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Can't Stop

Hallo liebe Community, 

ich bin jetzt fast 20 Jahre alt und brauche dringend Rat. Es geht um eine (ehemals) sehr gute Freundin von mir. 

Wir lernten uns zu einem Zeitpunkt kennen, als viele meiner Freunde mich einfach sitzen gelassen hatten. Das war 1 Tag nach meinem 19ten Geburtstag. Wir verstanden uns sofort super gut, waren sehr vertraut miteinander und sie hatte, anders als ich, bereits ihre eigene Wohnung. 

Die ersten Drogenerfahrungen hatten wir allerdings unabhängig voneinander gemacht. Ich, bisher nur mit Cannabis, mit 15. Habe auch immer mal wieder zwischendurch einen geraucht. So alle paar Monate mal, wenn sich die Gelegenheit ergab. Das ging auch all die Jahre gut. Sie hingegen hat ihren ersten Joint mit 16 geraucht. Hat wohl auch regelmäßiger konsumiert. Mit 17 hat sie sich dann mal an Amphetaminen und MDMA versucht.

Es dauerte nicht lange und ich hing immer öfter bei ihr. Und wir hatten auch immer was zu rauchen da. Ich hatte gerade meinen Bundesfreiwilligendienst beendet und dadurch viel Zeit und Langeweile. Sie holte ihren Abschluss nach. Am Anfang lebten wir noch einigermaßen geregelt, doch mit der Zeit wurde es immer schlimmer. Es verging kaum noch ein Tag, an dem ich nicht gekifft habe. Manchmal erschien ich sogar bekifft zu meinen Terminen beim Arbeitsamt. Und auch sie, am Anfang noch bemüht, zur Schule und zum Praktikum zu gehen, raffte sich immer seltener auf. 

Schuldgefühle wurden lange sehr erfolgreich unterdrückt. 

Wir wohnten schon beinahe zusammen - in ihrer eigenen Wohnung. Ich führte also gewissermaßen ein Doppelleben, war ja zwischendurch immer zu Hause bei meinen Eltern. Da habe ich oft Stunden geweint. Konnte nicht sagen, warum. Aus meiner heutigen Position ist es natürlich offensichtlich. Kann auch nicht sagen, ob da von einer Sucht zu sprechen war oder nicht. Ich glaube, um darüber urteilen zu können, bin ich auch nicht ehrlich genug zu mir selbst. 

Eines Tages stritten wir uns und ich packte meine Sachen und ging zurück zu meiner Familie. Ich weiß nicht, wie viele Tage ich hier allein saß, weinte und weinte. Wo war der Punkt, wo ich das alles hätte verhindern können? Was war schief gelaufen? Immer wieder hatte ich Bilder von mir als Kind vor Augen. Wie niedlich ich gewesen war! 

Diese Woche war mir eine Lektion. Mit besagter Freundin habe ich mich wieder vertragen und wir saßen wohl auchhin und wieder länger bei ihr, und haben auch weiterhin gekifft. Nur bin ich nie wieder länger als 1,2 Nächte bei ihr geblieben. Und jedes Mal, wenn ich länger als 1 Abend am Stück bekifft war, kamen die Schuldgefühle wieder hoch. Ich fing an, mein Leben wieder in die Hand zu nehmen, schrieb Bewerbungen, versuchte was aus mir zu machen. Sie rauchte weiterhin jeden Tag, auch wenn ich nicht dabei war. Machte Schulden bei den Dealern. Zog Leute über den Tisch. Verkaufte viele ihrer Sachen. 

Ich habe endlich (!) eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhalten. War da (vollkommen nüchtern ;)) und sollte sofort anfangen mit einem Praktikum. Hatte Aussicht dort eine Ausbildung zu machen. Nach langen Diskussionen mit dem Arbeitsamt, begann ich dort auch ein 2wöchiges Praktikum. Nach 1 Woche habe ich zugesagt bekommen, dass ich dort erstmal auf 350-Euro-Basis weiterarbeiten kann. Besagte Freundin schien sich nur mäßig darüber zu freuen...Kiffte weiterhin. Tagtäglich. 

Heute habe ich meinen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Und sie kifft und kifft und kifft. Als ich das letzte Mal bei ihr war, um am Wochenende einfach in aller Ruhe ein Tütchen zu rauchen, da traf mich aber der Schlag. Sie hat jemanden kennengelernt, der TOTAL abgewrackt war und sich da gleich mal Doxepin-Tabletten und Fentanyl-3-Tages-Pflaster geben lassen. Ich habe ihr gesagt, dass ich davon nichts halte. Auch, dass ich der Meinung bin, dass sie weniger rauchen sollte. An dem Abend "überprüfte" sie, ob noch alle Doxepin-Tabletten da waren (ziemlich krank); ich bin mir nicht sicher, ob sie bei der Gelegenheit nicht doch eine eingeschmissen hat. Ich weiß nicht mehr, was ich ihr glauben kann/soll. Sie hat sich so verändert. Habe seitdem auch keinen Kontakt mehr zu ihr... ich kann nicht, weiß nicht, wie ich mit ihr umgehen soll. Eigentlich möchte ich ihr wirklich helfen, aber sie scheint sich nicht helfen lassen zu wollen. Für meine Worte ist sie völlig unempfänglich. 

Außerdem... ich fühle mich manchmal, als wäre ich mit Schuld an ihrer Situation. Wir sind gemeinsam abgerutscht. Ich habe mich gefangen.... sie fällt weiter. 

Substanzen

  • Abhängigkeit / Sucht
  • Cannabis
  • Drogenkonsument_innen
  • Medikamente

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Kommentare

Kommentar von Gast |

Hey,

Hey,

 

du bist nicht Schuld an der jetzigen Situation deiner Freundin. Ihr habt zusammen gekifft und Zeit miteinenander verbracht, aber ihr habt beide euer eigenes Leben.

Glückwunsch, dass du eine Ausbildung hast! Biete deiner Freundin Hilfe an, sage, dass du für sie da bist, aber du bist nicht für sie verantwortlich. Regel erstmal dein Leben, mache deinen Abschluss. Mehr als Hilfe anbieten und für deine Freundin da sein kannst du auch nicht. Natürlich ist es ein blödes Gefühl, wenn man zusammen so viel erlebt hat, und ich kann dich auch voll und ganz verstehen, dass du dir jetzt Vorwürfe machst, aber lass dich davon nicht runterziehen, sondern kümmere dich um dich selber in allererster Linie. Hilf deiner Freundin, hole dir, wenn du willst, Rat bei Ärzten oder Therapiezentren oder beim psychosozialen Krisendienst (der hat mir vor einiger Zeit ein paar Mal echt geholfen!). Aber in erster Linie zählst jetzt du und dass du deinen Abschluss s

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