Herzrasen nach Marihuanakonsum

Liebes Team, Ich konsumiere Cannabis regelmäßig seit ungefähr einem jahr (ca 1 mal die woche). Ich hatte nie wirklich schlechte Nebenwirkungen und hab normalerweise immer mit Freunden geraucht also nicht allein. Vor einigen Wochen habe ich mir einen kurzen puren Joint gedreht und diesen allein geraucht. Es war nicht mehr Gras wie ich sonst konsumiere und genau das Zeug hab ich vorher auch schon geraucht. Ich hatte dann kurz darauf totales Herzrasen und es ist immer schlimmer geworden. Bis ich dann im Bett lag, am ganzen Körper gezittert hab und immer noch total Herzrasen hatte. Das hat bestimmt 2 Stunden angehalten. Übel war mir auch zwischen durch. Es ist dann irgendwann besser geworden, ich hab dann geschlafen und am nächsten Tag war wieder alles gut. Ich habe dann die Wochen drauf erstmal weniger konsumiert doch immer wenn ich was geraucht habe, hatte ich wieder Herzrasen aber das ist dann nach ca 20 minuten wieder weg gewesen, trotzdem trau ich mich nicht mehr so richtig zu kiffen.. was ich halt besonders komisch finde ist, dass ich ja schon länger kiffe und nie Beschwerden hatte und jetzt ist das dauernd.. Kann es sein dass ich aus Angst dass das wieder kommt es tatsächlich kommt und das eigentlich gar nicht am gras liegt? Ich hab seit dem Vorfall auch immer nur so ein paar züge geraucht wo von ich vorher wahrscheinlich kaum was gespürt hätte, und trotzdem hab ich so Herzrasen bekommen. Woran kann das liegen? Wird das jetzt immer so bleiben?


Dr.-Frühling-Team:

Hallo,

Du hast eine für Dich ungewohnte Erfahrung nach dem Konsumieren von Cannabis gemacht, bist nun besorgt, ob sich das zukünftig wiederholen wird und suchst nach möglichen Gründen dafür.

Wir möchten anmerken, dass wir keine Ärzte/ Ärzt*innen sind und Deine körperliche Gesundheit dementsprechend nicht beurteilen können. Dennoch können wir Dir einige allgemeine Informationen zur Wirkung von Cannabis auf das Herz-Kreislaufsystem und Deine Psyche geben.

Cannabis und Räuchermischungen mit synthetischen Cannabinoiden können (stark) wahrnehmungsverändernd und herz-kreislauf-anregend wirken.  Cannabiskonsum erweitert die Gefäße, dadurch kann es zu Herzrasen und Kurzatmigkeit oder eben auch Zittern im Körper kommen. Einige dieser Symptome hast auch Du beschrieben.

Durch die Angst davor oder die Unklarheit, warum Dein Herz auf einmal so stark pumpt und wie das alles einzuordnen ist, können sich die körperlichen Symptome zusätzlich verstärken und so Panik in Dir auslösen. Besonders wenn man während des Rausches alleine und daher eher mit sich selbst beschäftigt ist, nimmt man die unangenehmen Nebenwirkungen stärker wahr und kann sich u.U. in daraus resultierende psychische Zustände stärker reinsteigern. Gerade der Konsum eines puren Joints, wie Du ihn geraucht hast, bedarf besonders viel Vorsicht, selbst wenn Du ihn für gewöhnlich so rauchst. 

Die Wirkung ist immer stark abhängig von Set (körperl. und psych. Verfassung) und Setting (Deiner Umgebung zum Zeitpunkt des Konsums bzw. der Wirkungsentfaltung). Du sagst, für gewöhnlich kiffst Du in Gesellschaft Deiner Freunde, und die unangenehme Erfahrung hat nun stattgefunden, als Du alleine gekifft hast. Außerdem könnte es Dir helfen zu überdenken, was Du mit dem Konsum erreichen möchtest. Willst du einfach nur "abschalten" und entspannen oder einen Trip erleben?  Cannabis wirkt je nach Inhaltsstoffen nicht immer nur beruhigend und entspannend, sondern eher anregend und psychoaktiv.
Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Erfahrung, die Du nach dem Konsumieren von Cannabis gemacht hast, automatisch fortan immer so sein wird. Wenn eine Rauschwirkung jedoch besonders unangenehm und/oder psychisch belastend war, ist es grundsätzlich wahrscheinlicher, dass der nächste Rausch sich für Dich ähnlich anfühlt.


Es könnte für Dich empfehlenswert sein, erstmal eine ganze Weile kein Cannabis zu konsumieren, damit Deine Psyche Zeit bekommt die unangenehme Cannabiserfahrung "zu vergessen". Wenn die Gründe für Deine Erfahrungen zum Teil bis hauptsächlich pyschische Ursachen, ist es wahrscheinlicher, dass beim nächsten Mal keine so starken Nebenwirkungen auftreten, wenn Du einige Monate Pause machst und das Ganze dann möglichst vorsichtig angehst.

Solltest Du wieder konsumieren und ähnliche Symptome auftreten , versuche Dich zu entspannen und herauszufinden, was Dein Körper gerade brauchen könnte. Frische Luft, sich hinlegen oder bewusst und gezielt bewegen, ein einfaches Körperstrecken und tiefes bewusstes Durchatmen können da mitunter schon helfen. Wasser und Traubenzucker, Obst oder vitaminhaltige Getränke können den Kreislauf stabilisieren. Beachte, ob Du vorher genügend gegessen hast.

Ähnliche Anfragen haben wir übrigens hier schon mal beantwortet:
https://drugscouts.de/de/drfruehling/cannabiskonsum-herzklopfen
https://drugscouts.de/de/drfruehling/durch-gras-panikst%C3%B6rungpsychose
 

Liebe Grüße und alles Gute für die Zukunft!
Dein Dr.-Frühling-Team


Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre. Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.