Böser Mischkonsum

Ich möchte an dieser Stelle mal meine Erfahrungen zum Mischkonsum von Pilzen und Gras schildern.

Kurz zu mir, ich bin sehr experimentierfreudig im Umgang mit allen möglichen bewusstseinserweiternden Mitteln, hab also auch schon so ziemlich alles ausprobiert (außer Heroin und LSD). Allerdings alles mit bereits relativ gefestigter Persönlichkeit (unter 21 nur Alk und bisschen Gras) und einem ausgeprägten Respekt vor den Drogen die ich konsumiere.

Der gestrige Pilztrip war eigentlich relativ gut vorbereitet. Gemütliche Atmosphäre mit Kumpels bei mir zu Hause, alle gute Laune und alle sehr entspannt drauf. Ein Mädel hat nix genommen (nichtmal Gras), was uns dazu animierte ein bisschen zu experimentieren, da sie im Notfall ja helfen könnte.

Also zwei Kumpels und ich jeweils so 2,5 - 3 g Cubensis Cambodia aus Eigenanbau geschmissen und ungefähr 3 Stunden einfach nur genossen. Chilliger Vocal Trance als Hintergrundmusik und "Erleuchtungs-Katalysator" ;) Alles im Rahmen eines angenehmen Pilztrips. Angeregte Gespräche, die allerdings teilweise vollkommen aneinander vorbeigingen, was in dem Zustand aber nicht schlimm ist. Alles was ein bestimmtes Muster hatte, wie die Wand oder der Läufer, fing an sich wild zu bewegen und alle Einflüsse visueller und akustischer Natur waren stark intensiviert und extrem beflügelnd. Ein sehr warmes, angenehmes Körpergefühl durchzog uns und alle fühlten sich pudelwohl. Viele Lachflashs unter Tränen begleiteten uns ;-)

Nach besagten 3 Stunden (die nebenbei absolut ungreifbar waren, da das Zeitgefühl einfach mal komplett ausgeschaltet war, es hätten auch 10 Minuten oder 10 Stunden sein können) ließen zumindest die visuellen "Effekte" langsam nach, wir mussten etwas unternehmen. Rauchen war angesagt. Der Mix war bei uns nicht das erste Mal, wir wussten worauf wir uns einließen. Mir war auch bewusst, dass der Kreislauf dabei ziemlich an die Grenze geht. Mehr als ein Kopf sollte es erstmal nicht sein. Also Bong vorbereitet, 3 pure Grasköpfe aus 2 Sorten Premium-Gras für uns angemischt (dauerte mehr als ne halbe Stunde in dem Zustand ;) und aufgetischt. Ich gönne mir also den Hut, begleitet von ziemlich harten Lachflashs, weil mein Kumpel nur am Dünnlabern war :)

Keine 10 Minuten später war es für mich dann vorbei. Für ungefähr 30 Sekunden war ich aus meinem Trip wie herausgeholt, weil mir mein Kreislauf mitteilen wollte, dass er keine Lust mehr hat ;) Schwindel, eisige Kälte, die den ganzen Körper durchzog, sehr starke Schweißausbrüche und eine Gesichtsfarbe mit der ich einem Geist hätte Konkurrenz machen können, wie meine Kumpels später berichteten. Ich musste mich schnellstens hinlegen. Eigentlich hatte ich mich schon damit abgefunden, dass mir jeden Moment schwarz vor Augen wird und ich im Krankenhaus wieder zu mir komme. Als ich dann lag und mit Wasser und schnellem Zucker versorgt wurde, ging es wieder etwas besser. Ich muss auch dazu sagen, dass ich das letzte mal vor 9 Stunden gegessen hatte. Großer Fehler. Man sollte möglichst direkt nach dem Pilzkonsum, wenn es noch nicht so hart wirkt, etwas essen. Ich versuchte nach der Nahrungsaufnahme, das was da noch auf mich zukam, zu genießen und das Beste daraus zu machen. Leichter gedacht als getan ;)

Denn was ich dann erlebt hab, hat mich völlig überrannt. Gegen die Kombi aus puren Grashüten und Pilzen sind die Pilze allein ein Sommerspaziergang. Denn jetzt ging es erst richtig los. Das hatte ich nicht erwartet. Mein Gehirn ging in einen Streik, dachte ich in dem Moment. Es hatte keine Lust mehr, die ganzen Eindrücke zu verarbeiten und zu den für uns klaren gewohnten Objekten zusammenzufügen. Meine Tiefenwahrnehmung war komplett ausgeschaltet, ich habe alles wie einen Comic gesehen. Nur Umrisse und Farben, kein räumliches Sehen mehr. Meine Kumpels haben sich unterhalten aber ich habe nur Töne wahrgenommen, unfähig diese zu Worten und Sätzen zusammenzufügen. Kommunikation war damit auch erledigt. Und zu guter Letzt hat sich dann auch noch mein Körpergefühl verabschiedet. Ich habe nur noch mein Gehirn bewusst gespürt, über den restlichen Körper hatte ich keine Kontrolle mehr.

Diese 1-2 Stunden waren merkwürdig unangenehm, allerdings nicht wegen der harten Wirkung oder der Angst vorm "Hängenbleiben", denn ich wusste interessanterweise trotz des völligen Deliriums noch genau, dass ich spätestens übermorgen wieder vollkommen klar bin und alles ok sein wird. Deshalb konnte ich es schon ein bisschen genießen. Aber ich hatte durch die Kreislaufprobleme halt immer noch Angst wegzuklappen. Ich hatte starke Probleme, mein Bewusstsein zu behalten, weil ich mich immer gefragt hab wer ich eigentlich bin, was mich ausmacht, was mich von den anderen Stoffzusammensetzungen im Universum unterscheidet usw. Ich dachte, wenn ich mein Ich-Bewusstsein verliere, dann höre ich doch auf zu funktionieren. Wenn ich wegklappe, wer holt mein Gehirn wieder zurück?! Schlimm war auch, dass ich wusste, ich kann dem nicht entkommen. Nicht einfach einschlafen und mich ausruhen, wenn es mir zu viel wird. Wäre ich allein gewesen, wäre ich vor Angst gestorben.. Dass die anderen da waren und ihren Trip relativ gut genossen haben (sie hatten nach dem Rauchen keine Kreislaufprobleme) hat mich dann schon irgendwie beruhigt.

Zum Glück war 2 Stunden nach dem Rauchen die Wirkung der Pilze so ziemlich verflogen (insgesamt haben sie 5 Stunden gewirkt), ich kam langsam wieder auf den Boden zurück, völlig erschöpft von dem was geschehen war. Ich fühlte mich so als hätte ich eine ganze Woche voller einschneidender Erlebnisse zu verarbeiten, mein Kopf war völlig überfordert. Ich steh auch jetzt, einen Tag danach, noch ganz schön neben der Spur. Als nochmal ne Stunde später die Kumpels dann los sind, ist mir bei etwas schnelleren Bewegungen auch noch schnell schwindlig geworden, ich musste mich dann schnell erstmal wieder hinlegen. Das war für mich auch der Beweis, dass ich mir die Kreislaufprobleme nicht auf meinem Trip eingebildet oder eingeredet habe. Ich war körperlich echt am Ende und hab mich dann auch umgehend schlafen gelegt, vorher nochmal Zucker und Fruchtsaft reingezogen. Denn allein daheim wegzuklappen macht sich gaanz gaanz schlecht ;-)

Alles in Allem ein sehr wertvolles Erlebnis, wenn auch nicht uneingeschränkt weiterzuempfehlen. Ich werde in Zukunft glaube ich das Gras nach den Pilzen weglassen, das ist zwar nicht ganz so explosiv von der Wirkung her, aber dafür macht der Kreislauf auch nicht schlapp. Man greift halt schon in die Abläufe im Gehirn direkt ein und beginnt häufig während des Trippens mit einer völligen Neubewertung seines ganzen Lebens und allem um sich herum. Unglaublich interessante und erleuchtende Erfahrung, aber auch unbedingt mit Vorsicht zu genießen. Vom Mischkonsum rate ich in dem Fall ab, auch wenn die Gedankenexplosion von der Intensivität her alles bisher Erlebte bei Weitem übertrifft und auch mit nix zu vergleichen ist. Auch werde ich ein paar Wochen vergehen lassen bevor ich mich an den Pilzen wieder vergreife.

Also, wer dennoch die Finger nicht vom Mischen lassen kann, unbedingt die nötigen Sicherheitsvorkehrungen treffen (Nüchterner Sitter, ruhige Umgebung, Kopf frei machen, Nahrung nach der Pilzeinnahme!, Multivitaminsaft für Energie und zum Runterkommen, Traubenzucker für den Kreislauf), schon alleine um sich während des Trippens sicher zu fühlen, auch wenn nix passiert. Wert ist es es allemal ;-)

Verzauberte Grüße

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