Tripbericht Lachgas auf MDMA + Gras/Hasch

Freitagabend haben ich und S. spontan MDMA genommen und dabei Lachgas sowie Gras und Hasch konsumiert. Das Emma war schon gut am anfluten, wir hatten bereits zwei Joints und einige Ballons Lachgas intus, als ich beschloss, das erste Mal zwei Ballons direkt nacheinander zu konsumieren statt bloß einem. S. erklärte mir, dass es wohl ein gravierender Unterschied sei und es deutlich psychedelischere Züge hätte, was meine Neugierde nur angefacht hat. Ich konnte ja nicht ahnen, dass es trotz der Kürze die mit Abstand psychedelischste Erfahrung meines Lebens werden würde. Nachfolgend nun das, was ich nach dem Inhalieren zweier Ballons erlebt habe:

 

Meine Welt, also ich und alles andere in ihr, bestand aus leuchtenden, bläulichen Energietropfen, die an Lichtfäden, die die ganze Welt von oben bis unten durchzogen, hingen. Berauscht von der immensen Schönheit des mir Dargestellten blickte ich mich in dieser Welt um, es schien, als würde die Intensität des Lichts und die Masse der Tropfen einen Rückschluss auf die Energie selbst, die ein jedes Objekt inne hat, liefern. Manches strahlte, während anderes bloß sachte glimmte, jedoch nicht weniger schön.

Plötzlich begann sich alles in dieser Welt aufzulösen; die Tropfen bewegten sich langsam an den Fäden gen Boden, ich konnte beobachten, wie meine eigenen Tropfen an meinem Körper herunter flossen, sich zu meinen Füßen sammelten und vom Boden leuchtend absorbiert wurden.

Ohne Vorwarnung verschob sich mit einem Mal die Gravitation, ich stellte fest, dass wir in Wahrheit nie auf dem Boden standen, sondern von ihm herunter hingen. Die Tropfen flossen weiter zum Boden, aber nun natürlich aufwärts durch die neue Lage. Hier wurde mein Blickfeld erweitert: es war, als würde mein Geist das Ganze von außen betrachten und immer weiter rauszoomen. So konnte ich sehen, wohin die Tropfen gingen, denn sie verschwanden nicht. Über dem Boden kristallisierte sich die Wirklichkeit erneut; aus den Tropfen, die meine Welt beschrieben, wurde eine Kopie der Welt geformt. Ich konnte zusehen, wie sich mein erstes Ich auflöste und mein zweites Ich entstand; so verhielt es sich mit allem, einfach allem. Ich kann mich erinnern, wie ich mich die ganze Zeit voll Erstaunen umsah und nur einen Satz formulieren konnte: „Wie soll ich das nur jemandem erklären?“. Es konnte mich niemand hören, offenbar war es mir nicht vergönnt, mit anderen Lichtmenschen zu interagieren, jetzt, wo mein Geist von meinem Tropfen-Ich getrennt war.

Nachdem sich die erste Welt komplett aufgelöst und sich die zweite Welt komplett aufgebaut hatte, konnte ich dasselbe Spiel von Neuem beginnen sehen. Die Tropfen zogen durch ihre Welt, sammelten sich im Boden und bildeten von dort eine dritte Welt. Mein Geist fuhr bei diesem Anblick zurück, jedoch in mein zweites Tropfen-Ich, und wieder rang ich mir lediglich eine Frage ab: „Wie soll ich das nur jemandem erklären?“.

Ich kam langsam wieder zu mir, nahm den Raum wahr, in dem ich saß, richtete meinen Oberkörper auf, der zur Seite gekippt war und sah S. an. Mir wurde schlagartig klar, dass ich die letzte Frage laut ausgesprochen haben muss und begann sofort, von meinem Erlebten zu berichten, damit ich ja keine der wichtigen, Ehrfurcht einflößenden Details vergesse.

Das Ganze ist nun drei Tage her und das Erlebte ist nicht weniger prägend. Ich konnte mir dazu weitere Gedanken machen und habe eine Interpretation, die für mich immer mehr Sinn macht, je länger ich darüber nachdenke: die Welt, wie ich sie wahrnahm, stand für das gesamte Universum, und die Übergänge, die mittels der Tropfen visualisiert worden sind, stellen die diskreten Energiezustände dar. Es war, als wäre ich das kurzlebige Gedächtnis des Universums, eine Zeugin der Zeit, dazu verdammt, nur für den Moment zu erkennen, was da passiert, um im nächsten Übergang erneut diese Macht zu spüren, wie alles im Wandel ist und doch gleich bleibt, und niemals dazu fähig, irgendwem oder irgendwas im Universum mitteilen zu können, was ich sehen durfte.

 

Ich fand es zu beeindruckend, um es nicht zu veröffentlichen. Natürlich ist ein Text niemals dasselbe wie das Erlebnis selbst, aber wer eine gesunde Phantasie besitzt, kann vielleicht zumindest erahnen, was mir widerfahren ist.

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