Es geht schnell.. und dann ist es vorbei.. oder auch nicht :)

Eigentlich ist alles ganz einfach, man wird geboren, erlernt das Leben und führt dieses in geregelten Bahnen. Bei mir war alles anderes, mit 10 sexuell missbraucht, mit 13 die ersten Selbstverletzungen. Mit 14, vier Monate Psychatrieaufenthalt. Danach kamen 2 Jahre Heim, Alkohl war immer mit dabei. Dann, unerwartet: SCHWANGER.. Mit 15! Ich habe mein Leben geregelt, dennoch nach der 9. Klasse die Realschule verlassen. Bin zurück nach Hause gezogen.. Ein Jahr Mutterschaftsurlaub. 6 Monate gestillt. Dann.. eine schulische Ausbildung begonnen, mich in einen Dauer-Cannabis-Konsumenten verguckt und abgerutscht. Erst nur ab und zu mitgeraucht, hinterher selbst wenn meine Tochter anwesend war.. Zum Schluss waren es bis zu 6 Joints am Tag. Schlussstrich. Gesehen, dass mein Gehirn folgen davon trägt, dass mein Leben davon läuft. Umgekrempelt, neu geordnet, alles meiner Tochter und der Schule gewidmet. Die Noten wurden besser, ich wurde Klassenbeste. Ab und zu mal feiern, ein neuer Mann trat in mein Leben. Das erste mal Chemie in meinem Leben. Getrunken und gezogen, Wirkung ist verblieben. Mit der Freundin seines besten Freundes gemeinsame Frauenabende. Wo gehts hin, natürlich, dahin, wo die Freunde es verbieten. Wer"s kennt: Rheingold Düsseldorf. Verschriehn als bester Afterhour-Club Deutschlands. Natürlich, da muss auch irgendwie was gehen. Verlockung.. schon wieder Konsum von dem weißen, wachmachenden, durchtanzbaren Pulver. Der Club war für uns damals natürlich dann doch zu krass, da ging es dann nach und nach, quer durch NRW, die Sounds wurden härter, die Bahnen immer größer. Aus ab-und-zu-Konsum wurde ein regelrechter Wochenend-Konsum. Wir lernten die Szene und immer mehr die Menschen kennen. Wir lebten regelrecht nur noch für die After-Hour. Bis jetzt war es nur Amphe, durch Zufall lernten wir in Köln zwei Kerle kennen, die uns dazu überredeten, mit ihnen einen Abend zu verbringen. Dort ging es heiß her. Liquid Ecstasy, Weißes.. immer mehr.. Absturz. Trotzdem ab zur Afterhour. Wir wurden überredet, testet mal Teile.. Jeder ein halbes, vorher ins Wasser gefallen, naiv geglaubt, dass die dann nicht wirken. Noch ein halbes nachgelegt. Danach: totaler Absturz. Paranoia. Angstzustände. Verfolgungswahn. Von wegen, bei Problemen stehen uns die Kerle bei. Beide auf Pappen, total verbacken.. Meine Beste und ich irrten durch Köln, total durchgeknallt, saßen 4 Stunden an irgendeiner U-Bahnhaltestelle, bis uns ein Freund abgeholt hat. Danach war die schlimmste Woche meines Lebens, bin dort nicht einmal zur Schule gegangen. Allerdings hatte unsere Erfahrung nur eine kurze Verweildauer des Nichtkonsums. Eine Woche später waren wir wieder am ziehen.. Und dann kam dann doch die Frage, sollen wir noch einmal ein Teil probieren?! Kann ja nicht so schlecht sein, wenn alle davon schwärmen.. Gedacht, getan. Dieses mal war es super. Nun waren wir den kleinen Glückspillen auch noch verfallen. Lernten immer mehr Menschen kennen, das Leben geriet immer mehr auf schiefe Bahnen und außer Kontrolle. Durch einen Zwischenfall während der Afterhour: bis 12 im Rheingold, dann noch bei einem Bekannten aftern.. Dann ging ein Joint rum.. ziehen.. darauf kam ich allerdings nicht klar, beim runterkommen von den Dingern und dem Pepp.. feinste Halluzinationen. Ich dachte alle reden über mich, ziehen über mich her.. Ich kam nicht mehr klar! Das öffnete mir die Augen, hängte mich in die Schule und schaffte den Klassenbestenabschluss und hatte meinen Ausbildungsplatz sicher. Ferien. Selbstbelohnung: Feiern. Lohnt sich ja ohne Drogen nicht wirklich.. waren zu totalen Nacht-Tag-Schwärmern geworden, andere gingen um 4 nach Hause, da ging es bei uns erst los. Und wieder gings los.. ziehen. ziehen. immer mehr ziehen! Mittlerweile habe ich ein geregeltes Konsum-Schema. Ich weiß, wann ich was für meine Ausbildung tun muss, oder auch, dass meiner Tochter mein wochenendliches Fehlen nicht immer allzu gut tut. (Anmerkung: Sie ist ein Opa-Kind und Opa nimmt sie gerne am Wochenende ;) Allerdings.. so langsam nehmen die Bahnen monströse Gestalt an und die Wirkung bleibt so irgendwann langsam auch aus. Wir sind wieder bei Dingern gelandet, auch wenn es noch im Rahmen ist. So sehr lieben wir das Feeling des Frei-seins, des Fliegens und der Freude. Aber alles hat seine Schattenseite. Mein Körper hat sich mit einer Nacht fehlendem Schlaf abgefunden, mein Gehirn allerdings nicht mit meiner Glückshormonausschüttung, dass sich dann Mittwochs immer meldet und mir schlechte Laune und leichte Optiks sendet. Sucht kommt von suchen, wir suchen immer noch.. Das schlimme ist, wir lieben unseren Konsum. Ich weiß, dass ich dadurch viel riskiere. Aber das Gefühl, drauf zu sein, kann uns niemand sonst geben. Wir sind eins, verstehen uns ohne Worte, tanzen bis zum abwinken und sind einfach happy. Niemals darf man die Gefahren vergessen.. aber sind wir mal ehrlich, viel besser ist Alkohl auch nicht! Wir trinken wenigstens nicht :) Von meinem ersten Gehalt werden wir uns dieses Wochenende ein wenig Coca gönnen.. Ich weiß, das es falsch ist, dass es ein großes Suchtrisiko darstellt. Aber ab und an muss man sich mal etwas gönnen. Andere gönnen sich einen Cocktail oder etwas anderes. Ich gönne mir einen schönen Abend mit meiner Besten und einigen Freunden. Denn wenn mein Wochenende gut war, dann wird die Woche umso besser. Ich bin gelassener und besser gelaunt. Und vorallem: ich habe mein Leben soweit im Griff.. Es mag falsch sein, aber im Moment läuft alles super. Jedoch rate ich allen vor dem Konsum von Drogen ab. Es ist ein Schein, der immer mehr verschwindet, dich einholt und dir Glück, sowie auch Trauer schenkt..

Substanzen: