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für V.

Hallo V.,

Ich kann mir gut vorstellen das du noch an Drogen hängst und möchte dir gern ein paar Worte ans Herz legen. Dich kotzen Apathie und Egoismus deiner Zeitgenossen an. Glaub mir, ich fühle oft genauso. Schön. Ich möchte zuerst mal 2 Wege zeichnen.

Weg A: Du treibst weiter im Strom harter Drogen und gehst bald in einem super Höllentrip elendig dahin siechen. Der wird dir elendig lang vorkommen und wenn es nur ein paar Monate oder Jahre sind. Den Tod wirst du dann als süße Befreiung empfinden. Soweit man an diesem Punkt überhaupt noch irgendetwas empfindet.

Weg B: Du springst über deinen eigenen Schatten, raffst dich zusammen und engagierst dich! Denn ersten Schritt hast du schon getan, indem du deine Missmut hier umrissen hast. Ich könnte mir gut vorstellen, das du eine Zuneigung zur Kunst bzw. Lyrik hast. Lieg ich da richtig!? Wieso deine Unmut nicht über ein Medium der Kunst ausdrücken und damit andere Menschen an deinen Gedanken teil haben lassen!?

Sich selbst zu verachten ist ein schlechter Weg. Der Versuch seine Selbstwertkomplexe im Rausch der Drogen zu übertönen ist ein selbstverstärkender Kreislauf. Also ein noch vieeeeel schlechterer Weg. Wenn du erstmal abhängig bist, wird die Droge dir nämlich ALLE Mittel heiligen. Und dann wirst du dich erstmal so richtig gut fühlen... Freunde beklauen, Körper verkaufen, etc. Etc. Und die Ironie am Rande: Bald wird selbst das Heroin selbst zum Mittel. Denn der Entzug ist unerträglich, wenn man weiß wo Heroin ist. Und das hat dann eigentlich gar nichts mehr mit dem eigentlichen Zweck einer Droge zutun oder?

Im Moment verschafft es dir vlt. NOCH Höhenflüge und Wärme. Aber Heroin wird dich bald elendig erniedrigen, so sehr, das Wechselspiel von Suizidgedanken(runter) und gähnend leerer Apathie(drauf) alltag wird. Vielleicht nicht jetzt und auch noch nicht morgen. Wie gut du dich fühlen wirst, wenn du dann bei klarem Kopf deine Beschaffungskriminalität Revue passieren lässt. Sicher, im Rausch hörst du keine quälendes Gewissen. Aber wenn er schwindet und du wieder klare Urteilsfähigkeit erlangst, wird die Selbstsezierung nur noch schmerzhafter. Und jedes Gewissen ist autonom vom Ego, da kannst du noch so ein Arsch sein^^.

Die Vorwürfe kommen. Du wirst dich hassen, dich verfluchen, Heroin jemals in Erwägung gezogen zu haben. Vielleicht nicht jetzt. Das Attribut hart im Bild "harte Drogen" wurde nicht sinnlos gewählt. Harte Drogen formen DICH und niemals umgekehrt. Sie sind einfach zu gut. Ich kanns dir leider versprechen. Und wenn du es mir jetzt nicht glaubst, speicher es und lies es nochmal spätestens, wenn du voll abhängig sein solltest. Punkt 2 Du wirfst deinen Mitschülern Apathie vor. Deine "Gesellschaftskritik" in allen Ehren, aber hast du mal darüber nachgedacht, dass es deinen Mitschülern/Mitmenschen vielleicht genauso geht wie dir? Vielleicht gibt es ja Leute in deiner Klasse/Schule dennen der Schuh genauso drückt, die aber nicht sensibel genug sind um es klar zu artikulieren und/oder sich aber nicht trauen es auch offen zu zeigen.

Einfach alle in die Schublade "egoistische, fachidiotische, karrierefixierte Streber" zu stecken ist nicht nur falsch und naiv sondern vor allem unfair. Um ehrlich zu sein ich glaube nichtmal das du das wirklich denkst, ich glaube du willst viel differenzierter und freier denken, aber denken ist Gift auf Weg A. Also suchst du ein Alibi um Heroin zu rechtfertigen. Dafür adaptierst du die Polemik einer Lobby, die sich von genau solchen Leuten wie dir nährt und stimmst in den Schafschor der Meinungsmacher ein. Die böse Pharmaindustrie! Der böse Staat! Das THEORETISCH verträgliche Heroin! Und das ist ziemlich dumm. Nicht dumm im ordinären Sinne. Dumm, das du versuchst dich selbst hinters Licht zu führen.

Ich wünsche mir, das du nochmal neu anfängst. Überdenk nochmal alles. In Ruhe. Am besten im Wald oder wo du dich sonst wohl fühlst. Ganz unbefangen, ohne Vorurteile und Meinungsmacher. Manches stimmt, aber manches eben auch nicht.

"Wer A sagt muss nicht B sagen, er kann sich auch eingestehen das A falsch war." Erich Kästner

Hier aber auch der andere Ansatz. Angenommen, dein Urteil zu deinen Mitschülern entspräche der Realität: Fass dir mal erst an die eigene Nase. Du artikulierst deinen Unmut mit deiner Umwelt und was tust DU? NICHTS, ...sogar noch viel schlimmer als das. Nicht nur das du NICHTS von der Stelle rührst, du fütterst deine Apathie sogar noch, indem du dich durch Rausch mehr und mehr abstumpfst. Und glaub mir, wenn du in Weg A weiter treibst, wird dein kleiner Rest Empathie sich in einen einzigen, winzigen Urinstinkt verwandeln: Droge -Wo?, Wie?, Wer?,etc. Dein Innenleben wird dann dem eines darbenden Tieres gleichen. Und das ist dann Dauerzustand. Das kann doch nicht dein Ernst sein, oder?!

Heroin wird dich schneller zerstören, als du es dir eingestehen kannst, sogar schneller als du es mit deinem zugedröhnten Hirn erst realisierst! Und abhängig machen, das wird es dich noch schneller, sodass dir der Affe keine Chance lässt, schließlich doch noch auszusteigen und wenigstens zu retten was zu retten ist. Die Zeit der schillernden Glorifizierung von Heroin durch Künstler wie Lou Reed sollte doch mit der Perspektive von heute konterkariert sein.

Guck dir zB all die jungen, aufstrebenden Künstler an, die dann jung an Heroin gestorben sind. Glaubst du die wollten das? Was für eine Verschwendung von Leben, wenn man nur einmal lebt.( zumindest nach heutigem Wissen bzw. Nichtwissen^^) Trainspotting ist nur ein Film/Roman, eine Geschichte, ein Märchen. Wach auf. In echt gibt es kein Happy End wenn du NICHTS tust.

An dieser Stelle möchte ich deinen "Wahlspruch" umkehren: Wer braucht Heroin, wenn er die Absicht hat, Weg B zu gehen. Hast du keine Träume, Ideale, Liebe? Strebe doch nach ihnen, anstatt dein Potential wegzuwerfen. Wenn nicht für mich, dann für andere, für die die du liebst, oder die dich lieben! Dafür braucht man kein gesundes Selbstwertgefühl, nur Ideale. Die Genesung kommt dann automatisch wenn du auf dem richtigen Weg bist. Aber loslaufen musst du alleine. Wir könnten dir nur hochhelfen, wenn du willst.

Lass dir am Rande gesagt sein das ich NIEMANDEN kenne der mit seinen Eltern/Familie nicht im Konflikt steht. Das soll hier kein Versuch einer Pädagoischen Mahnung sein, sondern ein Ausdruck meines Mitgefühls. Du wirst machen was du willst oder auch nicht, so leid es mir tut :P Aber Weg A wäre schade um dich. Als Mensch. Viel Glück!

Substanzen

  • Heroin

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