Psylos

Erst einmal will ich mich ein wenig vorstellen: Mein Name ist Isa und ich bin 19 Jahre alt. Ich habe mit ca. 16 angefangen zu kiffen, erst ganz unregelmäßig, dann schön öfters, irgendwann jedes Wochenende und schließlich jeden Tag. Als ich begriffen habe, dass ich das kiffen schon gar nicht mehr genoss, sondern es brauchte hörte ich von einem auf den anderen Tag auf. Das war letztes Jahr im November. Somit habe ich seit fast 7 Monaten keinen einzigen Zug von einem Joint, geschweige denn einen Kopf geraucht... und mir geht es gut damit. Zugegeben anfangs war es schon hart, ich konnte mich nicht mehr entspannen und hatte Schlafstörungen.

Aber naja, egal.... kommen wir zum eigentlichen Thema: kurz vorm ABI (Februar/März) habe ich den Haschischkonsum besonders vermisst, der Druck lastete schwer auf mir und ich sehnte mich nach etwas, das mich ablenkte, und so geschah es, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben es in erwägung zog, auch mal PEP oder Koks auszuprobieren, wenn ich feiern gehe. Ich muss dazu sagen, dass ich seit 1 1/2 Jahren in einem Freundeskreis bin, der bei Goa partys und ähnlichem immer härtere Drogen konsumiert, so hatte ich zwar "die angst vor dem unbekannten" (und vor Horrortrips) bei Chemie verloren, doch ich war immer meinem Grundsatz "nie chemie" treu geblieben - ohne große probleme. es machte mir angst, dass ich jetzt, wo ich mit dem kiffen so schön aufgehört hatte zu härteren drogen greifen wollte und ließ es sein.

Aber ich dachte mir, dass ich im Sommer bestimmt mal Pilze mampfen würde, das ist immerhin noch "Natur". Naja und so vergingen die Monate und ich schaftte auch ohne drogen mein ABI... Jetzt ist Juni und ich habe 3 Monate Sommerferien vor mir... und da sind mein bester Freund M. (23) und ich auf die Idee gekommen Pilze zu essen...wir sind dann gemeinsam los und haben sie besorgt und da er am wochenende arbeiten muss und nur Montag und Diensteg frei hat und ich ja sowieso (Ferien!!!) planten wir, sie am Sonntag abend zu nehmen. Er hatte mir schon sehr viel erzählt, wie die Wirkung ist, worauf man aufpassen und achten sollte und so. Und er ist einer der wenigen Menschen auf dieser Welt, bei dem ich mich völlig entspannen kann und so sein kann wie ich bin. Uns verbinden echt liebevolle Gefühle, obwohl er schwul und ich lesbisch bin (naja, vielleicht auch gerade deswegen).

Ich freute mich darauf, mit ihm diese Erfahrung zu teilen und wusste, das er mir immer helfen würde, wenn ich einen schlechten Trip erlebe. Naja, ich hab mich dann in dem Sinne auf das Ereignis vorbereitet, dass ich ALLES erledigt habe, was zu erledigen war, meine Tiere versorgt, mein Zimmer aufgeräumt und alle Telefonate und sonstiges getätigt. Meine Eltern fuhren gerade zu dem Zeitpunkt in Urlaub aber ich wollte natürlich sowieso bei M. schlafen. Und endlich war es dann sonntag abend!!

Wir saßen in seinem Wohnzimmer (er lebt allein), dass mir so vertraut ist, wie mein eigenes, da ich so gut wie jeden Tag bei ihm bin, er hatte überall Kerzen angemacht, ein Räucherstäbchen angezündet und wir hatten es uns mit reichlich Wolldecken und Kissen auf der Couch bequem gemacht. Ich fühlte mich wundervoll und war voller Glückseligkeit und Vorfreude als ich endlich den ersten Pilz kaute. ich hab dann auch nur noch einen zweiten genommen und M. den Rest aus dem Duftkissen. Ich wollte es vorsichtig engehen lassen. Tja und dann haben wir die Glotze angestellt.

bei M. kam die Wirkung schon nach 20 Minuten und er fragte mich ob sich bei mir auch alles verzog und bewegte, tat es aber nicht... noch nicht... Als wir beim zappen dann Spongebob Schwammkopf entdeckten freuten uns wir einen Ast, diese Zeichentrickserie ist einfach nur zum totlachen - auch nüchtern. Und wir konnten uns dann beide auch kaum noch einkriegen und bogen uns vor lachen... (ich muss jetzt noch grinsen wenn ich daran denke). Ich saß auf dem Sofa und heulte vor lachen, allerdings hörten unsere Augen die ganze Nacht nicht mehr auf zu tränen (Abwehrreaktion auf Vergiftung?), was uns aber nur noch einen Anlass zum lachen schenkte....

Ja, ich saß auf dem Sofa, neben mir mein bester Freund und ich war einfach nur voller Zufriedenheit und Glückseligkeit. Ana aufhören zu grinsen war gar nicht zu denken, vergnügt rauchte ich eine Zigarette und sah mich zum ersten mal im Raum um. Überall im Augenwinkel bewegte sich alles. Die Pflanze hat mir mit ihren Blättern zugewunken, das Poster war auf einmal in 3D, Bohlöcher in der Wand flitzten hin und her und immer wenn ich M. etwas sagen wollte konnte ich mich gar nicht konzentriern, denn das Muster von seiner Wolldecke irritierte mich.

Als M. irgenwann in die Stille des Raumes sagte: "Mensch, hier ist ja ordentlich was los", brachte er es auf den Punkt und ich musste wieder lachen, weil ich genau so fühlte wie er. Wir sind dann noch an den See und ein wenig spazieren gegangen, und das war echt schön, die Bäume rauschten, der See glänzte im Mondschein und überall funkelten ferne Lichter. Wir redeten weinig, was uns aber nicht störte. Als wir auf einer Bank saßen schwiegen wir beide fasziniert über die riesigen Bäume, die über uns rauschten und deren Wipfel sich hin und her bewegten.

Als wir wieder zurück waren haben wir noch einen Film geguckt und echt nix verstanden, die bunten Bilder waren aber auch so schön.. *g* und somit rauchten wir noch eine, unterhielten uns ein wenig und lachten schon deutlich geschwächt vor uns hin, bis ich so gegen 4 Uhr Nacht einschlummerte (auf dem Sofa). M. beschäftigte sich noch leise mit seiner Ratte und guckte (noch bis halb 7 wie ich nächsten Morgen erfuhr) TV. Ich fühlte mich wahnsinnig geborgen und schlief wahrscheinlich lächelnd ein *g*.

Nächsten Mittag holte er Brötchen und wir frühstückten in Ruhe zusammen und lagen bis 4 Uhr Nachmittags faul auf dem Sofa herum. Wir redeten über vergangene Nacht und wie wir das erlebt und empfunden haben. Er hatte mich auch die ganze Zeit über ständig gefragt, ob es mir gut ginge und so. Obwohl er echt prall und viel verwirrter war als ich hat er sich immer um mich gesorgt und auf mich aufgepasst, was ich total lieb fand. Wir ließen noch mal alles revu passieren und lachten uns ein weiteres mal halbtot.

Es war eine wundervolle Erfahrung die ich nie missen möchte, und die mich neugierig auf andere Drogenm gemacht hat. Und da ich jetzt aus einem guten befreiten Gefühl heraus handle und die Droge nicht als Fluchtweg benutze (missbrauche) wie in (ABI)Stresssituationen werde ich wohl auch mal härtere Drogen ausprobieren. Aber mal schauen, entweder kommt der richtige Zeitpunkt, oder er kommt nicht... Pilze werde ich auf jeden Fall irgendwann noch mal nehmen.

Substanzen: