Placebo

Placebo ist die Bezeichnung für die äusserliche Nachbildung eines Medikaments, welches keinen medizinischen Wirkstoff enthält.

Der/die PatientIn nimmt es im Glauben ein, es sei ein Medikament. In vielen Fällen wurde das Eintreten der gewünschten Wirkung des angeblichen Medikaments beobachtet. Verabreicht man z.B. anstelle einer Kopfschmerztablette ein Placebo (z.B. Traubenzucker) und die Kopfschmerzen verschwinden, obwohl die Tablette keinen Wirkstoff enthält, spricht man von einem Placebo-Effekt.

Das Phänomen des Placebo-Effekts ist derzeit noch nicht ganz wissenschaftlich erforscht. Man geht davon aus, dass durch den Glauben, dass ein Wirkstoff enthalten ist und durch das Wissen, was er bewirken soll, die Selbstheilungskräfte (Aktivierung des Immunsystems) geweckt werden und so die gewünschte Reaktion (Heilung oder Verbesserung des Gesundheitszustands) auch ohne medizinisch wirksamen Stoff eintritt.

Mittlerweile sind neuro-chemische Reaktionen in bestimmten Hirnregionen nach der Einnahme von Placebos nachgewiesen worden. Eine Erklärung gibt es bisher dafür jedoch nicht. Dieser positive Effekt hat seine Grenzen und man kann nicht davon ausgehen, dass mit dieser Methode komplexe Krankheiten geheilt werden können.

Placebos kursieren auch in DrogenkonsumentInnen-Kreisen. Oftmals tauchen auf dem Markt Ecstasy-Pillen auf, die gar keinen Wirkstoff enthalten.