Hilfe mein Kumpel ist Heroinabhängig

Hallo zusammen

Ein bekannter von mir den ich überalles liebe. Ist Heroinabhängig seit er 12 jahre alt ist. Jetzt lebt er auf der Strasse und bettelt täglich um Geld um seine Drogensucht zu finanzieren. Selten ist er gesprächig. Aber wie es scheint glücklich obwohl verwarlost und müde. Ich habe ihn schon öfters zum essen eingeladen aber bleibt nur kurz und von sich erzählt er auch nichts. Er redet eigentlich praktisch nichts mit mir. Zirzeit gebe ich ihm jeweils 1 Zigarette wenn ich ihn sehe. Weil ich seine Drogensucht nicht umbedingt unterstützen will. Ich möchte ihm gerne helfen und ihn glücklich sehen. Aber wie kann ich ihm helfen? Lieber Gruss und danke fürs lesen Adel

Substanzen: 

Kommentare

Leider...

... Leider sind Heroinabhängige in den meisten Fällen nicht mehr zu helfen... :(

Mein großer Bruder war auch jahrelang heroinabhängig, nimmt seit ein paar Jahren jedoch nur noch sch**ß Methadon. Ich weiß, wie es ist. Es ist hart jemanden in solchen Zuständen sehen zu müssen, vorallem wenn die Person einem nahe steht. Ein Cousin von mir ist sogar an einer Überdosis gestorben.

Es ist schwierig jemanden mit solcher Sucht tatsächliche Hilfe leisten zu können. Die meisten wollen garnicht aufhören, weil sie sich selbst aufgegeben haben. Sie sehen keinen großen Sinn mehr in ihrem Leben und versuchen ihre Realität mit diesem Zeug zu betäuben. Und wenn man einmal drin ist, dann kommt man in 80 - 90 % aller Fälle kaum wieder da raus. 

Das Problem bei H ist, dass es nicht nur psychisch, sondern zusätzlich körperlich abhängig macht. Sobald man auf Entzug ist, erlebt man ekelhafte Entzugserscheinungen wie brechen, Durchfall, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Schlafprobleme, etc., dass für Betroffene meistens unaushaltbar ist. Sogar Angehörige können diesen Anblick oft nicht standhalten, zumindest war es bei meinen Eltern der Fall. Mein Bruder hat bei seinem kalten Entzug so gelitten, sodass mein Dad sogar darüber nachgedacht hatte ihm den Stoff zu besorgen, weil er es unerträglich fand seinen Sohn so leiden zu sehen. Je nach dem kann so ein kalter Entzug sogar lebensgefährlich werden. Umso schwerer ist es für Süchtige damit aufzuhören. Der psychische Entzug kommt noch mit drauf und ist noch unaushaltbarer. Betroffene werden vom Entzug des Öfteren aggressiver, anschließend scheint es als könnten sie überhaupt nichts empfinden, gefolgt von ziemlich tiefen Depressionen. Die Realität nüchtern ertragen zu müssen ist für die meisten Heroinabhängigen grausam. Die meisten haben eigentlich nichts, keinen Job, keine richtigen Freunde, kein Geld, etc. und sie sehen für ihre Zukunft keine Chance.

Es ist für Außenstehende ziemlich schwierig sich in Herinabhängige hineinzuversetzen, aber dafür muss man nun mal auch in ihren Schuhen stecken. Leider werden diese Menschen vom Großteil der Gesellschaft ziemlich herablassend betrachtet. Viele sehen nur einen Junkie, der nichts weiter im Leben tut, als fixen. Dabei steckt meiner Meinung nach eigentlich so viel dahinter - wer will denn schon freiwillig und aus Spaß von einer Sucht kontrolliert werden? Ich denke niemand ist Drogenabhängig, weil man es schon immer so wollte. Niemand hat als Kind für sich beschlossen "Hey, ich werde später Drogen nehmen!" Also ich persönlich kenne niemanden, der Drogen nimmt und eine heile Vergangenheit hatte. Egal ob Kiffer, Heroinsüchtig, Amphetaminsüchtig oder sonstiges - alle, die ich kenne, hatten es im Leben nicht leicht, hatten irgend ein traumatisch-prägendes Erlebnis, etc. 

So wie es aussieht, hatte auch dein Kumpel keine einfache Vergangenheit, wenn er sogar schon mit 12 Jahren in die Sucht reinrutschte. Vielleicht hat er grausame Eltern, die ihn misshandelten und ihm keinerlei Beachtung schenkten. Vielleicht kam er aber auch nur in falsche Kreise und handelte aus Gruppenzwang. Vielleicht hat er auch eine ganz bestimmte Sache erlebt, die ihn prägte, womit er nicht wirklich zurecht kommen konnte. 

Du kannst ihm leider nicht wirklich helfen. Nach deiner Beschreibung hat er sich selbst völlig aufgegeben, wenn er sogar schon auf der Straße lebt und bettelt, nur um Geld für Heroin zu sammeln. Er sieht wahrscheinlich keine Hoffnung mehr in seiner Zukunft. "Wer würde mir überhaupt eine Wohnung vermieten? Wie finde ich eine Wohnung, die nicht zu teuer für das Amt ist? Wie kann ich ohne nichts nach Arbeit suchen? Wer würde mir überhaupt einen Job geben? Was, wenn nichts von all dem klappt und ich ohne nichts dastehe?", ungefähr solche Gedanken kreisen in ihnen, zumindest nach meiner Vermutung. Sie erzäugen Druck und Panik, viele haben Angst davor ständig zu fallen und wieder auf Null zu stehen. Die einen wagen es, die anderen geben jedoch nach Scheitern wieder auf und geben sich daraufhin einen Schuss. Auf H scheint alles viel erträglicher, obwohl es eigentlich nur eine Scheinwelt ist. Dein Kumpel denkt eventuell auch, dass er keine Freude mehr empfinden kann und nur durch H positive Gefühle in ihm ausgelöst werden können. Wenn ich mich recht erinnere, fühlt man sich auf Heroin so geborgen wie in der Gebärmutter der Mutter und alles um einen rum ist egal. Keine Sorgen, keine Traurigkeit, einfach nur ein angenehmes und entspanntes Gefühl. Nach diesem Empfinden sehen sich Süchtige und denken es nur durch H erreichen zu können. 

Deinen Kumpel davon loszubekommen ist leider nahezu unmöglich, aber ich bin dennoch der Meinung, dass es für jeden noch Hoffnung gibt.

Ich kenne einen, der auch ziemlich tief in seiner H-Sucht steckte und zweimal ins Gefängnis kam. Bei seiner zweiten Haft merkte er jedoch, in welchem Teufelskreis er sich befindet. Er dachte sich dabei "Ich sitze hier drin. Ich nehme mir vor alles zu ändern. Ich komme raus. Ich nehme das Zeug wieder. Ich rutsche ab. Ich komme wieder in den Knast." Dieser Gedanke, dass er sich, sollte sich nichts ändern, vielleicht für immer in einem solchen Kreislauf bleiben könnte, machte ihn so fertig, sodass er daraufhin beschlossen hat sich zu bekehren und nur noch mit Gott zu leben. Und das funktionierte! Er hörte auf zu rauchen, trank nie wieder Alkohol und wurde auch endgültig clean. Man könnte sogar sagen, dass es bei ihm von jetzt auf nachher dazu kam. Es dauerte nicht lange, bis er sogar großen Ekel für jegliche Drogen, seien es auch nur Zigaretten, emgpfunden hat. Er war 24 Jahre alt, als er aus dem Knast kam. Um nicht nochmal in falsche Kreise zu kommen, lebte er bei einem christlich-gläubigen Mann, was auch eine gute Entscheidung von ihm war. Er arbeitete seine Sozialstunden ab, fing erst mit 26 Jahren seine Ausbildung an und schloss sie erfolgreich ab und machte seinen Führerschein inkl. MPU. Daraufhin fing er in einem Automobilkonzern an zu arbeiten und suchte sich eine eigene Wohnung. Heute hat er eine gute Arbeit, verdient gut Geld, hat einen Benz bei sich stehen, ist verheiratet und hat drei gesunde Kinder. Er ist glücklicher den je - und seine Geschichte ist für mich heute noch faszinierend. Ich erzähle sie gerne, weil ich hoffe, dass Andere eine Art Inspiration entdecken können. Es ist wirklich nicht leicht aus einem Loch rauszukommen, wenn man bereits tief drin steckt. Aber es ist keinesfalls unmöglich! Jeder verdient eine Chance und jeder hat das Recht ein glückliches Leben führen zu dürfen. 

Auch dein Kumpel.

Aber dein Kumpel kann sich auch nur helfen lassen, wenn er es selbst will. Solange er nicht bereit ist Hilfe anzunehmen, wirst du leider großartig nichts dagegen machen können... Zwingen kann man schließlich keinen. Doch mit kleinen Gesten ist es sicher möglich ihm einen Schubs in diese Richtung zu geben. 

Was du auf jeden Fall tun kannst, wäre z. B., wenn du ihn nicht wie der Großteil der Gesellschaft herablassend behandelst. Betrachte ihn nicht als armseligen Junkie, sondern als Menschen, der trotz seiner Sucht genauso Gefühle hat, wie alle anderen (und ich denke das machst du bereits, so wie du deine Situation beschrieben hast :)). Selbst wenn er deshalb vielleicht sogar schlechtes getan hat. Sein Verhalten basiert wahrscheinlich nicht auf einen schlechten Charakter und Egoismus, sonst währe er sicherlich kein Bekannter von dir, den du über alles liebst. :) Er ist ein gebrochener Mensch, verzweifelt und ohne Hoffnung. Wenn ihm eine Person zeigt, dass er es wert ist an ihn zu glauben, dass ihn irgendjemand nicht aufgegeben hat, dass auch für ihn die Hoffnung noch existiert, dass er eine Chance verdient, er einem wichtig ist, dass es jemanden gibt der ihn ernst nimmt und ihm wirklich helfen will, etc., dann kann ich mir auch vorstellen, dass es irgendwo in ihm klick machen könnte, selbst wenn es nur ein leises "Klick" wäre. 

Ich denke du hast dich ihm gegenüber super verhalten. Dass du ihn zum Essen einlädst, Gespräche suchst und ihm hin und wieder Zigaretten spendierst, bedeutet ihm sicher mehr, als er zu zeigen mag. Natürlich kann ich es nicht sicher beurteilen, da ich ihn nicht persönlich kenne, aber vorstellen kann ich es mir. Wie siehst du das? :)

Folgender Vorschlag mag jetzt vielleicht ein wenig blöd klingen, aber könntest du dir vorstellen deinen Kumpel sogar vorübergehend bei dir wohnen zu lassen, damit er nicht mehr auf der Straße schlafen muss? Wer weiß, ob ihn diese Geste berührt und sogar einen kleinen Schritt vorwärts bringt. Vielleicht würde es ihn sogar dazu anspornen sich was Eigenes zu suchen. Je nach dem kommt vielleicht sogar das Eine zum Anderen und er rappelt sich langsam auf. Aber du musst vorsichtig sein, solltest du diesen Vorschlag tatsächlich in Anspruch nehmen wollen. Er mag zwar ein Kumpel von dir sein, der dir wichtig ist, aber das würde ihn vielleicht nicht daran hindern Mist zu bauen. Sprich; Du kannst nie wissen, ob er von jetzt auf nachher plötzlich mit diversen Wertsachen verwindet, seien es teure Gegenstände oder sogar Erbstücke von wertvoller Bedeutung. Mein Bruder hatte damals bei uns auch alles Mögliche geklaut, um irgendwie an Geld zu kommen, damit er sich seinen Stoff holen konnte. 

Bist du sehr eng mit deinem Kumpel befreundet oder habt ihr eher nur mal nebensächlich Kontakt? Wenn ihr beide euch gut versteht und euch allgemein über verschiedene Dinge und Probleme austauscht, dann könntest du es in Angriff nehmen dich mit ihm unter vier Augen hinzusetzen und über seine Situation ausführlich zu reden. Frage ihn, wie er auf dieses Zeug kam, was ihn dazu führte es weiterhin zu nehmen, wie seine Familie ihn behandelt, wie seine aktuelle soziale Situation ist, ob er Dinge gerne anders haben möchte, etc. Dabei solltest du darauf achten, dass du ihn nicht zu sehr unter Druck setzt oder mit Fragen überforderst. Zeig ihm, dass du ihm seinen Freiraum gibst, dir aber sein Wohlergehen wichtig ist und du ihm gerne helfen möchtest. Hör ihm zu, versuche Verständnis aufzubringen, verurteile ihn nicht für schlechte Taten oder seine Sucht. Du könntest dabei wichtige Informationen sammeln, die nützlich sein könnten, um ihm helfen zu können.

 

Weißt du, die Ratschläge, die ich eben aufgeschrieben habe, sind ehrlich gesagt mit großer Wahrscheinlichkeit eher eine Sicht durch die rosarote Brille. Es wird bestimmt nicht unbedingt leicht sein einen Heroinsüchtigen mit Gesten und Gesprächen irgendwie helfen zu können. Er könnte auch völlig auf Hilfe verzichten und dich blöd gesagt dann einfach wegscheuchen. Aber es scheint einen Versuch wert zu sein, sonst hättest du wahrscheinlich nicht um irgendwelche Hilfe und Ratschläge gebeten, wenn's gar keine Hoffnung mehr geben würde. :) 

Und vielleicht wird es sich auch lohnen, selbst wenn es nur eine winzige Kleinigkeit bringen könnte.

 

Ich hoffe du hast Erfolg, viel Glück und alles Gute dir (bzw. euch)! :)

heroinabhängigkeit

Es ist nicht leicht, jemanden mit Heroinsucht zu helfen. EIn Schulfreundin kam drauf, nachdem ihr Vater gestorben ist und pumpte mich immer wieder um Geld an und erfand ausgefallene Vorwände. Gib deinem Freund nur kleine Mengen, die du verschmerzen kannst, und die Kohle wirst du nie wieder sehen. Gib ihm was, wenn er Hunger hat und was essen möchte oder lade ihm zum essen ein oder schenke ihm Lebensmittel, die er mag, wenn du möchtest. Auch ein Kleidungsstück kann manchmal helfen, was er gerade am nötigsten braucht. Wenn er nicht genug saubere Spritzen hat, schenke ihm ein Päckchen Insulinspritzen, die einen ml fassen und dünne Kanülen haben, so kann er sich nicht so leicht mit HIV oder Hep. C anstecken. Auch alkoholisches Desinfektionsspray hilft. Man bekommt sowas auch in Konsumräumen oder Drogenberatungsstellen geschenkt, da kann man auch gemeinsam mal hingehen. Man kann versuchen, sich bei Drogenberatungen durch zu telefonieren, ob es einen Arzt gibt, der Substitutionstherapie macht. Er braucht Substitution, damit er von der Straße wegkommt, oder zumindest der Beschaffungsstress abnimmt. Eine Therapie wäre auch nicht schlecht. Viele drücken wegen schlimmen Schicksalsschlägen. Leider gibt es viele unfähige Therapeuten. Ein Freund von mir war 20 Jahre abhängig, bevor ich ihn kennenlernte. Er wurde mit Polamidon oder mal Subotex substituiert, hatte Hep C und fand irgendwann einen guten Therapeuten. Zuvor hatte er in einem Hotelzimmer mit Rohypnol seinen turkey behandelt, in wenigen Tagen, bei Heroin ist der turkey heftig aber kurz. Er schaffte es und ist über 10 Jahre clean. Aber er sagte, dass man es selbst wollen muss. Ich habe schon von vielen gemeinen Therapeuten und fiesen Einrichtungen gehört, da also bitte erst schauen, wo es gute Erfahrungsberichte gibt.

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