Reclaim the Streets [RTS]

Reclaim-the-Streets-Parties/-Demos sind bunte Zusammenkünfte, bei denen die Beteiligten ihrer Kreativität freien Lauf lassen: Menschen treffen sich auf Strassen und Plätzen, feiern, tanzen, diskutieren, spielen Ball, Badminton oder etwas anderes, bemalen Strassen und Wände. Das alles mit dem (symbolischen) Ziel, sich gemeinsam Freiräume zu nehmen, ohne sich vorschreiben zu lassen, was legal ist und was nicht. Daher wird die Tanz-Demo weder angemeldet, noch sich an irgendwelche Auflagen gehalten. Wenn die Polizei kommt, machen die Beteiligten einfach woanders weiter.

Ursprünglich stammt RTS aus Großbritannien, wo Tanz-Demos auf großen innerstädtischen Strassenkreuzungen, unter Eisenbahnbrücken oder auf Autobahnkreuzen stattfanden und dabei natürlich sämtlichen Verkehr lahmlegten. Anlass war seinerzeit der von der Thatcher-Regierung erlassene Criminal Justice Bill, ein Gesetz zum Verbot von freien, nicht angemeldeten Tanzveranstaltungen mit repetetiven Beats [womit Techno gemeint ist]. Mit dieser Regelung sollten Raves außerhalb der großen Metropolen unterbunden werden, nicht zuletzt auch mit der Absicht, den Konsum illegalisierter Drogen damit zu unterbinden.

Auch in der Bundesrepublik gibt es eine RTS-Bewegung. Wo die Szene für größere öffentliche Veranstaltungen zu klein ist, gibt es zumindest Free Parties, die den Reclaim-the-Streets-Gedanken unterstützen.