Erfahrungen als Außenstehender

Hallo zusammen - ich hoffe, mein Bericht und meine Fragen passen hier rein.

Ich bin nicht direkt betroffen, habe aber als Außenstehende mit ansehen müssen, was Alkohol und Gras aus einem Menschen machen können. 

Aus einem liebevollen fürsorglichen Menschen wurde über 1,5 Jahre täglichen Konsums ein vergesslicher, wirrer, aggressiver und arroganter Mensch mit extremen Stimmungsschwankungen, der die Welt nicht mehr versteht und entweder high ist oder (als Notlösung, wenn er kein Cannabis mehr da hat) besäuft. Das auch schon morgens.

Er hat lange Zeit über den Konsum gelogen. War paranoid. Hat überhaupt keine Verantwortung mehr übernommen - sondern die Schuld an allem auf andere geschoben, Probleme auf der Arbeit bekommen, seine Beziehung ruiniert. Nun hat er angeblich aufgehört und sieht vieles klarer, erinnert sich wieder und denkt den ganzen Tag nach. Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass er vermeintlich aufgehört hat. Er wurde jedes Mal rückfällig. Er hatte dafür auch jedes Mal Begründungen / Ausreden parat.

Das Kiffen hilft ihm beim Schlafen.

Er kann ohne Dröhnung gar nicht mehr schlafen. (kann er und er schläft tatsächlich schlechter mit Alkohol oder Gras). 

Es gibt ihm sein Selbstvertrauen zurück.

Er ist eben süchtig und kommt nicht los.

Er möchte ja Hilfe beim Aufhören aber die bekommt er nicht (das stimmt nicht, er bekam durchaus viele Hilfsangebote und direkte Hilfe. Willigte zunächst ein, wurde dann aber aggressiv und auch körperlich verletzend.) 

Er bemerkt die Wirkung gar nicht mehr und andere merken es ihm auch nicht an. (Doch, bemerken sie.)

Er bekommt Panik, wenn er nichts zuhause hat.

Er wurde von anderen in die Sucht getrieben, kann nichts dafür und auch nichts dagegen.

Nun meine Fragen an euch: Gab es irgend etwas, das euch beim Aufhören geholfen hätte? Irgendeine Hilfe von außen, die man anbieten kann? Ist es euch auch so vorgekommen, dass sich Erinnerungen wieder einstellen und aufklaren? Wie lange musstest ihr clean sein, bevor das Bedürfnis wieder zu rauchen verschwand?

Substanzen: 

Kommentare

Du kannst nicht viel tun

Hallo,

Leider ist es schwierig deine Fragen zu beantworten. Jeder Mensch reagiert anderst auf Stoffe und deren entzug. Allerdings kann ich dir sagen das der akuten Wunsch zu konsumieren (cannabis) meist nach 5-14 Tage stark nachlässt, bei mir war es 1 woche.

Allerdings hatte ich bereits vorher stark reduziert. Es ist auch ein unterschied wie konsumiert wird. Ich habe das letzte Jahr nur noch pur geraucht da ich mit den zigaretten rauchen aufgehört habe. Und die abstinzenz von Cannabis selbst ist mir dadurch vermutlich viel leichter gefallen, sobald gemischt wird (tabak) betreibt man Mischkonsum der noch mehr Gefahren birgt. Sobald mehr als ein Stoff in spiel kommt gibt es Wechselwirkungen etc.

Beim Alkohol sieht es anderst aus, da kommt es auf den tatsächlichen Konsum und die Zeitdauer an. Starke Alkoholiker werden einen entzug auf eigende Faust vermutlich nie schaffen und es kann auch sehr Gefährlich werden.

Ich will damit sagen das  es Generell einen Unterscheid macht wieviel Konsumiert wird, bei Alkohol m.M.n. aber extremer als bei Cannabis. Es ist einfach ein Unterschied ob ioch jeden Tag 2-4 Bier trinke (was auch schon zuviel ist) oder eine ganze Kiste und dan versuche damit aufzuhöhren, die Dosis macht ebend doch das Gift.

Was das helfen betrifft, du kannst wenig helfen. Der Entschluss aufzuhöhren muss von den Betroffenden selbst kommen. Solange keine Einsicht da ist und ein klares Selbstbild das man ein Problem hat wird der betroffende nicht aufhöhren. Du selbst kannst Ihn nur darauf hinweisen das er sich selbst schadet und Ihn Wege (externe Hilfasngeboten) aufzeigen die ihn helfen "können" (aber nicht müssen).

Wobei ich sagen muss das ich durch den Konsum von Cannabis (13 Jahre täglich!) schon immer ein großes maß ab selbstreflektion hatte und schon sehr früh wusste das ich ein Suchtproblem habe.

Jeder ist sich bei diesem Thema selbst der näheste, leider.

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