Epilepsie/Epileptische Anfälle

(griech.: Fallsucht)
Epilepsie beschreibt ein sogenanntes Anfallsleiden, das durch eine Funktionsstörung des Gehirns verursacht wird.

Von Epilepsie wird aber erst nach zwei- bis dreimaligem Auftreten einzelner epileptischer Anfälle gesprochen.

Was passiert bei einem Anfall?

Beim gesunden Menschen wird die Aktivität der Milliarden Nervenzellen im Gehirn durch chemische und elektrische Impulse und Signale gesteuert und ist gut aufeinander abgestimmt. Dieses Gleichgewicht ist oder wird bei dem/der Erkrankten gestört.
Bei einem Anfall entladen sich plötzlich zur gleichen Zeitsehr viele Nervenzellen.
Diese elektrischen Impulse breiten sich im Gehirn aus und reizen auf ungewöhnlich starke Weise einzelne Gehirngebiete oder das ganze Gehirn. Durch diese Überreizungwerden im Körper Krampfanfälle ausgelöst, die sich in starken Zuckungen äußern.
Der/die Betroffene selbst merkt in diesem Moment überhaupt nichts, da sein/ihr Bewusstsein für diesen Zeitraum wie ausgeschaltet ist.
Solche einzelne Geschehen ereignen sich plötzlich und hören meist nach Sekunden oder wenigen Minuten (max. 5 min) wieder auf.

Die Ursachen für epileptische Anfälle sind ganz unterschiedlich

Gelegenheitsanfälle können auftreten durch Blutzuckerabfall, Alkoholentzug, Vergiftungen, Sauerstoffmangel sowie in Verbindung mit der Einnahme von Drogen (hier können bestimmte Substanzen wie Amphetamine, Ecstasy und andere Stimulanzien einen einmaligen Krampfanfall hervorrufen oder auch eine latente (= versteckte) Epilepsie aktivieren.

Eine dauerhafte Epilepsieerkrankung hat ihre Ursachen meist in Vererbung oder einer angeborenen oder erworbenen Hirnschädigung.

Wie helfe ich, wenn jemand einen Anfall hat?

  • zuallererst Ruhe bewahren!
  • ärztliche Hilfe holen!
  • auf die Uhr schauen, um die Dauer des Anfalls zu registrieren
  • scharfe und kantige Gegenstände aus der Umgebung entfernen, um Verletzungen zu verhindern, Brille abnehmen, Zigarette aus der Hand nehmen
  • Kopf mit weichem Gegenstand vor dem Aufschlagen auf dem Boden schützen
  • nichts in den Mund stecken, damit der/die Betroffene frei atmen kann
  • Arme und Beine nicht festhalten
  • nach Abklingen der Zuckungen kann der/die Betroffene noch für einige Zeit benommen und müde sein, ansprechen und Unterstützung anbieten