Schlechte Erfahrung trotz SaferUse (Mit Tipps zum besser machen)

(Wer zu faul zum Lesen ist: unten stehen die Tipps)

Ich habe bisher drei Mal MDMA Kristalle genommen. Jedes Mal lagen mindestens drei Monate dazwischen und jedes Mal wurde auf Mischkonsum verzichtet. Es war stets ein ganz simples Setting: Ich und eine zweite Person in einem gemütlichen Zimmer mit etwas Obst, Musik und reichlich Wasser und Saft. Die beiden ersten Male waren wirklich magisch und haben mich stark geprägt. Aber auf den dritten Trip würde ich gerne verzichten, denn daran habe ich noch heute zu nagen. Aber ich fange von vorne an:

Ich plante diesen Tag schon seit langem. Endlich würden meine Freundin und ich zusammen MDMA nehmen. Ich hatte ihr so viel davon erzählt und konnte es gar nicht abwarten, mit ihr diese Erfahrung zu machen.

In der Nacht davor konnte ich vor Aufregung kaum schlafen. Wir trafen uns abends und nahmen beide 1mg MDMA pro Kg Körpergewicht. Ich war nach der Einnahme sehr unruhig, lief im Zimmer auf und ab und versuchte es uns noch etwas gemütlicher zu machen. Ich wollte mich ablenken, um meine Nervosität zu vergessen. Die Stimmung war etwas angespannt, weswegen ich eine Geschichte erzählen wollte, doch während ich die Geschichte erzählte, merkte ich, wie ich mich immer unwohler fühlte. Meine Hände waren klamm und ein allgemeines Unwohlsein breitete sich aus. Ich hatte den gegenteiligen MDMA Effekt: schlechte Stimmung und in den Gedanken war ich nur bei mir und meinem Körper.

Meine Freundin sagte auf einmal, dass es ihr nicht gut gehe und sie sich hinlegen müsse. Sie hatte das MDMA auf komplett nüchternen Magen genommen, weswegen es schneller und stärker bei ihr anflutete. Ihr war unglaublich schlecht und sie konnte die Augen nicht geöffnet lassen, weil vor ihren Augen der Raum hin und her wackelte. Sie versuchte ihre Panik nicht auf mich zu übertragen, aber ich merkte wie mir die ganze Situation zu viel wurde. Wir beide dachten in diesem Moment: Scheiße, wir müssen ins Krankenhaus!Was, wenn ich zu viel abgewogen habe? Vielleicht habe ich mich in der Nachkommastelle geirrt? Was sage ich ihren konservativen Eltern? Ist es schon zu spät um alles wieder auszukotzen?

Sie bat mich etwas Gute-Laune-Musik anzumachen. Ich suchte zehn Minuten lang panisch bei Spotify nach guter Musik, aber da ich auch schon leichte Effekte spürte war das ein sehr schwieriges Unterfangen. Ich sah alles mit einem Schleier und meine Konzentration war stark eingeschränkt.

Nach ungefähr 20 Minuten war der ganze Spuk vorbei. Sie sah mich an und musste verliebt kichern und sagte sowas wie: „Hihihi, du siehst irgendwie so süß aus.“ In dem Moment wusste ich: Okay, sie ist über den Berg. Erleichterung – endlich!

>> Den Guten Part überspringe ich an dieser Stelle mal. <<

Mittlerweile war es 7 Uhr morgens, wir hatten im Laufe der Nacht zwei Mal mit einer Drittel-Dosis nachgelegt und nun wollten wir schlafen gehen. Ich hatte die Nacht davor schon kaum geschlafen und freute mich jetzt auf eine erholsame Nacht.

Zwei Stunden später waren wir beide hellwach. Es war 9 Uhr und wir konnten nicht mehr schlafen. Meine Freundin bekam eine unkontrollierbare Heulattacke. Sie musste einfach Weinen und es gab nichts, was ich hätte tun können, um sie aufzuheitern. Wir gingen etwas spazieren und blieben den ganzen Tag wach. Ich musste noch etwas für die Uni schreiben, was mir unendlich schwer fiel, ich war unruhig und hatte Hitze/Kälte Attacken. Gegen 22 Uhr legten wir uns schlafen. Ich hatte am nächsten Tag Uni und wollte ausgeschlafen sein. Auch in dieser Nacht konnte ich nicht richtig schlafen. Ich lag Stunden lang wach und befand mich zu keiner Zeit in einem Tiefschlaf.

Der nächste Tag war furchtbar. Ich hatte ständig unbegründete unkontrollierbare Panik. Ich wollte mit niemandem Reden und ging jeder Person aus dem Weg. Das Mittagessen in der Mensa war das schlimmste. Ich saß an meinem Essen eine ganze Stunde, weil mein Magen sich vor lauter Panik so zugeschnürt hatte. Ich bin im Nachhinein froh, dass ich die Situation ausgehalten habe, sonst hätte ich vermutlich eine Blockade aufgebaut. In den Wochen und Monate nach dem MDMA Trip fühlte ich mich unglaublich gefühlskalt, taub und isoliert. Das Ganze ist mittlerweile 4 Monate her und es wird langsam besser. Es gibt immer noch Momente in denen das Maß an Angst viel zu stark ist und nicht der Situation angemessen, aber sie werden weniger. Meistens treten diese Momente auf, wenn ich sehr müde bin, alleine bin und es nachts ist.

Meine Tipps für Risikominimierung:

Teile die Dosis, die du nehmen möchtest durch zwei und nehme die Teil-Dosen in einem 30-minütigem Abstand ein. Iss dabei eine halbe Banane oder irgendeine andere Kleinigkeit. So erhöhst du die Chance, dass die Wirkung langsam und angenehm anflutet und dein Körper nicht das Gefühl hat vergiftet zu werden.

Schlaf ist unendlich wichtig. Versuche nicht die ganze Nacht wachzubleiben, sondern fange früh an und gehe rechtzeitig schlafen. Vor dem Einschlafen solltest du es vielleicht in Betracht ziehen etwas zum runterfahren zu nehmen, um die Nacht durchzuschlafen. Baldrian Tee, CBD Tropfen, Kratom, Krava Krava oder Alkohol (Vorsicht Alkohol und MDMA entziehen beide dem Körper Wasser).

 

Falls du nach dem MDMA Erlebnis eine depressive Verstimmung verspürst, dann rate ich dir, dass du Sport treibst, dich gesund ernährst, viel schläfst, Meditierst, dich mit Freunden und Familie triffst, Tagebuch schreibst, Enthaltsam lebst und dir Ziele setzt.

Substanzen: 

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd> <p>
CAPTCHA
Diese Frage dient dazu festzustellen, ob Sie ein Mensch sind und um automatisierte SPAM-Beiträge zu verhindern.