Mal wieder zerstochene Arme und zerbissenes Zahnfleisch

Hallo, ich zögere grade den letzten Schuss Koka auf und denke es kann nicht schaden hier mal zu berichten.

Vorab möchte ich sagen das dies hier keine Verherrlichung von Koks sein soll und auch erst recht nicht für die intravenöse Konsumform !!

Es ist dämlich was ich veranstalte aber eben doch so schön...

Es ist einfach ein kurzer Erfahrungsberichtericht.

Kurz zu mir:

Ich bin 45 und konsumiere etwa seit dem ich 20 bin alle paar Jahre gerne mal "guten Stoff" iv.

Irgendwann mit 20 oder 21 war ich neugierig auf Heroin, in meiner "Peer Group" hätte dafür niemand Verständniss gehabt so das ich mir das Pülverchen besorgte und allein konsumierte. Ganz sicher auch kein Ratschlag für die Allgemeinheit.

Ich hatte vor vom Blech zu rauchen aber nach den ersten Wölkchen wurde ich zum Helden, mir viel ein das die Apotheke gleich nebenan ist, es keine große Aktion wäre Spritzen und Asco zu holen. So schwer konnte das doch nicht sein??

"Das geht bestimmt viel besser..." oder Ähnliches dachte ich mir und ja, Heroin macht durchaus mutig, denn ein iv. Konsum war bis zum Atmen der ersten Dämpfe sicher überhaupt kein Thema.

Naja, natürlich war es besser, viel besser (das subjektive Erleben natürlich nur, in Wahrheit; in dem Alter mit 0 Erfahrung ohne Anleitung, ohne etwas über die Stärke des Materials zu wissen oder wie man so einen Schuss vernünftig vorbereitet -Inet war noch nicht- war das sicher ein enormes Risiko und es war nichts als pures Glück das ich mich nicht gleich ins Jenseits geschossen habe oder eben "einfach" abhängig wurde)

So und wer von Euch nun schoneinmal irgendwas iv. konsumiert hat wird vielleicht nachvollziehen können das man es dann einfach anders nicht mehr macht.

Eben auch nicht Kokain, ja schwachsinniger Weise drücke ich mir selbst Pep wenn es alle paar Jahre mal zur Hand ist.

Das wollte ich zur Einleitung los werden um die Konsumform zu erklären.

Ich war tatsächlich nie "drauf", habe niemals einen Entzug gemacht oder mich irgendwie süchtig gefühlt (natürlich nach 1g nicht allzuschlechtem Koka iv. ist man süchtig, gierig , verzweifelt und fertig - aber das geht ja schnell wieder vorrüber).

Ich habe in meinen 20ern ziemlich regelmäßig (täglich) Cannabis geraucht, ab Anfang 30 spielte auch das Kraut eine zunehmend kleinere Rolle, wenn ich heute mal was hab frag ich mich hinterher immer was mir das über mehr als ein ganzes Jahrzehnt eigendlich gegeben hat.

Nur mit Nikotin führe ich einen vielleicht aussichtlosen Kampf - aber ich führe ihn.

Also: in sehr unregelmäßigen Abständen, das mag mal 3-4 mal im Jahr sein und dann liegen mal wieder 2-3 Jahre dazwischen (der letzte Kokakonsum liegt sicher 2 Jahre zurück, Heroin sicher schon 5 Jahre) ballere ich mich dann mal für 1 manchmal für 2 Tage weg.

Ja und so viel mir gestern Nachmittag ein das ich ja mal wieder könnte und hab mir das Koks und ein bischen Heroin für das sicher bald nach dem letzten Kokaschuss einsetzende, wahrscheinlich brutale Runterkommen besorgt.

Irgendwie ist es schon erstaunlich, man denkt monatelang gar nicht dran und dann, hat man den Entschluss gefasst, wird jede Minute vom Fassen des Entschlusses bis  man dann endlich mit dem Zeug versorgt in den eigenen 4 Wänden ankommt und loslegen kann überaus nervig.

Gestern ging es schnell und ich habe unwahrscheinliches Glück mit der Qualität, löst sich auf wie nix, schon beim Wasser drüberschütten.

Ich habe mit ca. 80 mg gestartet und war überwältigt, klar der Flash dauert keine 20 Minuten aber das Bedürfniss nachzulegen kommt erst viel später.

Mit einem Schlag klingelte es, die Lampen waren an, fast zu heftig. Nein, es ist doch so schön...

Trotzdem auch irgendwie krank, ein Video das mich über den Abend und die Nacht aufgenommen hätte würde ich mir lieber nicht anschauen wollen:

Nur in Boxershorts die Zeit zwischen den Knallern mit unsinnigen, filmhaften Tätigkeiten vertreibend, zwischen am PC irgendetwas über Kokain und Heroin lesend (wie hier), dem unnötigem Schrubben des Badezimmers, Pumpen die doch nur einmal benutzt werden unsinnigerweise direkt nach dem Druck wie blöde ausspühlend, so das ich hin und her gerissen bin zwischen Flashgenuss, Pumpe waschen und dem Abdrücken des frischen Loches.

Die Arme die von Stunde zu Stunde schlimmer aussehen, dem Kiefer der kaum zu kontrollieren ist und mir kaputtes Zahnfleisch und einen üblen Muskelkater bescheren wird. Und gleichzeitig dem stumpfen Glück es mal wieder getan zu haben und noch was zu haben.

Gleich wird es vorbei sein, ein dicker 100 mg Schuss wartet noch. Der letzte ist 1,5 h her und das Bedürfniss ist noch nicht allzu groß. Ganz ehrlich, im Moment bin ich ganz froh das es zuende geht, irgendwie ists gut gewesen...

Ganz sicher sehe ich das bald ein wenig anders :-D Aber dann ist da noch das Braune, auch daruf freue ich mich total, ewig ists her und es wird mich sicher schön wegdämmern lassen.

Wünscht mir eine sanfte Landung, es ist Zeit für den letzten.

Aber nochmal:

Soetwas kann man nicht empfehlen, es ist Schwachsinn, giftig, schädlich. Allein meine Arme und mein Zahnfleisch... Es ist bescheuert !!!

Ich wünsche Euch allen eine gute Zeit !!!

Substanzen: 

Kommentare

Bericht

Ey Kollege ich weiß nicht ob du das hier siehst immerhin ist's schon ein Jahr fast her aber ...wie ich deine Art und Weise zu schreiben Feier :D Du klingst sehr vernünftig und wirkst deinem Alter entsprechend souverän du durchdenkst und analysiert bzw reflektierst dich selbst und deine Gedanken in erstaunlich gründlicher und nüchtern gnadenloser manier du bist natürlich unvernünftig dich zu vergiften aber du behältst einen kühlen Kopf dabei gehst es irgendwie wissenschaftlich an und untersuchst das gesamte Wesen der Erfahrung und die Wirkung auf Körper und Geist.

Ich würde dir sogar zutrauen häufiger oder länger so kontrolliert berauscht zu sein . Auf Dieses kein Bock mehr ist aber kein Verlass allein schon weil du eben in gewissen Umständen doch Bock hast ,weiter Bock hast . Das kann irgendwas blödes sein , Haustier tot und Nachbarn vollständig durchgeknallt dazu schlechtes Wetter und Rückenschmerzen .... Naja aber sei nicht so streng mit dir lass dir weiterhin einfach so brilliant von dir selbst keine Ausreden einreden dann kannst du ganz relaxed den Turn genießen und die Tage ohne hast du nicht das Gefühl was zu verpassen weil du es dir selbst verbietest

Gönn dir!

Jäe ehh okay dieser Satz oben Haut mich ganz hin grammatikalisch und rein so gesehen. Wayne insteressiert's Kennt ihr eigentlich den neuen Wayne? Den interessiert's noch wayniger . Hahaha ja ha Ach ja nee so Guck jetzt Southpark ,hab bei der 12. Staffel oder so aufgehört und einiges nachzuholen.

Yeeeeeheee yeeeehaa

wenige Monate später

Es war nun so das mich das ganze Thema noch eine ganze Weile stark beschäftigt hat.

Tatsächlich hat es lange gedauert bis mal 1-2 Tage vergingen ohne den Wunsch die eine oder andere Substzanz zu mir zu nehmen.

Mir vielen (und fallen) verschiedenste Ausreden ein. Ohne den Wunsch so ganz direkt zu spühren kamen immer wieder "vernünftige" Gedanken es zu tun. Z.B. das ich das Erlebniss, den Rausch, brauche num für mich dahinter zusteigen was mir an an diesen Drogen so wichtig ist das es immer mal wieder zum Konsum kommt. Auch das mir die Efahrungen wirklich schlechter Rauscherlebnisse (Paranoja, Herzrasen, Halluzinationen etc. ) fehlen könnte ja ein guter Grund sein...^^

Da solches selbstverständlich unter keinen Umständen vernünftige Gedanken sind komm ich nicht drum herrum diese Ausrden dann doch als das zu erkennen was sie sind: idiotische Ausreden. Mitunter dauert das aber.

Spätestens aber wenn der tatsächlich vernünftige Gedanke im Bewusstsein erscheint das soetwas dann aber gut vorbereitet und noch mindesten 3x durschdacht werden muss, eine Nacht darüber geschlafen werden muss, entlarvt sich alles.Depression und Entteuschung, Sehnsucht kommt auf : Wie, ich verbiete mir das jetzt? Ich werde heute tatsächlich nichts mehr zu mir nehmen? Dann bin ich plötzlich entteuscht und bemerke das ich ja so gerne würde und sicher nicht um Paranoja zu erleben..

Inzwischen wo das Thema an Bedeutung verloren hat bietet grade diese Tatsache des (zumindest scheinbaren) "gegessen seins" ein neues Asredenreservoir.

Die Entteuschung ist immer noch da wird aber zunehmend begleitet von etwas Belusigung über mich selbst und einem Grinsen über diese idiotischen aber wohl doch nur ganz menschlichen Versuche mir etwas schön zu reden.

Mir stellt sich übrigens eine Frage die hartnäckig ist, dahinter verbirgt sich hinter einer möglichen Ausrede einfach auch sachliches Intereesse oder einfach Neugier:

Es finden sich viele Beschreibungen möglicher Symptome einer Überdosis beider Substanzen, auch in Kombination. Leider sind aber objektive (fachliche, nicht aus Sicht der Konsumenten) Fallbeisspiele nicht zu finden.

Was passiert in welcher RTeihenfolge nach einem zu hoch dosiertem Schuß?

Falls jemand etwas dazu sagen kann und mag würde mich das freuen, evtl kann mir jemand Quellen nennen wo ich nachölesen kann, gern auch Bücher nur würd ich dafür nun auch kein Vermögen ausgeben wollen (max. 50,-). Es auszuprobieren wäre einfach keine vernünftige Idee :-D

Danke für das Interesse !

koks

Ich kenne das sehr gut, was Du da schreibst. Nur ist bei mir die Sucht voll ausgeprägt und hat mich immer wieder zurück geworfen. Alles, was ich geschafft habe in Cleanzeiten war wieder futsch und ich musste von vorne anfangen. So viel Geld, Streit, schlechtes Gewissen, etc. Und nur weil ich mich nicht beherrschen konnte. Bin jetzt seit fast 1 Jahr clean, nur auf Pola. Komme super klar. Gearbeitet habe ich immer. Genieße aber wieder mein Leben, fahre in Urlaub, kann mir einiges leisten. Zahle aber immer noch Schulden ab. Tue im Gegensatz zu früher aber viel mehr für mich. Gruppe, beantragte ambulante Therapie. Ruhezeiten. Ich bin egoistischer geworden, höre auf mich, mein Gefühl. Das betrügt Dich nicht, wir wissen, ob etwas gut oder schlecht ist. Mein Tipp für Dich:gehe kein Risiko mehr ein, in unserem Alter steigt die Gefahr von Überdosis, Folgeschäden, etc.LG.

Danke für Deine Geschichte.

Danke für Deine Geschichte. Bin mir nicht sicher, wie ich Sucht für mich definieren kann. Vielleicht mit "Ich halte meine Versprechen an mich vor dem Sniefen nicht nach dem Genuss von Kokain ein." Immer wenn ich mir was vornehme und ganz fest sage "Nur soviel, nicht mehr" dann stelle ich fest, es war doch viel mehr. Dieses "aber jetzt nie mehr" funktioniert auch nicht. Ich denke also ich bin süchtig. Es ist noch "im Rahmen" aber ich weiß nicht ob es so bleibt (was relativ in Ornung ist), ob es mit der Zeit weniger wird (wäre ich dankbar) oder ob es schrecklicherweise immer mehr wird. Ich habe das Zeug immer wieder weggespült. Aber auch genausooft wieder neues Zeug besorgt. 3 Monate 50g Koks, 3g Heroin, 20g Hasch. dann den Rest weggeschmissen. 2 Wochen nichts. Jetzt habe ich mir wieder Koks besorgt. Ich hoffe, ich habe es unter Kontrolle (wohl nicht...).

Heroin besorge ich mir aber nicht mehr. da bin ich zwei Tgae danach wie ein Zobie rumgelaufen. Mann ging es mir schlecht. Kotzübel, Koordinationsprobleme beim Laufen, Pissen war schwierig, Blase wurde nie leer also ständig ran an die Toilette, Kopfschmerzen und ich habe ausgesehen...wie ein Zombie halt...

Scheisszeug, aber so schön, wenn man es nimmt. Danach halt nicht...ich weiß nicht wohin das führt. Werde hier hoffentlich noch berichten können.

Ihr DrugScouts: Danke! Danke für dieses Forum. Lesen hilft, Schreiben hilft. Danke! Danke! Ich würde Euch am liebsten den Betrag für meine nächste Koks Bestellung als Dankeschön überweisen (statt zu bestellen). Aber Einzahlungen gehen nicht anonym und ich will mich hier oder anderswo nicht outen. Habe Schiss. Danke trotzdem! 

ein paar Tage dannach

Will ein paar Tage später nochmal was zu diser Aktion schreiben.

 

Erstaunlicherweise gab es keinen Koksabsturz. Nein, die Gefahr schleicht sich andersherum an.

Der Umstand dass das Heroin hier benutzt wurde allein um den Koksansturz zu vermeiden oder zu mildern führt natürlich auch dazu dass das Opiat eben gar nicht wirklich vo zur Wirkung kam. Der erwartete Heroineinschlag nach einem Schuss blieb aus.

Ausserdem wurde das Opiat natürlich sehr vorsichtig dosiert, zum einen natürlich weil ich keine Toleranz habe va. aber um nicht nach dem Nachlassen der Wirkung des Uppers mit einer ggf. lethalen Opiatüberdosis für alle Zeiten wegzupennen.

Diese reine Heroinwirkung wurde nun so vermisst das ich den gestrigen Feiertag nutzte um diese doch noch zu erleben und nochmal was besorgte.

Jetzt hatte ich sehr wohl das was ich wollte aber deutlich wir auch das Suchtpotential dieser Droge wenn man weiss was man vermisst und doch so einfach haben könnte.

Das "musste" jetzt irgendwie noch sein.

Wäre ich vom Typ her ein bisschen "normaler" - damit will ich sagen das es einfach reines Glück ist das es so ist, keine persönliche Leistung, nichts worauf ich stolz sein oder mir etwas einbilden könnte und schon gar nicht etwas worauf ich mich verlassen könnte und sollte, mich in Sicherheit wiegen könnte - und es wäre nicht so das nach einem oder maximal zwei, drei Tag/en Drogenkonsum auf diese Art mit den entsprechenden üblen Nebenwirkungen (Harnverhalt, Übelkeit, "Aua" an den Amen, das wachsende schlechte Gewissen etc.) mir das ganze übelst anfängt aus dem Halse raus zu hängen, ich keinen Bock mehr auf den Scheiss habe, wäre ich längst gefangen in der Abwärtsspirale der Sucht.

Langsam, mit 45 könnte ich mich fragen (auch wenn auch dieses mal absolut kein Bedürfniss mehr da ist weiterzumachen) ob ich nicht jedesmal von Neuem das Risiko eingehe das es einmal nicht so ist das mich das "kein Bock mehr" schützt, es ist keine bewusste Entscheidung es nun gut sein zu lassen und ich weiss nicht ob ich stark genug wäre es aus reiner Vernunft einfach sein zu lassen wenn ich einmal doch noch Bock hätte.

Jetzt zu sagen ich tu es nie wieder wäre ziemlich leicht aber in ein paar Monaten oder Jahren, wenn die Lust wieder da ist ists vielleicht schlauer vorher zu sagen "Nein, evtl. hast Du diesmal keinen kein Bock der dich aufhören lässt lass es einfach bleiben !"

 

Interessanter ist doch die Frage was passiert wenn ich streng mit mir bin, wenn ich es aushalte Bock zu haben und es trotzdem nicht zu tun (und zwar bevor ich anfange).  Was käme dann zu Tage aus meinem Unbewussten, was steckt hinter dieser Risikofreude was wird offenbar wenn ich diesem Trieb nicht nachgebe, es mir nicht so leicht mache. Daraus könnte ich vielleicht sehr viel mehr lernen ala aus dem Konsum, den kenne ich doch schon, weiss wie es abläuft, was er mit mir macht.

Mir zu versprechen es nie wieder zu tun kann ich jetzt nicht, wäre zu einfach. Aber ich kann mir versprechen hieran zu denken wenn die Lust mal wieder kommt, das wird sie sicher.

Tja, vielleicht schwer nachzuvollziehen diese Gedanken aber der eine oder andre kann sich vielleicht hineinfühlen und etwas damit anfangen.

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