Melatonin

Substanz

Melatonin ist ein Hormon, sowie ein körpereigener Botenstoff, der in der Zirbeldrüse (Epiphyse), einem winzigen Teil des Zwischenhirns produziert wird und über die Melatoninausschüttung den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers steuert. Melatonin gehört zur Stoffklasse der Indole, zu der auch z.B. LSD gehört. Das Hormon Melatonin (N-acetyl-methoxymtryptamin) entsteht aus Serotonin durch Einwirkung von zwei Enzymen. Melatonin kann auch in Form von Tabletten oder Kapseln zugeführt werden. Es wird rasch aufgenommen. Orale Dosen im Bereich von 1 bis 5mg führen zu Plasmaspiegeln, die zwischen dem 10- und dem 100fachen der physiologischen nächtlichen Spiegel liegen.

Wirkung

Melatonin hat eine schlaffördernde Wirkung. Auf Grund der Tatsache, dass es zur Stoffklasse der Indole gehört, wird zum Teil auch ein "Gut-drauf-sein-Gefuehl" nach der Einahme festgestellt. Dass Melatonin möglicherweise Schutz gegen Krebs bietet, ist bisher nicht ausagekräftig durch Studien belegt.

Kurzzeitnebenwirkungen

Die Verminderung der Körpertemperatur wurde nach Melatonin-Einnahme beobachtet. In hohen Dosen kann es zu "verfrühter"/vermehrter Schläfrigkeit führen, Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus und des Hormonhaushaltes sowie eine Schwächung des Immunsystems sind möglich. Über weitere Nebenwirkungen können nur Vermutungen angestellt werden.

Einige Herstellerfirmen bieten Kosmetika mit Melatonin an. Deren Nutzen ist nicht nachgewiesen. Das Melatonin gelangt bei der Anwendung dieser Produkte möglicherweise ber die Haut ins Blut und ruft eventuell unerwuenschte Nebenwirkungen hervor.

Langzeitnebenwirkungen

Es wird vor Langzeifolgen gewarnt. Große Hormonmengen in den Pillen könnten langfristig die normale Funktion der Netzhaut stren.Stimmungsvernderungen und Depressionen sowie eine Art "Dauer-Jet-Lag" (langanhaltende Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus) sind möglich. Der Körper, der das Melatonin von aussen zugeführt bekommt, stellt eventuell die eigene Produktion ein. Im Einzelfall können Überhitzung [Hyperthermie] des Körpers sowie Konzentrationsschwäche auftreten.

Melatonin wäre zweifellos schon längst ausführlich dokumentiert, wenn es sich um eine patentierbare Substanz handeln würde. Da dies nicht der Fall ist, zeigt die Industrie daran ein ausgeprägtes Desinteresse. Fachleute aus dem Gebiet der Schlafforschung äussern sich zurückhaltend vorsichtig, ohne jedoch von einer Anwendung gänzlich abzuraten.

Safer Use

Die Qualität von Melatonin ist nicht immer zuverlässig gewährleistet. Auf alle Fälle ist darauf zu achten, dass die Substanz synthetisch (und nicht tierischen) Ursprungs ist (Möglichkeit der Übertragung der Creutzfeld-Jakob-Krankheit ist sonst nicht auszuschließen!).
Da es keine verlässlichen Dosierungsangaben gibt, ist es wichtig, immer mit niedrigen Dosen zu beginnen.
Wer Melatonin tagsüber einnimmt, riskiert Müdigkeit und eingeschränkte Fahrtüchtigkeit.
Bedenke, dass Du Deinem Körper ein Hormon "künstlich" zuführst und der natürliche Hormon-Haushalt gestört werden kann.

Female Special

In Anbetracht der spärlichen Datenlage ist schwangeren und stillenden Frauen sowie Kindern von der Einnahme von Melatonin abzuraten.

Rechtliche Lage

Es gibt in Deutschland kein Präparat in den Apotheken, dass Melatonin enthält. In den USA ist es ein frei verkäufliches "Nahrungsergänzungsmittel". Da Hormone in Deutschland der Verschreibungspflicht unterliegen, ist die Einfuhr von Melatonin nur auf Rezept durch eine Apotheke zulässig.