Gewichtszunahme/Subutex

Hallo Ela (so heißt du glaube ich)! Du hast am 30.05. und jetzt letztens im Juli geschrieben. Alles was du da geschrieben hast, hätte glatt aus meiner Feder stammen können. Ich habe auch so sehr zugenommen, als ich noch Metha bekam. Ich war 11 Jahre lang im Programm. Meine höchste Dosis war 120 mg (ganz zu Anfang), bin dann aber mit den Jahren immer ein bißchen runter gegangen und hatte mich jahrelang so auf 50 mg eingependelt. Doch dazu gleich mehr. Zu der Gewichtszunahme: ich habe in den 11 Jahren insgesamt 34 kg zugenommen. Ganz heftig war es mal 1 Jahr lang, als ich täglich noch 1 Stangyl bekommen habe. In diesem Jahr habe ich 10 kg zugenommen. Hab auch immer normal gegessen, nicht übermäßig viel und kaum Süsses. Nur Sport hab ich auch nie gemacht. Dafür fehlt mir total die Puste. Durch das stetige Kiffen ist meine Lunge echt im Eimer. Wenn ich nur kurz dem Bus hinterherrennen muss, bin ich am japsen und bekomme totale Atemnot. Dazu dann das ewige Schwitzen. Horrormässig im Winter, wenn man dicke Jacke und Schal anhat, dann in die U-Bahn steigt und sich nur alles vom Leib reisst, weil man es nicht mehr aushält. Alle gucken blöde, wegen dem Jacke ausziehen und dem Schweiß abwischen. Hatte sogar im Winter immer einen Taschenventilator mit. Aber das alles ist jetzt seit 1 Jahr vorbei und 6 kg habe ich seit August 04 auch abgenommen, ohne Diät oder Sport. Das Wundermittel heisst Subutex. Mich wundert es, dass hier kaum einer über Subutex schreibt.....ok, ist die Methadon-Seite, aber ne Subutex-Seite gibts ja nicht. Ist ja auch noch nicht so lange auf dem Markt, das Zeug. Da ich schon mehrere Methadon-Entgiftungen hinter mir habe, alle die Hölle und alle für die Katz waren, hatte ich irgendwie nicht mehr viel Mut und kaum Kraft für einen nochmaligen Metha-Entzug. Trotzdem wollte ich endlich von dem Scheiss-Metha weg, der Gesundheit wegen, dem Schwitzen wegen und ewig diese Abhängigkeit vom Arzt. Dann schlug mein Arzt mir Subutex vor. Er meinte, das wäre das ideale Mittel zum Abdosieren ohne grosse Schmerzen und Entzugserscheinungen. Ích mußte dann von 50 mg auf 40 mg runter, denn Subutex bekommt man erst ab 40 mg. Der 10 mg-Sprung nach unten war kein Problem. Dann kam die Umstellung von Metha auf Subu. Ich mußte 1 Tag aussetzen mit dem Metha, um etwas entzugig zu sein. Dann bekam ich 9 mg Subutex, das entspricht umgerechnet 45 mg Metha (1 mg Subu = vergleichbar mit 45 mg Metha). Entzugserscheinungen/Schmerzen hatte ich bei der Umstellung keine aber man ist ganz anders drauf. Nicht mehr so träge, hellwach im Kopf, man denkt über vieles (klar im Kopf) nach, worüber man auf Metha gar nicht nachgedacht hat. Ich kann nicht sagen, dass mir dieses Gefühl gefallen hat (manchen gefällt es), da ich immer gerne einen "Schleier" um mich hatte, auch gern gekifft habe, damit ich nicht so viel über Probleme grüble. Doch man gewöhnt sich an dieses Gefühl und man lernt es zu schätzen...denn es hilft einem ins "normale" Leben zurückzukehren. Ich bekam also 9 mg Subutex und wollte so schnell wie möglich auf 0 mg sein. Innerhalb von gut 4 Monaten bin ich erst in 1 mg-Schritten, dann immer weniger, bis hin zu 0,4 mg-Schritten runter gegangen. Dann habe ich noch 1 Woche 0,2 mg bekommen, dann nichts mehr. Ich hatte eine Horrorangst vor dem Affen, denn meinen Metha-Erfahrungen nach, kommt der richtige Affe erst, wenn du auf 0 bist. Mein Arzt beruhigte mich immer und sagte, ich bräuchte dafür nicht ins Krankenhaus und ich werde keinerlei Entzugserscheinungen haben. Und genau so war es! Ich konnte es kaum glauben, ich habe förmlich auf den Affen gewartet und genau auf meinen Körper geachtet, doch es passierte nix!!! Mir ging es super, ich konnte schlafen (zwar nur ca. 7 Stunden, heute immer noch) aber das reicht ja auch. Mir war, als hätte ich nie Drogen genommen. Jetzt bin ich 1 Jahr clean. 1/2 Jahr hatte ich morgens noch Durchfall und ca. alle 2 Wochen (auch 1/2 Jahr lang) hatte ich nachts etwas Ziehen in den Beinen, oder nur in einem Fuss oder so. Das war ätzend, aber leicht auszuhalten und hat ungefähr 5 Stunden gedauert. Das kann man in Kauf nehmen, dafür dass man sich ohne Drogen wie neugeboren fühlt. Suchtdruck verspüre ich so gut wie nie...in dem 1 Jahr vielleicht 2-3 mal, wenn man mal total deprimiert ist oder was extrem schlechtes erlebt hat. Aber dem kann man standhalten. Zur Not kaufe ich mir bei Suchtdruck 2-3 Flunis oder Rivotril, trinke ein Bier darauf und gut ist. Ich werde niemals mehr Shore anpacken, ich hab die Hölle hinter mir und ich bin allen Ärzten und Wissenschaftlern dankbar, dass sie Subutex entwickelt und mir dadurch ein neues Leben geschenkt haben. Das Kiffen habe ich auch so gut wie sein lassen, nach 20 Jahren dauerkiffen. Ca. 1x im Monat holen ich mir 1-2g Dope aber das ist ja noch vertretbar, im Gegensatz dazu, was ich mir vorher alles reingeknallt habe. Durch die lange Methadon-Zeit habe ich nur Freunde und Bekannte, die Methadon nehmen. Es macht mir nichts, zuzugucken, wie sie das Zeug nehmen oder ihren Beigebrauch an Pillen oder ab und an auch Shore rauchen. Gut, sollte Shore-rauchen mal vorkommen, bin ich immer sehr schnell verschwunden. Ich bin ziemlich labil und mich dem auszusetzen...nee, das muss nicht sein. Also Ela und ihr anderen Leute: wenn ihr wirklich den festen Willen habt, vom Metha wegzukommen: dosiert euch mit Subutex ab, etwas besseres, schmerzloseres und zügigeres gibts einfach nicht! Viel Glück dabei und vergesst nicht: es lohnt sich!!!!!!

Substanzen: