Der distanzierte Blick nach Innen

Hier ist ihr Eingeständnis, zu denjenigen zu gehören, die nicht aufhören können, Koks zu ziehen. Nicht nach der ersten, zweiten, dritten, zehnten Line- sie hat längst aufgehört zu zählen..

Sie fühlt sich absolut klar und reflektiert. Jeden Gedanken, jedes Gefühl nimmt sie wahr. Jeden Impuls, jedes Bedürfnis, den Schmerz, die Euphorie, die Lust, das Verrücktsein, jeden Teil ihrer Persönlichkeit ... mit dieser wunderbaren Distanz.

Sich selbst zu analysieren, sein innerstes zu betrachten, ohne Wertung, zu akzeptieren wie man ist. Sich kreativ auszudrücken, Gedanken in Worte zu fassen, Ideen zu verfolgen, auszusteigen aus dem Alltagskorsett, Ruhe zu finden, sich zu sortieren, das ist es, was ihr diese Substanz ermöglicht.

Im persönlichen Kontakt jedoch (mit Nicht - KonsumentInnen) - schafft der Konsum eine Härte und Abgeklärtheit die sie ihnen nicht zeigen mag, eine Distanz zu den Menschen die ihr wichtig sind, die Angst davor, sie zu verletzen. Sie zieht es vor, in ihrem Beisein nicht zu konsumieren.

Es ist alles so klar und einfach. Das ist es wirklich, so könnte es immer sein, so könnte es sich anfühlen, es kann also auch anders sein, es fühlt sich ganz normal an, doch es geht vorbei, früher oder später.

Sie will es hinauszögern und verliert die Kontrolle. Stunde um Stunde um Stunde. Sie weiß, irgendwann muss sie schlafen, irgendwann muss sie abeiten, sich der anderen Welt stellen.

Sie schafft es niemals, eine gesetze Grenze einzuhalten. Es geht nur ganz oder gar nicht.

Irgendwann meldet sich die Angst vor dem Fall. Also macht sie so lange, bis sie nicht mehr kann, damit der Schlaf sie möglichst schnell vom Zustand der sie erwartet erlöst. Gut fühlt sich das nicht mehr an, doch es ist unmöglich den Drang nach noch einer Line zu stoppen

(...)

Substanzen: 

Kommentare

Danke

Danke für deinen tollen, weil so wahren Beitrag. Ich konsumiere seit mehr als 15 Jahren -mal mehr mal weniger- regelmäßig und keine kleinen Menge sehr gutes ... Seit ca. 1 Jahr bemerke ich selbst, dass es am Wochenende inzwischen 3-5g sein müssen und die Angst kommt, weil ich ja auch irgendwann schlafen und leistungsfähig sein muss. Eine Sucht sehe ich nicht, aber eine teils bedenkliche Konsumentwicklung.

Hallo,

Hallo,

 

ich habe selbst Erfahrung mit K gemacht. Das Gefühl ist geil, man giert nach mehr. Ich finde es aber relativ easy, davon wieder abzulassen. Such dir Hilfe, vielleicht kalter Entzug in einer stationären Einrichtung. Eine Drogenberatung in deinem Ort wird dir sicher wertvolle Tipps und Möglichkeiten aufzeigen. Ein Anruf genügt. Und natürlich hingehen... viel Erfolg. 

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