mal wieder bekifft (auch in der Schule) und habe aber trotzdem einige coole Sachen erlebt. Beispielsweise mit meinen Eltern einen Fallschirmsprung absolviert, viel Zeit mit meinen Freunden verbracht, die Sommerferien genossen und weiter gekifft. 

Zu der Zeit war ich auch recht gut mit einer Freundin, welche ich ursprünglich von Insta kannte, und da Sommerferien waren, bot sich die Chance und ich setzte mich in einen Flixbus und fuhr 350km durch Deutschland. 

Ich hatte eine supertolle Zeit dort, auch wenn deren Graskonsum definitiv meine Gewohnheiten übertraf und ich, dadurch, dass ich noch nicht soo lange kiffte, auch immer sehr sehr stoned wurde und auch nie wirklich die Energie hatte, um noch ewig durch die Gegend zu latschen. Hab’s aber trotzdem getan.

Sie waren auch die Leute, von denen ich das allererste Mal direkt etwas über harte Drogen hörte. Sie erzählten mir von Candyflips auf einem Rave auf einem Berg, nachts, Gewitter und noch so viel anderes Zeug.

Ich hatte zu dem Zeitpunkt schon beschlossen, dass ich sowas, irgendwas, auch unbedingt einmal probieren möchte. Und das teilte ich ihnen so mit, weil ich jetzt gerade schon da war und ich wusste, dass sie meine einzige Möglichkeit waren, an etwas heranzukommen.

Sie verneinten, meinten, dass wir es vielleicht wann anders mal machen könnten, wenn ich mich gut informiert habe und mir sicher bin, was ich nehmen möchte und wie es wirkt und so. Damals war ich eher ein bisschen genervt davon, aber heute kann ich es zu 100% nachvollziehen und bin ihnen auch dankbar, da das tatsächlich sehr unüberlegt gewesen wäre.

Also verbrachte ich meine restliche Woche dort mit lediglich Gras (und Alkohol) und genoss dann den Rest der Sommerferien.

Zu Beginn des nächsten Schuljahres bot unsere Schule eine freiwillige geschichtliche Fahrt nach Polen an, wo ich gemeinsam mit A. mitfuhr.

Wir hatten eine Menge Spaß, 5g Gras, rauchten eine Minibong mitten in einem Park in der Innenstadt von Warschau, wo alle paar Minuten Touri-Gruppen vorbeiliefen und hatten auch sonst eine Menge Spaß.

Dort freundete ich mich auch mit meinen jetzigen Exfreund an, wir waren zwar seit 5 Jahren in einer Klasse, hatten jedoch vorher nicht viel miteinander zu tun.

Bis auf die Tatsache, dass er mir doch tatsächlich im Kindergarten das Schaukeln beigebracht hatte.

Nach dieser Fahrt, kam es so, dass wir zu immer dickeren Freunden und schließlich auch besten Freunden wurden. So hingen wir immer auf einander rum und schlussendlich war er auch der jenige, der den Großteil meiner Drogenerfahrungen gemeinsam mit mir durchstand und erlebte.

Im November lernte ich auf dem Geburtstag von A.’s Freund jemanden kennen, nennen wir ihn K. Wir hatten uns noch nie vorher gesehen, aber verstanden uns sehr gut, haben uns super unterhalten, sehr lange einfach nur auf der Couch gekuschelt und waren mehrmals alleine draußen, aber wenn ich nicht besoffen gewesen wäre, wäre es wohl nie so gekommen.

Naja, und was machen betrunken Teenager-Mädchen mit gebrochenem Herz? Richtig, vergucken sich in den nächstbesten Typen, der irgendwie nett zu ihnen ist. Ich zumindest, lol.

Er wollte mich nicht, ich hatte Schwierigkeiten, es zu akzeptieren, habe ständig Drama gemacht und so kam es, dass ich drei Tage vor Weihnachten mal wieder eine Alkoholvergiftung hatte und im Krankenhaus landete, nach einer Diskussion mit K., an die ich mich nicht mehr erinnern kann.

Naja, meine Eltern kamen irgendwann darüber hinweg und ich rannte immer noch K. hinterher.

Und ich hätte wohl alles getan. 

Und so kam es, er fragte mich, ob ich irgendwie mal dazu in der Lage wäre, für irgendwann mal, wenn er Bock drauf hat, Ecstasy zu besorgen.

Und ich habe mich hingesetzt, rumgefragt, andere dazu beauftraft, weiter zu fragen, bis ich einen vertrauenswürdigen Kontakt hatte, der auch welches hatte.

So holte ich wenige Tage nach Silvester dort 5 blaue Anonymous, wusste zwar mittlerweile, was ungefähr Ecstasy ist und wie es wirkt und so, hatte jedoch trotzdem absolut keinen Grund direkt fünf zu kaufen.

Aber die hatte ich dann auch, K. wollte keine, K. wollte nur wissen, ob ein Kontakt vorhanden sei, aber hätte ich richtig nachgedacht, hätte ich mir vielleicht überlegt, mein aller erstes Teil (und generell das allererste Mal harte Drogen) nicht an einem Sonntag Abend alleine zuhause mit meinen anwesenden Eltern zu nehmen. Aber die Neugierde hat gesiegt  und dann habe ich’s doch gemacht und traf mich später noch mit A.’s Freund, da dieser gerade in der Nähe war. 

Und ich hatte ‘ne geile Zeit, sowohl mit A.’s Freund, als auch zuhause alleine und ich muss zugeben, dass ich da vielleicht etwas zu großen Gefallen dran gefunden hab’.

5 Tage später habe ich dann meine ganzen Freunde in der Wohnung von A.’s Freund  zusammengetrommelt, um mit ihnen zusammen noch einmal Teile zu nehmen. 

Eigentlich war es ein lustiger Abend, jedoch war eine Person dabei, die das ganze nicht so gut aufgenommen hat, den Großteil der Zeit wimmernd auf der Couch lag und einen Badtrip hatte. Aber ist alles gut gegangen, jemand hat sich um sie gekümmert und körperlich hat sie es gut weggesteckt und am nächsten Tag ging es ihr auch wieder gut.

Aber bis darauf hatten wir sehr sehr viel Spaß.

Und dann… habe ich irgendwie den Verstand verloren, habe nochmal Ecstasy geholt, habe alleine welches geschmissen, habe MDMA-Kristalle geholt, habe die alleine genommen und bin in meinem eigenen Kopf versunken.

Wenn ich ehrlich bin, kann ich mich fast gar nicht an diese Zeit erinnern, aber ich weiß, dass ich immer seltener zur Schule bin, fast jeden zweiten Tag wieder Teile geschmissen hab‘, ständig drauf und im Arsch war, dazu auch echt ‘ne Menge Geld ausgegeben hab’ und eigentlich auch fast mein Leben hingeschmissen hätte.

Ich weiß nicht, was passiert ist, ehrlich gesagt, zwischen Januar und April ist meine Galerie komplett leer und da sie mich gerade durch meine halbe Lebensgeschichte leitet, habe ich keine Ahnung.

Im April ging mein Leben wohl anscheinend weiter, ich war noch immer gut mit meinem jetzigen Ex, habe zwar auch noch immer Ecstasy genommen, aber war wohl nicht mehr alleine. Und wir waren halt irgendwann irgendwie zusammen. Ich denke, der Hauptgrund dafür war wohl eher diese Zweisamkeit und das ständige Aufeinanderhängen und so Ecstasy-Gefühle und so, nicht irgendwelche… wirklichen Gefühle.

Mit ihm habe ich mich jedes Wochenende aus dem Leben geballert, wir haben jeden Cent gespart, um uns die Drogen für’s Wochenende zu finanzieren und haben einfach alles ausprobiert, worauf wir Bock hatten.

So haben er, A. und ich zum ersten Mal Speed genommen, und es war kein gutes, aber es war uns egal, weil wir es nicht einschätzen konnten und es ja trotzdem gewirkt hat. 

So haben wir zusammen auf Tilidin gechillt, zusammen Pilze genommen und uns drüber aufgeregt, dass wir sie nicht mögen, nachts bekifft Ketamin im Park gezogen, nur um danach direkt Teile zu holen, auf Codein in der Sonne gechillt, nachts auf LSD durch die Stadt gelaufen, oder auf Valium einfach nur gechillt.

Ja, und so hingen wir immer aufeinandeer, war auch irgendwie ‘ne geile Zeit, aber als er von meinem zweiten LSD-Trip hörte, als er schon vorbei war, war das ganze auch wieder vorbei.

Und ich war trotzdem erst mal wieder heartbroken, aber nicht, weil ich ihn geliebt hatte oder so, sondern einfach, weil ich wieder alleine war.

Ich war auch ungefähr zu der Zeit mit einem Typen befreundet, der immer mal wieder obdachlos ist, immer arbeitslos, und auch noch relativ jung ist, zu dem Zeitpunkt war er 23, und er hat definitiv zu viele Drogen in seinem Leben genommen. Zumindest verhält er sich auch nüchtern, als wäre er super verklatscht und sein Kopf ist immer woanders und er hört wohl Gott immer zu ihm sprechen und verschwindet manchmal einfach, weil Gott ihm gesagt, er soll dies und das tun. Im Grunde ist er ein netter Kerl, aber er redet sehr viel wirres Zeug, kann nicht zuhören und wenn er etwas genommen hat, weiß er meistens nicht mal mehr was. Und ehrlich gesagt, bin ich mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht mal mehr sicher, ob er noch lebt.

Jedenfalls habe ich von ihm Speed geholt, den Abend noch mit ihm und seiner Freundin gechillt, bis die Polizei mich aufgegabelt und nach Hause gebracht hat, ich auf Speed und bekifft, er hat vorher schön Heroin geraucht. Aber lustigerweise hat die Polizei entweder absolut nichts gecheckt oder sie hat’s einfach ignoriert, aber beides hat mir im Endeffekt noch irgendwie den Arsch gerettet. Meine Eltern waren trotzdem nicht glücklich.

Und danach war ich deprimiert und habe dann 3 Tage Speed gezogen und war von Freitag auf Montag wach und musste dann in die Schule. War stressig.

Danach habe ich auch erstmal kein Speed mehr genommen, obwohl ich da das erste Mal überdosiert habe, und das finde ich tatsächlich angenehmer, als eine Alkoholvergiftung oder eine Überdosis Ecstasy. 

Ich habe, besonders wenn es um Drogen geht, sehr große Probleme mich selbst zu kontrollieren, wenn ich also eine Line ziehe, muss ich definitiv weiter ziehen. Das macht mich wohl sehr anfällig für Sucht, weil ich dann auch meistens nicht in der Lage bin, wieder aufzuhören, oder zumindest kurzzeitig aufhören kann, aber dann am nächsten Tag weiter machen muss.

Aber wenn ich eines in der Zeit gelernt habe, dann, dass ich Leute hab’, auf die ich immer zählen kann und es dann tatsächlich sogar schaffe, wieder aufzuhören, bevor es irgendwie richtig schiefgeht oder ich vielleicht doch sterbe, sowie ich aufgehört habe, regelmäßig Ecstasy zu nehmen.

Naja, und ich denke, das ist was zählt, oder?

[7:53]: Ich sitze seit genau drei Stunden hier und schreibe, mein Plan heute vielleicht doch noch zu schlafen, hat sich verflüchtigt und ich glaube, ich muss danach wohl noch etwas rauskürzen. Auf Speed schmecken Zigaretten irgendwie immer besser.

In der Zeit danach ist drogentechnisch nicht mehr so super viel passiert, ich habe noch zwei-, dreimal MDMA genommen, jedoch bewusst und in guter Gesellschaft, noch einmal alleine Speed gezogen und dann im Sommer begonnen, jeden Tag mit einem Kumpel zu kiffen. Wir haben ziemlich viel gekifft, ich habe in diesen Ferien 1 Woche gearbeitet, habe ungefähr 150€ verdient und diese komplett für Gras rausgehauen.

Und das war auch ‘ne geile Zeit, bis wir uns dazu entschieden haben, mit der Freundin, die auch auf MDMA nicht klar kam, bei mir zuhause LSD zu nehmen, während meine Eltern da waren.

Und das das nicht gut gehen kann, hätte man sich fast schon denken können.

Es war auch irgendwie lustig, wir haben gefühlt eine Stunde gewartet, bis die eine Minute vorbeigeht, bis es Mitternacht ist. Die längste Minute unseres Lebens.

Dann haben wir verzweifelt versucht einen Joint zu bauen, jedoch habe ich den Tip nicht gefaltet bekommen, weil ich die Linien nicht gesehen hab’ und er immer schief geworden ist und mein Kumpel dachte, er schneidet sich an den Zacken des Grinders. Dann haben wir’s also gelassen, was wohl auch besser so war.

Und es war okay, jeder hing in seiner eigenen Gedankenschleife, es war still, wir alle haben an die Decke geschaut (da ich einen Kronleuchter mit Glaskristallen hab’, die bei eigeschaltetem Licht kleine Regenbögen an die Wand werfen), und dann ist irgendwas passiert und irgendwer hat sich einfach übergeben. Und alles hat sich um 180°gedreht und die Welt stand plötzlich Kopf.

Und dann… waren alle erst mal verzweifelt, weil wir darauf nicht vorbereitet waren, und ich wusste nicht, was ich tun sollte, mein Handy war irgendwie verschwunden und mein Kumpel hat nicht auf mich gehört, wenn ich ihm gesagt habe, dass er einfach nichts tun soll, weil ich Angst hatte, dass er meine Eltern aufweckt, wenn er was auch immer tut, aber er hat trotzdem nicht gehört.

Und das hat mich noch mehr zum Verzweifeln gebracht, aber ich hätte nie gedacht, dass ich in der Lage wäre, so klar auf LSD zu denken, wie ich es da konnte.

Aber er hat trotzdem nicht auf mich gehört und irgendwie ist dann alles schief gelaufen und dann haben wir uns darauf geeinigt, meine Eltern zu wecken und sie um Hilfe zu bitten; ich glaube, dass war ehrlich gesagt der schlimmste Moment in meinem Leben. Ich glaube tatsächlich, ich hätte meine Eltern auch nicht noch mehr enttäuschen können, obwohl das ja nicht das erste Mal wär.

War auch das letzte Mal, dass ich mit irgendwem irgendwas genommen hab‘, wenn sie da waren. Das bleibt auch so.

Ich weiß nicht mehr so genau, was danach passiert ist, aber ich hatte einen mental breakdown und irgendwann kamen drei Krankenwagen, für jeden einer und haben uns in irgendein Krankenhaus gebracht. 

Es war schrecklich.

Seitdem habe ich kein LSD mehr genommen, obwohl ich mittlerweile wieder dazu bereit wäre, jedoch nicht in meinem eigenen Zuhause und auch nicht mit Eltern anwesend.

Am Tag danach haben meine Eltern auch direkt mein sämtliches Gras inklusive Grinder in den Müll befördert, weil beides unglücklicherweise einfach noch auf dem Tisch stand. Somit war dann das tägliche Kiffen in den Sommerferien auch zu Ende, ich hatte keinen Grinder mehr und Angst davor, was passiert, wenn sie mitkriegen, dass ich doch wieder kiffe, deswegen habe ich mir selber gesagt, dass ich jetzt aufhöre. Geht ja auch ziemlich auf’s Geld.

Zwei Wochen später habe ich aber auch wieder angefangen und seit dem habe ich knapp über ein Jahr sehr sehr regelmäßig gekifft, fast jeden Tag, zwar mal mehr, mal weniger, aber es gab keinen Tag, wo ich nicht bekifft in der Schule war. Das praktischste daran war, dass ich mein Gras direkt in der Schule kaufen konnte, von Leuten die ich schon relativ lange kannte und deswegen auch sehr gut einschätzen konnte.

Und eigentlich war’s chillig, vielleicht ein bisschen anstrengend, aber chillig.

Ja, so hab’ ich dann mein Ding gemacht. Andere Drogen hab’ ich in dem Jahr dann auch fast gar keine genommen, ab und zu mal ‘ne Xanny oder ‘ne Valium, aber nichts übertriebenes. Auch MDMA seit einem Jahr nicht mehr, das würde ich vielleicht aber sogar gerne nochmal tun.

Und vor vielleicht zwei, drei Wochen, habe ich einfach aufgehört zu kiffen. Keine Ahnung, woher dieser Entschluss kam, ich dachte, das Kiffen nehm’ ich mit ins Grab, aber dann habe ich’s einfach gelassen.

Ich hatte einfach keinen Spaß mehr daran, bin nicht mehr richtig stoned geworden, weil meine Toleranz zu hoch war, außer ich hätte mich hingesetzt und drei Joints hintereinander alleine geraucht und da hatte ich keinen Bock drauf.

Als ich noch regelmäßig gekifft habe, bin ich immer richtig nervös geworden, wenn ich länger nicht  gekifft habe oder gestresst war, also hab’ ich das sowieso hauptsächlich benutzt, um mal abzuschalten und so’n bisschen aus meiner Welt zu fliehen, was ja eigentlich auch nicht der Sinn sein sollte, aber genau deswegen überrascht es mich, dass ich einfach aus dem Nichts damit aufgehört hab’.

Ich habe auch noch Gras hier, aber das ist noch immer unangetastet und ich habe auch nicht das Bedürfnis dazu.

Im Moment nehme ich tatsächlich ziemlich viel Speed, weil die Leute, mit denen ich immer mal wieder meine Zeit verbringe, im Moment auch relativ viel Speed nehmen und das hat mich irgendwie da mit rein gezogen, aber ich denke das wird wie alles andere nur eine Phase sein und irgendwann habe ich sowieso keine Wahl mehr, als wieder klarzukommen.

Das ist auch der Grund warum ich diesen Text hier geschrieben hab’.

 

Und ich glaube, das ist’s gewesen, die Moral der ganzen Sache ist… passt auf, was ihr tut, lasst euch nicht unterkriegen und das Leben geht immer weiter. Oder so.

Keine Ahnung.

Ich weiß auf jeden Fall, dass mein Leben sehr viel unterschiedlicher aussehen würde, wenn nicht alles so gekommen wäre, und ich glaube nicht, dass es besser wäre.

Schlussendlich habe ich viel gelernt und auch viel davon mitgenommen, auch viel über mich selber und andere Menschen gelernt, habe auch so neue Menschen kennengelernt, gelernt auf mich selber zu hören und in einem gewissen Sinne auch, wie es möglich ist, mit meinen Depressionen umzugehen, auch wenn ich Drogen deshalb noch immer manchmal aus dem falschen Grund nehme. Also nehmt keine Drogen, um euren Kopf auszuschalten oder Probleme zu verdrängen, es geht um das Erlebnis, den Spaßfaktor, die Erfahrung. Auch weiß ich besser mit manchen Dingen umzugehen, weiß, was man besser lassen sollte, habe sowohl sehr positive, als auch negative Erfahrungen gesammelt und ich denke, dass das in dem Sinne mein Leben schon ziemlich geprägt hat.

 

Aber falls irgendwer bis hier hin gelesen hat, wow, du bist echt krass.

Probs an dich und danke für’s Zuhören!

 

[8:49]: Nahezu 4 Stunden durchgängiges Schreiben, ich bin mir nicht sicher, was der Sinn hier von ist, aber zumindest war ich jetzt lange gut beschäftigt.

Substanzen: 

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