Konzept Gedenkstein für verstorbene Drogengebraucher_innen

+++ Hintergrund

21. Juli Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher_innen
Seit 1998 findet am 21. Juli bundesweit der Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher_innen statt. Initiiert wurde dieser Gedenktag vom Landesverband der Eltern und Angehörigen für humane und akzeptierende Drogenarbeit NRW e.V. Am 21. Juli des Jahres 1994 verstarb Ingo Marten auf bisher immer noch ungeklärte Weise. Der Mutter von Ingo gelang es mit einem beispiellosen Einsatz und unter der Mithilfe der Stadt Gladbeck eine Gedenkstätte zu schaffen, die anderen Menschen Mut machte in ihrer Stadt ähnliches umzusetzen.

Auch in Leipzig wird seit 13 Jahren in Leipzig der Gedenktag begangen.

Der 21. Juli ist nicht nur ein Tag des Gedenkens und der Trauer, sondern auch ein Tag der Aktionen und des Protestes. Auch wir wollen nicht nur der Trauer Raum geben, nicht allein im Verstehen innehalten, sondern da, wo wir es für dringend erforderlich halten, durch kritischen Protest und geeignete Aktionen Veränderungen schaffen, die Drogengebraucher_innen dabei unterstützen ein verantwortungsbewusstes Leben zu führen. Das bedeutet bspw. auch Rahmenbedingungen zu verbessern und Angebote auszubauen, die ein Überleben sichern.

Seit 2006 engagieren sich Betroffene, Angehörige, Sozialarbeiter_innen wie auch Vertreter_innen der Stadt Leipzig für einen Ort des Gedenkens und Nachdenkens inmitten unserer Stadt, 2009 ist aus diesem Kreis die Interessensgemeinschaft Gedenkstein- IG.edenkstein - hervorgegangen.

 

+++ Unterstützer_innenkreis

Mitglieder der IG.edenkstein sind u.a. engagierte Einzelpersonen, Angehörige, Wandel e.V., (ehemalige) Konsument_innen, Zentrum für Drogenhilfe: Alternative 1, Jugendamt: Sachgebiet Straßensozialarbeit, Drug Scouts (Suchtzentrum gGmbH), und JES Leipzig (Selbsthilfegruppe von Junkies, Ehemaligen und Substituierten).

 

+++ Motivation

Neben der Erinnerung an die, die an ihrem Konsum und/oder den Begleitumständen verstorben sind und um die wir alle trauern, wollen wir mehr Bewusstsein dafür schaffen, das Drogenkonsum ein Thema ist, das jeden betreffen kann.

Gerade deshalb ist es wichtig, dass das Andenken inmitten des öffentlichen Lebens stattfindet. Da, wo „es“ geschieht und mancher wegsieht. Dort waren auch jene Menschen, die heute nicht mehr unter uns sind und die, welche noch da sind und die nach wie vor unsere Unterstützung brauchen. Trauer um die Verstorbenen allein kann es nicht schaffen, dass ihnen möglichst immer weniger folgen. Dazu bedarf es mehr Aufmerksamkeit, mehr Aufklärung und mehr aufeinander Acht geben.

Mit einem Platz des Gedenkens mitten unter uns und einem passenden Gedenkstein wollen wir auch ein Zeichen setzen gegen Stigmatisierung von (Ex)Konsument_innen und deren Angehörigen. Der Gedenkstein soll zentral im öffentlichen Raum platziert werden. Als Standort ist mit Hilfe der zuständigen Verwaltung ein  innenstadtnaher Platz in einem Park oder einer Grünanlage zu suchen, um viele Menschen zu erreichen, andererseits aber auch Rückzugsmöglichkeiten zum Nachdenken und für Trauer zu ermöglichen. Ein dazugehöriger Baum soll als Symbol für Hoffnung und Leben stehen.

Viel ist in unserer Stadt schon passiert, die Anstrengungen der Politiker_innen sind zu würdigen, vieles können wir noch erreichen. Machen wir denen Mut, die nicht mehr wegsehen wollen und denen, die auf dem Wege dazu sind. Wir streben nicht nur einen „Stein des Gedenkens“ an, sondern auch einen „Stein des Anstoßes“.

Für mehr gesellschaftliche Akzeptanz, denn nur wer über-lebt, hat die Chance sich zu verändern.

 

+++ Mitmachen

Wir laden alle Interessierten ein, unsere IG zu unterstützen. Sie sind herzlich willkommen bei unseren Treffen mitzuwirken und das Projekt mitzugestalten. Natürlich sind wir auch auf finanzielle und ideelle Unterstützung von Einzelpersonen, Projekten und Entscheidungsträger_innen angewiesen.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das Projekt Drug Scouts 0341/ 211 20 22

Spenden richten Sie bitte unter dem Kennwort "Gedenkstein" auf folgendes Konto:

Förderverein Zentrum für Drogenhilfe e.V.

Bank für Sozialwirtschaft

Blz: 860 205 00 Konto: 350 10 000

 

Weiterlesen/Fotos:

http://www.akzeptierende-eltern.de/
http://www.drugscouts.de/de/lexikon/gedenktag-für-verstorbene-drogengebraucherinnen
/de/page/fest-des-lebens-2010