Meine langer, aber eigentlich dennoch kurzer Einstieg.

Hallo liebe Leute,

Ich erzähle euch meinen Kontakt mit Drogen. Ich hatte das Glück, spät in eine etwas größere Familie reingeboren zu werden. Das bedeutete, mein beiden Eltern hatten inzwischen viele Erfahrungen hinsichtlich meiner Geschwister gesammelt (generell bezogen, hier erwähnt aber auf Drogen, genauer gesagt Cannabis) und brachten eine gewisse Strenge mit sich. Vorabweg, ich habe es hinbekommen, Kosument zu sein und dennoch ganz normal zu ticken wie jeder andere und bin inzwischen erfolgreicher Student. Ich werde meine Erfahrungen chronologisch auflisten

 

Cannabis

Es fing am Gymnasium an, 7. oder 8. Klasse. Meine Schule hatte einen inoffizielen Status einer Kifferschule und ich war mit den meisten von Ihnen in einer Klasse. Kurz um gesagt, Sie haben mir gezeigt, was es war - ich fande es seit dem an amüsant und eig. ganz normal, in Relation gesetzt mit den ganzen anderen Krimskrams, den man sich besorgen kann. Man chillt, trifft sich irgendwo, zockt und knabbert etwas. Naja wie dem auch sei, ich sage mal, ich habe bis vor kurzem noch gekifft. Ich bin jetzt wieder seit 2 Wochen clean. Ich benutze das Wort wieder, weil nie wirklich aufgehört habe und seit diesem Erlebnis in meiner Klasse hatte ich ab und an Phasen, in dem ich aufgehört habe und dann wieder erneut angefangen habe, aus verschiedenen Gründen : Schule, Eltern, Sport oder ein bestimmter Anlass - ich konnte immer einen Grund finden, um Pause zu machen, auch wenn ich desöfteren Schwierigkeiten hatte oder sogar versucht habe, aufzuhören. Die Problematik lag dabei, dass viele gute Freunde von mir Kiffen und allgemein im Freundeskreis, einfach auch unter dem Aspekt, dass Sie in in den letzten Jahren an populärer geworden ist. Ich benutzte Cannabis immer, um Stress abzubauen, Trauergedanken zu vermeiden oder um Kreativität anzukurbeln, dabei hat das Eine bessere als das Andere geklappt.

Ecstasy

Bis heute bin ich froh, das ich an meinen Händen abzählen kann, wie oft ich mir "Teile" geschmissen habe. Das war gegen Mitte bzw. Ende meiner Schullaufbahn der gleichen weiterführenden Schule. Ein Schulfreund, bis heute einer meiner besten Freunde, war seit klein auf ein Partygänger, also für alles nur zu haben, nicht nur Techno. Aber eher die ganz "normalen" Partys mit Charts und HipHop, dessen Fan ich glücklicherweise ebenfalls bin. Es gab davor einmal die Situation, an dem ich Kontakt mit der Droge hatte: Ein Junge aus unsere "Bande" wünschte sich an seinen 20ten Geburtstag, das wir alle Teile werfen: Ich habe nur so getan und warf sie anschließend weg, ich war in dem Moment schlau genug zu wissen, dass ich den Suchtfaktor mit dem von Cannabis nicht gleichsetzen kann. Jedenfalls war das erste mal Konsumieren natürlich auf einer Technoparty, es war der Hammer und hat Spaß gemacht (1 Pille geteilt). Da mein Freund und ich per se permanent gut drauf sind, gerne tanzen und richtige Partylöwen sind, war es ein einmaliges Erlebnis. Seitdem gab es ein paar Male, immer bei bestimmten Anlässen (Karneval / Riesen Party Events). Aber inzwischen nehme ich davon auch nichts mehr. An Ecstasy fand ich den immensiven Schub an Serotin interessant, einen "Depressionskater" hatte ich aber dabei nur ein einziges mal, in kleiner Form. Da tat mein Kiefer eher schon weg (und das war wirklich minimal). Der Grund für mein stoppen war klar: Ich habe schnell gemerkt, dass so syntetischer Stoff schnell das Gehirn wegputzen kann und seitdem Konsum fühle mich auch anders. Nicht damit gemeint, dass sich alles um 180 Grad gedreht hat, sondern dass meine gute Selfreflexion gezeigt hat, was schnell passiert, wenn man es oft in einem kurzen Intervall macht. Ich würde es beschreiben als leicht abwesende, in sich gekehrte, "verkletscher" Langzeitnebenwirkung.

Kokain

Wer jetzt, hier hatte ich meine meisten Probleme, weil diese Droge die meiste Sucht entfacht, irrt sich. Ich habe es genau einmal ausprobiert und seit dem nie wieder, natürlich aus Neugier. Ein weiterer Freund aus meinem Kreis kennt einen ziemlich spitzfinden Unterweltler, der lange aktiv ist und dementsprechend auch eine sehr gute Qualität bat. Ich nahm ein paar Nasen und fühlte mich nicht wirklich anders, falls sich viele an dieser Stelle Fragen warum? Ich habe es mir so erklärt: Der Freund war danach total "drupp" und ich habe vor meinen Augen gesehen, wie er dasselbe nahm, d.h es wurde nichts gestreckt, verändert und es war auch echt. Aber ich habe an sich, ein sehr starkes Selbstwusstsein und einen noch höheren Endorphinkick, wenn ich angetrunken mit Freunden feiern gehe oder mich allgemein glücklich fühle, ich weiß nicht woran es liegt, aber es ist halt so. Das einzige, was Kokain bei mir bewirkte, war mit dieses Gefühl nach ein paar Minuten zu geben, also ohne das ich mich dafür in Partystimmung begeben muss oder ähnlich. Aber selbst dann erkannte ich das Gefühl als komisch, nicht echt bzw. überflüssig. Das war mein einziger Kontakt, obwohl es mich gar nicht reizt, es wieder zu tun (ein Anruf und 15 Minuten wurden genügen).

 

Zusammenfassung:

Ich habe beabsichtig Konsument geschrieben, weil ich mich nie wirklich als soooooo süchtig gesehen habe. Natürlich gab es oft den Gedanken, dies und jenes zu tun, kurz feiern usw., aber mein Verstand hat da zum Glück Oberhand gehabt. Ich habe bzw. hatte mit Gras mehr Probleme als mit dem Rest, auch wenn ich ehrlich zugeben muss, dass ich vorhin etwas Vorfreude bekommen habe beim Tippen, ein Teil zu schmeißen, was ich natürlich nicht machen werde. Ich denke es lag dabei einfach an dem Unterschied zwischen dem Anwendungen der Drogen. Ein paar Joints lassen sich nicht mit ein paar Teilen o.ä vergleichen. Ich habe diesen Beitrag geschrieben, weil ich per Zufall auf diese Seite gestoßen bin, ich finde nämlich die Geschichte hinter Drogen und deren Enstehung eig. gar nicht so uninteressant: Das jetzt gerade irgendjemand, der sich im Bereich der Chemie Kenntnisse angeignet hat, ein Stück selbst bearbeites Kinderpapier nimmt und da x-belieges drauftröpfeln lässt und Kohle schefelt.

 

Ich wollte mit meiner Geschichte ganz einfach sagen: Alles ist eine Sache der Pysche. Wenn man sich selbst sehr gut reflexiert und bestimmte Dinge abwägt, ist es eigentlich nicht sehr schwierig. Ich möchte diese Gefühle lieber naturell enstehen lassen und nicht von irgendetwas künstlischem. Mein Denkansatz war da immer: "Willst du Gras von dir abhängig werden lassen oder du von Gras? Meine Persönlichkeit ist einfach zu stark, um davon abhängig zu werden. Zeig deine mentale Stärke".

 

Frohes Neues übrigens!

Substanzen: 

Kommentare

Genau so

Seit ca 15 Jahren kiffe ich regelmäßig. Der Entspannung wegen und weil es Spass macht. Jetzt erst mit 50 Jahren hatte ich die Gelegenheit Koks aus zu probieren. Die Wirkung war enttäuschend. Grade genauso wie der Kifferkollege hier beschrieben hat: Eine kurze Phase von Alles-ist-gut und sonst nur die ganze Nacht im Internet gesurft. Konsumiert habe ich vielleicht 1 gr verteilt auf 3h und das ganze auch noch in Honigwasser aufgelöst runter gespült. Insgesamt ein entäuschendes Erlebnis.

Könnte es sein, dass langjährige Grasgeniesser ein Immunität für Koks aufbauen?

Starke Persönlichkeit

Leider berichtet die Mehrzahl der Drogen User von Problemen. Zu häufig finden sich psychische Probleme jeglicher Art. Natürlich stellt sich fast nie die Sucht beim einmaligen Konsum ein, wenn man aber immer wieder probiert bzw. den Konsum relativiert/beschönigt, dann ist man schon am Anfang vom Ende. Der Sucht. Diese definiert sich gerade durch den Kontrollverlust. Dieses Geraune von Stärke und Kontrolle ignoriert quasi alle wissenschaftlichen Studien über Drogensüchtige. Esoterik.

 

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