Schwindel nach erstem mal Ecstasy


Hallo,
Ich hatte vor 3 Tagen meinen ersten Kontakt mit Ecstasy. Ich war ziemlich betrunken, sonst hätte ich wahrscheinlich nicht zugestimmt. Die Menge weiß ich nicht, es war nur Erbsengröße. Das Problem ist, dass es mir überhaupt nicht gut bekommen ist. Ich hab noch mehrere Stunden danach stark hyperventilliert (An dem Punkt war ich mir dann bewusst, dass es trotzdem zu viel war) nur 2 Stunden geschlafen. Danach ging es mir erstmal wie nach einem ganz normalen Alkoholkater. Allerdings hatte ich jedes Mal, wenn ich die Augen zu machen wollte, dieses Schwindelgefühl und ich hatte dann immer sofort Flashbacks von dem Abend (schon fast Halluzinationen) die mich nicht schlafen ließen. Ich konnte erst von gestern auf heute wieder schlafen. Meine Gedanken sind zwar wieder gesammelt und sortiert, aber ich mache mir sorgen, weil dieser schwindel noch da ist. Es war ja das erste und wahrscheinlich auch das letzte Mal. Zum Artzt zu gehen traue ich mich nicht. Ich wollte nur mal fragen, ob das normal ist, weil ich mich jetzt nach 3 Tagen immer noch ziemlich zitterig und schwach fühle. Und was mir auch aufgefallen ist, ist dass ich keinen Hunger mehr habe seit dem Abend. Ich hab mich zwar hin und wieder zu einer Scheibe Brot gezwungen, aber wirklich Nährstoffreich gegessen habe ich jetzt seit 4 Tagen nich mehr. Ich trinke aber grob geschätzt 4-6 Liter Wasser am Tag. Ich glaube zwar, ich muss einfach weiter abwarten, aber ich wäre sehr dankbar, wenn mich hier jemand ein wenig beruhigen, bzw. Aufklären kann warum das so lange anhält. Ich hab wie gesagt kaum Ahnung von sowas, und mache mir ein bisschen Sorgen. Irgendwelche Ängste oder Zwänge, oder ein erneutes Verlangen, wie in manch anderen Foren beschrieben, habe ich nicht. Ich bin halt nur ein wenig besorgt, über die Dauer des "Katers" Danke.

 

Dr. Frühling

Hallo,
vielen Dank für Deine Anfrage. Es ist gut, dass Du mit Deinen Gedanken und Ängsten nicht alleine bleibst, sondern Dich an jemanden wendest - in diesem Fall an uns.

Das Wichtigste vorab: Wir möchten Dich tatsächlich beruhigen. Aus unserer Beratungserfahrung können wir sagen, dass viele Konsument*innen von ähnlichen Erlebnissen und auch ähnlichen Sorgen berichten.

Nachwirkungen wie „sich noch ganz schwach zu fühlen“, aber auch Konzentrationsschwierigkeiten, leichter Schwindel oder sich im Kreis drehende Gedanken werden beschrieben. Diese Auswirkungen treten häufiger auf und halten länger an, wenn es sich um eine sehr hohe MDMA-Dosis gehandelt hat (was Du nicht genau weißt) und/oder wenn die Wirkung als besonders intensiv oder unangenehm erlebt wurde (was Du in Deiner Anfrage berichtet hast). Die negativen Gefühle können sich auch verstärken, wenn man den Konsum bereut. Zumindest hast Du geschrieben, dass Du ohne Alkoholeinfluss wahrscheinlich nicht zugestimmt hättest.
Dein Körper und Deine Psyche brauchen nun Zeit, um sich von dem Erlebnis zu erholen. Während eines MDMA-Rausches werden die Speicher einiger Nervenbotenstoffe geleert und der Körper braucht eine Weile um diese Speicher wieder voll aufzufüllen. Daher ist es normal, wenn man nicht gleich wieder körperlich und psychisch "zu 100% einsatzfähig" ist. Du schreibst, dass Du auf Grund des fehlenden Appetites nicht viel Nährstoffreiches gegessen hast. Ist es inzwischen besser geworden? Wenn nicht, versuche trotzdem etwas zu essen, das Du sonst total lecker findest. Ecstasykonsum wie generell der Konsum von Stimulanzien entzieht dem Körper viel Energie - die muss natürlich zurück.

Da Du Dir Sorgen machst, ob und wann der Schwindel, das Schwächegefühl und der fehlende Appetit vorbeigehen, achtest Du momentan wahrscheinlich auch stärker auf kleinere körperliche „Auffälligkeiten“, die Du sonst wahrscheinlich einfach ignorieren würdest. D.h. indem Du stark darauf achtest, sind dies Symptome auch sehr präsent. Sie werden aber mit ziemlicher Sicherheit weniger werden und ganz nachlassen. Viele Konsument*innen berichten, dass sich nicht mehr so sehr darauf zu konzentrieren, wenn sie schaffen sich zu beruhigen (z.B. mit Hilfe von Entspannungstechniken wie Yoga, Atemübungen oder autogenem Training) und/oder sich abzulenken - z.B. durch Spazierengehen, Sport, was mit Freund*innen machen etc.

Wenn es nicht besser wird, ist es auch völlig okay, einen Arzt/eine Ärztin aufzusuchen. Ärzt*innen unterliegen der Schweigepflicht.
 

Wir wünschen Dir alles Gute!
Dein Dr.-Frühling-Team

 

Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre. Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.