Welche Folgen kann Alkohol- und Drogenkonsum für Ungeborene haben?

Mögliche Folgen für Ungeborene bei Alkohol- und Drogenkonsum? Mögliche Entzugsformen bei Neugeborenen?


Dr. Frühling:

Hallo.

Viele Substanzen können für Ungeborene eine Gefahr darstellen:

einige Beispiele: Alkohol - Entwicklungs- und Wachstumsstörungen, sogenanntes "fetales Alkoholsyndrom" (kleiner Kopfumfang, kleine Augenöffnungen, kurze abgeflachte Nase, dünne Oberlippe, Untergewicht, etc.), in schweren Fällen Schäden an Herz, Geschlechtsorganen, Nieren, Fehlbildungen an Armen, Beinen und Skelett sowie Hirnschäden

- Verhaltensauffälligkeiten werden auch als mögliche Schäden beschrieben: Hyperaktivität, Lernschwierigkeiten, Sprach- und Hörstörungen, gestörte Feinmotorik etc. - kann durch übermäßiges Trinken der Mutter während der Schwangerschaft aber evtl. (noch nicht erforscht) durch übermäßigen Alkoholkonsum des Vaters und einer damit verbundenen Schädigung der Erbinformationen verursacht werden

- das "fetale Alkoholsyndrom" tritt in Deutschland nach Schätzungen bei ca. 2200 Neugeborenen auf

Cannabis - Erhöhtes Risko für Entwicklungsschäden, und zusätzlich Risiken beim Tabakkonsum

Speed - erhöhtes Risiko für Fehl- und Frühgeburten, geringes Geburtsgewicht, "Speed-Streß" und entsprechender "Lebenswandel" wirkt sich auch psychisch und körperlich auf das Kind aus

Coffein (Kaffee, Tee, Energydrinks) - bisher wenig erforscht, starker Coffeinkonsum erhöht das Risiko für plötzlichen Kindstod durch den "Coffeinentzug", welchen das Baby kurz nach der Geburt hat

Kokain - erhöhtes Risiko für Fehl- und Frühgeburten, Mißbildungen möglich

Opiate - erhöhtes Risiko für Fehl- und Frühgeburten, Geburtsschwierigkeiten, Neugeborene mit Entzugssymptomen und Atemschwierigkeiten, Entwicklungsverzögerungen

Tabak - je größer der Konsum, desto wahrscheinlicher das Auftreten von Fehl-, Früh- und Totgeburten, Untergewicht - Passivrauchen kann ebenso risikoreich sein wie Aktivrauchen

Generell gilt, daß durch übermäßigen Drogenkonsum das Immunsystem der Mutter geschwächt werden kann, was keine günstigen Voraussetzungen für einen problemlosen Schwangerschaftsverlauf und die gesunde Entwicklung des Kindes sind. Ebenso nicht zu vernachlässigen sind die "Streßfaktoren" welche durch Aufputschmittel verursacht werden! Problematisch sind immer Substanzen, die eine körperliche Gewöhnung und Abhängigkeit verursachen, da bei dem Neugeborenen Entzüge ausgelöst werden können, die sich zwar medikamentös behandeln lassen, jedoch ein hohes Risiko und eine starke Belastung für das Neugeborene darstellen und auch zu irreparablen Schäden führen können.

Alles Gute,
Dein Dr.-Frühling-Team
 

Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum! Aufgeführte Substanzen können dem BtMG [Betäubungsmittelgesetz] unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar! Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich wäre. Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Die Drug Scouts übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.