Abgestürzt,

Ich bin vor zwei Jahren in Kontakt mit Koks geraten. Ich war vollkommen unerfahren; hatte nie Drogen konsumiert. Ich wollte es halt einfach nur mal versuchen. Ich war mit Dealern befreundet und habe das gezogen, was die auch konsumierten - also ziemlich gutes Zeug. Nach sehr sehr kurzer Zeit kam sofort die Abhängigkeit. Von anfänglich 2 - 4 Gramm die Woche hab ich mich auf bis zu 20 Gramm gesteigert - musste es ja nie bezahlen. Die Folgen waren verheerend. Mein ganzes Leben hat sich geändert. Nichts außer dem Koks war mir noch wichtig, weder meine Arbeit noch meine Familie - immer nur die Gedanken daran, wann kann ich wieder ziehen. Ich bin mit einer wahnsinnigen Selbstüberschätzung durch die Gegend gerannt; ich habe geglaubt, nur "wir" wüßten, wo es langgeht und wie das "wirkliche" Leben aussieht. Ich fühlte mich unter den Koksern wie in einer Familie. Ich habe zwar meine Tochter auch damals wahnsinnig geliebt und oberflächlich auch alles für sie getan - aber wirklich da gewesen bin ich nicht für sie. Ich bin vom Koks immer ziemlich Sch... runtergekommen. Immer danach höllisches Nasenbluten, Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit, Unruhezustände, Kreislaufprobleme und der psychische Druck, wieder ziehen zu wollen. Dies und die Liebe + Verantwortung für meine Tochter hat mich dann auch gerettet. Vor einem Jahr gab es dann nur noch vollkommen abstürzen oder wieder LEBEN! Ich habe mich für mein Leben und meine Tochter entschieden. Ich habe alle Kontakte abgebrochen zu Leuten, die Drogen hatten, bin umgezogen und habe Tag für Tag mit dem Kokswunsch gekämpft. Heute bin ich absolut clean. Habe nie wieder etwas angefaßt und konnte auch widerstehen, als es einmal vor mir lag. Aber noch immer kommt hin und wieder der Wunsch  nach einer Bahn. Als Folge geblieben ist ne fürchterliche Migräne, ne kaputte Nasenschleimhaut und die Hoffnung, meiner Tochter (jetzt 9) in dieser Frage früh klarmachen zu können, was passieren kann!

Substanzen: