Die Freundin einer Freundin macht einen kalten Entzug. Sollte ich mir Sorgen machen?

Hallo liebes Dr. Frühlingteam,

ich konsumiere selber keine Drogen und habe das auch nie getan, kenne, aber viele die es tuen, leider!

Eine Freundin von mir die ebenfalls nicht konsumiert, hat jetzt ihre Freundin bei sich zu Haus zum Entzug im Wohnzimmer liegen,bin darüber sehr sprachlos und weiß nicht weiter...

Ich persönlich habe ,mal zwei Monate auf einer Entgiftungsstadion in einer Psychatrie gearbeitet in Rahmen meiner Ausbildung...

Daher kann ich das nicht gut heißen, mache mir große Sorgen um beide, also sie konsumierte(?!), crystel, speed und cannabis...

Sie ist knapp 45 Jahre alt und ist Stadionsleitung auf der Onkologie.
Kann ich da helfen, oder sollte ich mich daraushalten?
Habt ihr einen Tip für mich?

Bitte euch um Antwort....

 

 

Dr. Frühling:

Hallo,

ob Du Deine Freundin unterstützen oder Dich lieber raushalten solltest, können wir Dir nicht sagen. Informationen zu den verschiedenen Substanzen findest Du hier.

Das die Freundin Deiner Freundin sich freiwillig für einen Drogenentzug entschieden hat, spricht dafür, dass Sie sich über ihren Konsum Gedanken gemacht und für sich den Entschluss gefasst hat, etwas ändern zu wollen. Die Chance für einen erfolgreichen Entzug steigt dadurch. Auch die Tatsache, dass sie einen Entzug zu Hause machen möchte, ist nicht ungewöhnlich und kann durchaus erfolgreich sein.

Für einen Entzug gibt es mehrere Möglichkeiten, die jeder bzw. jede für sich selbst abwägen muss. Der stationäre Entzugin einem Krankenhaus oder in Begleitung und Absprache mit einem Arzt/einer Ärztin ist ebenso möglich, wie ein Entzug zu Hause. Er kann dabei in Form einer täglichen und radikalen Runterdosierung durchgeführt werden oder in Form eines Totalentzugs.

Wichtig bei der Entscheidung, ob man zu Hause entzieht oder nicht, ist auch die Substanz die konsumiert wurde. Ein kalter [totaler] Entzug ist bei einigen Substanzen mit starken Entzugssymptomen verbunden, die lebensgefährlich sein können. Bei den Substanzen Cannabis, Speed und Crystal besteht keine Lebensgefahr. Trotzdem können psychische Entzugssymptome wie Depression, innere Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen oder Bewusstseinsstörungen auftreten. Ebenso kann es zu leichten physischen Symptomen wie Zittern, Übelkeit, Gliederschmerzen oder Schweißausbrüchen kommen. Oft treten die gegensätzlichen Symptome der eigentlichen Wirkung der Substanz ein.

Ein Entzug aus eigener Kraft bedeutet, dass der oder die Betroffene sehr standhaft sein muss. Die Unterstützung von FreundInnen oder Angehörigen kann sehr hilfreich sein um die ersten Tage zu bewältigen. Das Deine Freundin Ärztin ist, gibt ihrer Freundin vielleicht das Gefühl, dass sie in "guten Händen" ist, was sich positiv auf ihren Entzug auswirken kann. Außerdem kann Deine Freundin sicherlich gut einschätzen, ab wann auftretene  Entzugssymtome (lebens)gefährlich werden.

Wenn Du helfen möchtest, frag einfach, ob Hilfe gebraucht wird und in welcher Form. Sicher ist das Unternehmen auch für Deine Freundin sehr anstrengend, vielleicht fallen Dir Möglichkeiten ein, sie zu entlasten. Sicher könnten auch Deine Erfahrungen, die Du auf der Entgiftungsstation gesammelt hast, hilfreich sein. Vielleicht fallen Dir noch Dinge ein, die für die "Patientin" wichtig sein könnten.

Informationen zu erfolgreich und weniger erfolgreich verlaufenen Entzugsversuchen von KonsumentInnen dieser Substanzen findest Du auch hier.

Alles Gute
Dein Dr.Frühling Team

Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre. Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.