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Für die Kehle, für die Seele

Seid gegrüßt! Ich habe meine ersten Erfahrungen mit König Alkohol (Jack London) im zarten Alter von 12 Jahren gemacht und bin nun, 13 Jahre und viele, viele unprofessionelle und professionelle Entgiftungen später, ein fast 100 Tage trockener Alkoholiker. Nun denn, ich war ein Mensch, der bereits vor der Pubertät eine ziemlich große Menge an Problemen mit sich rumgeschleppt hat. Auf der Suche nach einer raschen Lösung lag es dann ja nahe, die große, verherrlichte Volksdroge Alkohol mal anzutesten. Gesagt, getan, paar Bier anner Bude organisiert und das Zeug reingeschüttet. Bald ging der Spaß los, Euphorie stellte sich ein und die ganze Scheiße im Kopf löste sich in Wohlgefallen auf. Ich hatte meinen besten Freund gefunden! In den darauffolgenden Jahren betrank ich mich regelmäßig und steigerte kontinuierlich sowohl Menge, als auch Konsumfrequenz. Irgendwann bin ich dann nüchtern schon gar nicht mehr aus dem Haus gegangen. Na ja, alles andere ergab sich dann langsam aber sicher von selbst: Mischkonsum mit allen erdenklichen Substanzen, Schlägereien und Diebstähle zuhauf, Anzeige um Anzeige, Sozialstunden, Ausnüchterungszelle, Krankenhaus und so weiter. Als ich mit 19 mein Abi gemacht habe, war ich bereits psychisch und physisch abhängig vom Alk; ein Vollalkoholiker. Hab dann während des Studium weiter gut Gas gegeben und mich nebenbei so einigermaßen durchgemogelt. In den letzten Jahren ist mein Kartenhaus vollends zusammengefallen: Verlobte nach 6 gemeinsamen Jahren weg, Wohnung weg, schwerste Depressionen, Fettleber, Pankreatits, Konto leer und noch so ein paar lustige Dinge. Hab dann halbherzig ein paarmal den Zyklus "Entgiftung - Rückfall" durchlaufen, bis ich das Glück hatte, in der Psychiatrie (!) meine derzeitige Partnerin kennenzulernen. Sie gab mir letzten Endes die Motivation, endlich von dem Teufelszeug loskommen zu wollen. Nach einigen Rückschlägen (ich habe gelernt, diese als unvermeidbar und notwendig zu akzeptieren) habe ich eine sehr professionelle Entgiftung durchgezogen und bin jetzt seit dem 12. Juli 2007 trocken und frei von allen Drogen außer Nikotin und Koffein. Mir geht es soweit gut, die Körperfunktionen normalisieren sich, ich kann wieder klar denken, arbeite wieder, führe eine glückliche Beziehung mit einer wundervollen Frau (an dieser Stelle danke für alles mein Schatz!) und mache mir jeden Abend einen Strich auf einem an die Wand geklebten Blatt Papier. 96 Striche habe ich schon, und ich bin froh über jeden "geschafften" Tag. Denn die innere Stimme, die mir ganz wunderbare Dinge und die Lösung aller Probleme verspricht, begleitet mich auf allen Wegen und wird mir niemals vollständig von der Seite weichen. Mal leise, mal laut, mal kurz, mal langandauernd spukt sie in meinem Schädel herum. Ihrem Säuseln nicht nachzugeben erfordert eine Menge Energie und Willensstärke; mehr als ich jemals geglaubt hätte. Na ja, genug geschwafelt. Ich bin kein Moralapostel, der Euch Dinge wie "Keine Macht den Drogen" verkaufen will, dazu habe ich viel zu viele positive Seiten des Lebens im Rausch kennengelernt. Das wirkliche Problem beginnt dann, wenn der Konsum sich verselbstständigt, wenn immer mehr Stoff benötigt wird, wenns am Morgen schon losgeht und wenn die Gedanken und Sehnsüchte sich immer mehr auf die Substanz(en) fixieren, kurzum: Wenn man süchtig wird. Also erst gar nicht soweit kommen lassen und nicht kontinuierlich konsumieren, sondern fein Pausen einbauen! Trockene Grüße und viel Spaß, D.S.

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