Wie komm ich aus meinen Süchten wieder raus?

Hallo, ich weiß gar nicht wo oder wie ich anfangen soll, ich bin vor einen paar Tagen 20. Jahre alt geworden. (Männlich)Und frage mich mittlerweile wo diese ganze Zeit geblieben ist. 

Zu meinem Problem ; ich bin seit Sommer 2019 abhängig von Crystal und frage mich wie ich davon wieder los komme. Ich hatte meine ganze "Jugend" mit Rauschmitteln zutun, angefangen hat es schon mit 11, da hatte ich meine erste Speed Line gezogen auf einem Spielplatz, meine gleichaltrige Freundin hatte den Stoff von ihrem Bruder geklaut und wusste was das war, da sie es schon öfters gemacht hat und davon geschwärmt hat, blieb mir als 11 Jähriges Kind nichts anderes übrig als mitzumachen. Mit 12 hab ich angefangen regelmäßig zu kiffen. Mit 13 habe ich angefangen am Wochenende zu trinken, das ging denn gefühlt jedes Wochenende so bis ich 14. war. Zu der Zeit herrschten aber keine anderen Substanzen, nur Alkohol. Mit 14 kamen wieder andere Leute mit ins Spiel, wo wir das ein oder andere mal Speed gezogen haben (selten), mehr gekifft und getrunken haben. (Jedes Wochenende) Bevor die Schule angefangen hat haben wir uns einen Jay geraucht, das war Standard. Als ich mitte 14. war hatte ich mein erstes mal Exstacy konsumiert, meine Beste Freundin die ich kenne seitdem ich 11 bin hatte schon Kontakt zu Crystal meth. Ich war aber immer extrem Anti was das Zeug betrifft, bis dato. An ihrem 15. Geburtstag hab ich ihr Meth geschenkt und langsam aber sicher wollte ich es auch mal probieren und habe dort das erste mal mitgemacht. Ich habe zu diesem Zeitpunkt nicht verstanden wie man davon abhängig sein könnte, da ich es überhaupt nicht toll fand. Mein Alter war zu der Zeit auch 15, ich habe lieber getrunken, auch wenn alle Straff in der Runde saßen hab ich immer gerne getrunken. In der Woche oder Wochenende, es ging immer irgendwo was. Zumal ich mir ab und zu Meth geholt hab damit ich in der Schule nicht so müde bin. Anfang 2016 kam ich wieder stärker in Kontakt zu Crystal, da ich wieder mehr mit meiner besten Freundin zutun hatte und so gut wie alle in ihrem Umfeld Meth konsumierten. Ich habe wieder öfters mal gezogen, zwischendurch mal Teile, getrunken usw. Sommerferien 2016 hatte ich meine richtige erste Methzeit wir waren bei "freunden" und haben dort alles chemische Konsumiert was auf den Tisch kam. Koks, Teile, Meth, Speed. In den Ferien sind wir auch 1x nach Berlin gefahren wo wir getrunken haben, wir haben schon öfters spekuliert und uns belesen und Dokus angeguckt wie wohl der Rausch von Heroin sei. Voll wie wir waren sind für zum Kurfürstendamm getaumelt und Obdachlose angesprochen ob sie Kontakte für Heroin hätten. Und tatsächlich konnte uns wer Heroin besorgen. An der Ubahn- Haltestelle hat er uns das Blech fertig gemacht, wo wir es denn geraucht haben. Ich habe danach die ganze Zeit geheult und mich gefragt wie man nur so tief sinken kann(alter 16). Dann ging es weiter Ende 2016 bis mitte 2018 mit Crystal, dort hatte nämlich meine Ausbildung angefangen. In der Zeitspanne hatte ich viele neue Erfahrungen, ab und zu kam Ketamin ins Spiel hauptsächlich Meth,koks,teile,mdma (am wochenende aber nur) in der Woche meist Alkohol und Gras. Als meine Ausbildung anfing wollte ich aufhören mit Meth und hab es auch ganz gut geschafft bis auf ein paar ausnahmen. Trotzdem hab ich vermehrt (so gut wie jeden Tag) getrunken. Manchmal mehr und manchmal weniger. Im Mai 2019 bin ich nicht mehr zu meiner Ausbildung gegangen, da es ziemlich viel Probleme dort gab. Das Arbeitsklima war nicht bestens, ich musste viel scheiße fressen und schlucken. Unfaires behandeln, bloßstellen, schichtleiter die sich nicht unter Kontrolle hatten, alles sowas. Ab mitte Mai hab ich mir für 3 Monate lang immer wieder einen Krankenschein geholt, und habe erstmal kassiert fürs nichts tun. Ich hatte viel Freizeit und so wie es nunmal ist, geht man einmal öfters weg, treibt sich rum usw. auch öfters mit leuten die Meth geknallt haben. Schließlich kam ich wieder auf den Geschmack von Meth, man hatte keine Verpflichtungen und hat öfters in der Woche geballert. Anfang august hatte ich mein Vorstellungsgespräch und Mitte August durfte ich bei meiner neuen Stelle anfangen. Das Problem war nur das ich mich zu doll an meiner Freizeit gewöhnt hab und irgendwie nicht loslassen konnte. Als ich Feierabend hatte und nächsten Tag frei hatte hab ich natürlich geballert, was anderes kam gar nicht in frage. Durchgemacht und den abend denn geschlafen, wo man denn schön fertig jedesmal zur Arbeit gegangen ist. Irgendwann dacht ich mir, scheiß drauf denn musst du jetzt auf Arbeit ziehen. So hat sich das alles eingeprägt, seit ende 2019 bin ich so gut wie jeden Tag am ziehen, allerhöchstens 2 Tage Pause zwischendrin, allerhöchstens! Ich bin auf Arbeit straff ich bin Zuhause straff, ich bin in der Freizeit straff, dazu kommt noch Gras und im besten falle Alkohol.  Schlimmer als sonst so wie damals wo ich es nur am Wochenende gemacht habe. Auf Familiärisches scheiß ich immer mehr, mir ist so vieles egal geworden, ich bin paranoid geworden und denke fremde menschen gucken mich an und reden über mich. Ich bin seelisch kalt geworden. Ich bin dünn geworden was mir aber gefällt 2016 habe ich 97 Kg gewogen auf 1.70m nun wiege ich 70kg auf 1.75m. 18 Kg habe ich verloren seit Mai 2019, seit 2016 27 kg. Jeden Tag stell ich mir aber die Frage wie lange soll das noch so weiter gehen? Am anfang hab ichs mir schön geredet das es normal sei in der Jugend und es nicht verwerflich wäre mal etwas "abzudriften". Und das bestimmt jeder mal solche Probleme hatte oder hat. Aber ich will nicht mehr und habe Angst mich dem normalen Leben zu stellen ohne Drogen, ohne exsesse, ohne eine suchtverlagerung. Wenn ich das eine nicht haben kann nehme ich das andere weil ich es seit meinen jüngsten Jahren nicht anders gelernt hab. Ich will nicht in irgend eine Therapie oder sonstiges, ich will es so schaffen. Was meint ihr, habt ihr irgendwelche Tips für mich wie ich es schaffen kann? Ich habe mir vieles im Leben selber versaut aber in meiner Zukunft sehe ich mich nicht als abhängiger Loser.  

Ich bitte um eure Meinungen und Tips, dankeschön 

 

Substanzen: 

Kommentare

Hi,deine story klingt voll

Hi,deine story klingt voll krass. Ich kann voll verstehen, dass du dir sorgen machst darüber wie schwer es ist da wieder rauszukommen. mir hilft es immer wenn ich weiß, dass es anderen Leuten auch so geht. Daher danke, dass du deine Geschichte erzählst. Es gibt ja auch dieses Selbsthilfeseitel https://www.breaking-meth.de/  - hat da schon jemand Erfahrung damit?Auf der Seite kannn man auch das Buch "Qutting Crystal Meth" http://quittingcrystalmeth.breaking-meth.de/S_001 lesen. Der Typ, der das geschrieben hat hat irgendwie echt ahnung. Hab mir da schon ein zwei Tips rausgezogen..höhö...gezogen... Besser Tips als Lines...Alles Gute Dir!

Nicht leicht

Ich kann dich gut verstehen, ich habe zwar nie Meth oder Hero genommen, aber auch schon sehr früh Kontakt mit Drogen gehabt. Ich kannte es auch nie anders, immer drauf oder stoned war halt normal weil ja jeder mal ab driftet, wie du schon gesagt hast. Ende vom Lied war bei mir, dass ich jeden Tag bis unter die Stirn auf Koka war, selbst wenn ich gar nichts gemacht habe und das knapp 2 Jahre, nebenbei habe ich seit ich 13 bin jeden Tag gekifft (bin bald 30). Ich hab abgefuckt geschlafen wenn ich schlafen konnte, gezogen wenn ich Hunger hatte, war gereizt, hatte gar keine Lust auf Menschen und musste unmengen rauchen um runter zu kommen. Ich habe auch eingesehen, dass wenn ich so weiter mache mein Leben keine gute Richtung einschlagen wird und es war echt nicht leicht nichts zu ziehen. Selbst nach einem halben Jahr hatte ich manchmal extremen Bock auf ne schöne frische Line,und wollte nachgeben aber ich Habs durchgezogen und das Verlangen ist weg. Selbst wenn jemand vor mir konsumiert kann ich nein sagen und bleibe dabei, weil ich meine Süchte verstanden habe. Wie es bei Meth sein wird kann ich dir nicht sagen aber es ist bestimmt schwer! Aber wenn du es willst kannst du es schaffen. Ich finde es ist auch keine Schande wenn man sich Hilfe sucht, das zeigt mehr Stärke als sich weiter der Sucht zu ergeben. Bleib dran!

Zitat "Ich will nicht in irgend eine Therapie oder sonstiges"

Erstmal hey! :-)Dass du dir Gedanken darüber machst etwas ändern zu wollen ist schonmal der erste Schritt und mit der wichtigste.Interessanter Weise hast du die effektivste und mit einfachste Lösung bereits angesprochen aber im gleichen Zuge gesagt du möchtest diese Lösung nicht.Aufgrund deiner Aussage gehe ich mal davon aus, dass das Thema "Therapie" irgendwie negativ behaftet ist bei dir. Das ist wirklich schade aber vielleicht verfliegt diese negative Behaftung wenn du dich mehr mit dem Thema auseinander setzt. Ich verlinke dir am Ende noch ein paar Links in die du mal reinschauen kannst.Ich selber habe irgendwann einen Moment gehabt bei dem ich über die Zeit zurückgedacht habe, in der ich noch nicht konsumiert habe und dieser Moment in dem ich merkte wie sehr ich mich und wie sehr sich meine Wahrnehmung und mein Fühlen verändert hat, wusste ich da muss sich was ändern.Der erste Schritt war zu meinem Hausarzt zu gehen und mit ihm über meinen Konsum zu reden. Ich weiß nicht wie viel Vertrauen du zu deinem Arzt hast aber ich kann das jedem empfehlen. Ärzte judgen im Normalfall nicht und gehen mit soetwas sehr rational um. Gerade bei Süchten ist es aber das Beste wenn man in eine Entzugsklinik geht. In einer unbekannten Umgebung ohne alles woran man gewöhnt ist, ohne Menschen die einen vielleicht sogar wieder in die alten Gewohnheiten verleiten und sogar mit Ärzten die genau auf die eigenen Probleme spezialisiert sind, ist es realistisch schnell von seinen Lastern ab zu kommen... Und was sind einige Wochen über den eigenen Schatten springen gegenüber den unzähligen Jahren die danach kommen, die man dann in wirklicher Freiheit selbstbestimmt genießen kann ohne sich seiner Sucht beugen zu müssen...Ich hab den Absprung geschafft aber befinde mich immer noch in einer Gesprächstherapie einmal die Woche, um die Gründe und Zusammenhänge aufzubröseln, die mich erst dazu gebracht eine Substanz so mein Leben einschränken zu lassen. 

https://www.psychotherapiesuche.de/pid/therapie

https://www.selfapy.de/blog/wissen/in-der-psychotherapie/

Denk vielleicht mal darüber nach, dass du die Probleme die du hast nicht in erster Linie hast weil mit dir etwas nicht stimmt, sondern wegen der Chemie. Wenn man wegen eines Virus zum Arzt geht ist das doch auch nichts schlimmes.

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