Leben weggeschmissen

Alles hatte echt easy angefangen! 1993! Über meinen Freundeskreis bin ich zum Kiffen gekommen! Bis dahin gab"s immer nur Alk und Kippen ab und zu. Siebzehn Jahre alt und neugierig war ich. Erstmal nichts gespürt von den Tüten. Also wurde mir ein Kakao gemacht. eine dreiviertel Stunde verging, Lachflashs kamen! Ich konnte nicht mehr aufhören! Die Wirkung wurde heftiger. Totale Lähmung, aber immer noch gut, doch zuviel! Her mit dem Eimer, der Magen rebellierte. Dann Schlaf! Die letzten zwei Jahre bis zu meinem Abitur ab und an gekifft, mal ein Kakao, mal ein Spacecake, weiterhin alles easy! Bruder wohnte in Berlin! Techno, Party, geile Zeit. Um mich herum alle druff! LSD, E, Speed. Ich blieb beim kiffen. Dann 1996 Loveparade. Scheiss Kommerz! Der Abend sollte besser werden. Ab in die S-Bahn. Neugierde zu gross. Pille gekauft! Goa Party vor den Toren von Berlin, Geheimtip! Geile Sache, Pille eingeworfen, super Stimmung, alles easy! Runterkommen supersmooth! Drei wochen danach kam"s. Ich lag im Bett, abends. Auf einmal Knochenschmerzen. Was war das? Grippe? Gut geschlafen, aber am nächsten Tag total müde. Keine Lust auf meinen Zivi-Job. Ich fühlte mich als ob ich unter starken Medikamenten stehen würde. Ich schlief viel, tagsüber, nachts, immer! Um fünf Uhr war Feierabend. Kein kiffen mehr. Ich ging joggen, jeden Tag. Das musste wieder weg. Sechs wochen nach dem Pillenerlebnis auf einmal Kopfschmerzen, verzerrte Wahrnehmung, ein bisschen wie auf Droge, verpeilt, unangenehm! Ich ging weiter joggen. Dann kam urplötzlich die Klarheit wieder. Normale Wahrnehmung wieder. Glück gehabt, leider nichts gelernt. Zwei weitere Pillen folgten, ohne Folgen. 1997 beim Kumpel, Helge Schneider im Kino schauen. Erstmal auf das richtige Niveau rauchen. Zwei mal gut die Wasserpfeife durchgezogen, rauche normalerweise nur Tüten. Im Fernsehen lief "Louis de Funes und die Ausserirdischen". War nichts mehr mit Kino, viel zu breit! Aber die Ausserirdischen waren gut. Ich mimte sie nach, rannte durch die Wohnung! Im Nachbarzimmer ein unbeteiligter. Auch ihm zeigte ich meine Imitation der Ausserirdischen. Sehr lustig, haha!!! Peinlichkeit überkam mich. Was hatte ich getan. Der wusste gar nicht worum es ging. Zu viel gekifft. Die Drogenwirkung nahm zu. Lähmung, was hatte ich getan, Peinlichkeit. Kann mich hier nie mehr blicken lassen. Die Drogenwirkung nahm zu, konnte mich nicht mehr bewegen. Kontakt zur Umwelt verloren. Die Zeit stand still. Ich war in der Zeit hängen geblieben. Das Raum-Zeit-Kontinuum stand still. Das war"s, mein Leben vorbei! Totale Überzeugung! Dann kam der Blackout und der Schlaf. Am nächsten Morgen war mein Kopf wieder klar. Doch ich hatte nichts dazu gelernt. Sieben Tage später gab"s Pilze, beim gleichen Kumpel, zum ersten mal. Der Drogenfilm war ok, bis ich zum runterkommen eine Tüte rauchte. Oh Gott, da war es wieder. Ich hier in dem Raum, immer noch hängengeblieben im Raum-Zeit-Kontinuum. Die komplette letzte Woche, nichts als eine Projektion in meinem Kopf. Dann kam der Schlaf. am nächsten Morgen war"s wieder ok. Zwei Wochen vergingen. Abends war ich unruhig, zappte dauernd die TV-Kanäle hoch und runter. Am nächsten Tag gegen Mittag leichte Wahrnehmungsstörungen, zunehmend, Unruhe. Dann am Tag darauf wieder wie auf Droge. Totale Reizüberflutung, Ängste, Depressionen, Schlafstörungen folgten. Abends war"s besser. Ich hatte das Gefühl ich dreh" durch. Scheisse, ich war hängengeblieben. Es hätte alles passieren dürfen nur das nicht. Es war ähnlich wie ein halbes Jahr zuvor, nur viel viel heftiger. Jeden Tag fühlte ich mich anders. Ich machte wieder viel Sport. Zum Sommer hin wurde es besser. Doch immer wieder heftige Flashbacks. Mein Leben war total eingeschränkt, von Drogen zerstört, ich ein Opfer meinerselbst. Das war 1997. Fünf Jahre später kämpfe ich immer noch mit den Folgen des Drogenkonsums. In den letzten fünf Jahren habe ich nie wieder beide Füsse auf den Boden bekommen. Mir ging"s mal besser, mal schlechter. Ich habe massenweise Ärzte konsultiert, Psychotherapien gemacht, Psychopharmaka genommen die mich nur noch depressiver gemacht haben und bis hinter die Türen der Geschlossenen gebracht haben. In den letzten fünfeinhalb Jahren hatte ich wenn es hochkommt sechs gute Wochen in denen ich die Welt wieder mit den Augen wahrnahm die ich vor dem Drogenkonsum hatte. Die restliche Zeit war mehr oder weniger ein Kampf, an Leben war wenig zu denken. Zur Zeit geht"s mir wieder sehr beschissen, totale Selbstverfremdung, emotionale Verarmung, Suizidalität, jeden Tag ein bisschen anders. Vor fünfeinhalb Jahren habe ich meine letzte Droge konsumiert. Bis heute zahle ich den Preis dafür. Ich hoffe, die Zeit wird"s richten. Think about it! Wenn ihr ähnliche Erfahrungen, Tips etc. habt schreibt mir bitte! xxx@xxx.xx bis denne jack

Drug Scouts Kommentar: 

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